27 einheimische Autoren stellten Puchheimer Lesebuch vor

Es fehlten bei der Präsentation der fast 100 gedruckten Beiträge eine Reihe von Autoren. Die leichte Enttäuschung hierüber war bei der engagierten Verlegerin Katrain Habermann nicht zu überhören. Die erschienenen zumeist älteren Vortragenden wurden jedoch musikalisch vom „Kontra-Ensemble“ dezent und passend begleitet.

Das verbindende Thema für alle am Jahrbuch beteiligten 27 Autoren/innen hieß „Freundschaften“. Im Gegensatz zu früheren Buchvorstellungen war diesmal keine größere Österreich-Connection gekommen; lediglich das Ehepaar Helga und Bernhard Edelsfeld aus Salzburg hatte den Weg in den Landkreis auf sich genommen. Die Autorin Edelsfeld befasst sich gern und fast ausschließlich aphorismenhaft mit Sinn-Erkennungen: Gedanken über die Freundschaft … Seelenverwandtschaft … Augenblicke … Oasen … Glücksfälle. Ihre Wortwahl ist schlicht und unkompliziert und das gelingt ihr insbesondere bei „Mutter“. Dr. Horst Ferle, 87, „lebt im Weichbild von München“. Er widmete die Verse „Auf Butterblumenwiesen“ und den Beweis der unlöslichen Verbundenheit in „Seele in Seele“ und in „Unendliches atmen“ seiner in 2008 verstorbenen Ehefrau. Gisela Wimmer, geboren in Berlin und nun schon über 40 Jahre in Puchheim ansässig, lotet ebenfalls in Versen das gestellte Thema mit einem einzigen Beitrag aus: „Noch einmal? Wiedersehn nach langen Jahren, herzbewegend, seltsam still; lauschen, spüren und erfahren, was der Freund nun sagen will: Reden über ferne Zeiten.“ Dr. Heinz Borchert, inzwischen auch schon über die 80, seit 1970 in Puchheim wohnhaft und vormals in der Bayer. Landesanstalt für Bodenkultur in München tätig, brachte die heitere Note mit „Der kleine Bock“: Ein kleiner Blondschopf bockt in der Turnstunde und lässt sich vom Erzähler und seinem Märchen „Vom Wolf und den sieben Geißlein“ gefangen nehmen - und turnt weiter. Gleichfalls vergnüglich die Kindheitserinnerung „Das Marmeladenglas“ von Karl Müller, vorgetragen von seiner Ehefrau. Beider Tochter ist die Kunstmalerin Helene Hohmann in Egenhofen/ Unterschweinbach. Schließlich Heini Almstätter, über dessen Kleinkunst- und sonstiges Veranstaltungsprogramm in der Landeshauptstadt und deren Umland man immer wieder nur staunen kann. Almstätter übersetzte „Sehr frei nach Schiller“ eine der bekanntesten deutschen Balladen: „Die Bürgschaft auf Boarisch“. Natürlich hatte er, da er die engere Heimat an der Amper und ihre Bräuche so herzhaft einbezog, die Lacher auf seiner Seite. Im zweiten Anlauf servierte er dann noch eigene Sinnsprüche: „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“, hod da Maier zum Huber gsogt, wira de Einladung zura Sauftour ausgschlong hod. Für das Puchheimer Lesebuch 2009 „Freundschaften“, erhältlich im Buchhandel oder beim Solon Verlag München, schrieben desweiteren Alois Augustin, Silke Busch, Gerty Ederer, Ursula Heumann, Christa Hölzl, Ingrid und Ernst Karner, Otto Krb, Johann Kriegler, Christine Lind, Susanna Mally, Christa Markhof verh. Almstätter, Eleonora Rest-Hanel, Gertrude Schagen, Puchheim, Dieter Schönefeld, Kurt Schöning, Hubert Tassatti, Agnes Thinschmidt, Mathilde Vonderau, Martha Willinger, Dr. Rupert Witzmann, Puchheim. Den musikalischen Rahmen bei der Buchvorstellung bestritten Solvejg Fiederling (Querflöte), Alfons Girgnhuber (Gitarre) sowie Brigitte Mayer und Franz Kollhuber (Zither).

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