Im Zeichen des 30-jährigen Jubiläums des Feld- und Waldbahnmuseums FFB

Eisenbahngeschichte wurde wieder lebendig 

+
von links: Betriebsleiter Feldbahnmuseum Heinz-Dietmar Ebert, Sohn Michael erster Vorsitzender, Jugendmitglied Benedikt Schneider, Enkel des Betriebsleiters und vollausgebildeter „Sani“ Maximilian Ebert sowie der zweite Vorsitzende Sven Wesenberg.

Fürstenfeldbruck – Mit dem „Tag des Bergwerks und des Tunnelbaus“ beendete das Feld- und Waldbahnmuseum Fürstenfeldbruck am 6. Oktober die Veranstaltungen in diesem Jahr, die ganz im Zeichen des 30. Jubiläums standen. Vorausgegangen waren bereits zwei erfolgreiche Veranstaltungen am 1. Mai und am 7. Juli.

 Alle Veranstaltungen erfreuten sich regen Interesses,  berichtete der Betriebsleiter des Feldbahnmuseums, Heinz Dietmar Ebert, der nach 28 Jahren den Vorsitz des eingetragenen Vereins an seinen Sohn Michael übergeben hat. „Wir sind regelrecht von Besuchern überrannt worden“, freute sich Ebert. Schließlich zählen die Veranstaltungen mit zu den Einnahmequellen des 32 Mitglieder zählenden Vereins, der sich rein aus Mitgliedsbeiträgen und aus Spenden finanziert. Die Interessengemeinschaft deutsche Feld- und Waldbahnen gründete sich 1983 als Unterabteilung des Modelleisenbahnclubs (MEC) Fürstenfeldbruck, der bereits seit 1976 existiert.

„Der Gesamtverein ist also schon 37 Jahre alt“, so Ebert. Aus der Taufe wurde der Verein damals von fünf Hobbyeisenbahnern gehoben, die sich zunächst zwei ausrangierte Wagen der Deutschen Bundesbahn anschafften, sie restaurierten und auf dem Bahnhofsgelände Grafrath ihren ersten Standort bezogen. Im Jahre 1980 erfolgte dann der Umzug nach Fürstenfeldbruck, zugleich wurde ein dritter Wagen angeschafft. In Fürstenfeldbruck entstand im Laufe der Jahre eine schmucke Museumsanlage, die sich wahrlich sehen lassen kann und längst zu einer beliebten Anlaufstelle von Hobbyeisenbahnern aus der ganzen Bundesrepublik und aus dem europäischen Ausland geworden ist. „Wir pflegen rege Kontakte mit anderen Clubs, besuchen uns gegenseitig und man trifft sich auch bei Internationalen Feldbahntreffen“, informierte Ebert. „Man kennt sich in der Szene.“

 Durch den Umbau des Brucker Bahnhofareals konnte der Verein sein Schienennetz auf dem Museumsgelände erweitern, so dass sogar ein umfangreicher Fahrbetrieb möglich wurde. Daneben beherbergt das Gelände einen Lokschuppen, eine alte Schmiede und eine Waldarbeiterhütte. „Alles wurde in Eigenregie gebaut“, so Ebert stolz. „Wir versuchen ein lebendiges Museum zu zeigen. Dabei ist mir wichtig, das alles auch im alten Stil aufgebaut wird“. Neben dem Schienennetz besteht das Museum aus 15 Lokomotiven, vier Draisinen und 81 aufgearbeitete Wagen auf 600 Millimeter-Spur.

 Die vielen Ausstellungsstücke wurden hauptsächlich aus dem bayerischen Raum zusammengetragen, erzählte Ebert. „Sie wurden von den Mitgliedern in mühevoller Kleinarbeit wieder hergerichtet.“ Aktuell konnten die Besucher bei der Veranstaltung am 6. Oktober dem Schlosser bei der Aufarbeitung des Feldbahnkrans über die Schulter schauen. Eine Sonderausstellung zum Thema „Kohlebergbau in Oberbayern“ rundete die letzte Veranstaltung im Jahr ab. Neben historischen Bergwerksuniformen zeigte das Museum umfassendes Arbeitsgerät, das Geleucht und viele historische Bilder aus dem oberbayerischen Kohlebergbau sowie einen Film vom Kohlebergbau. 

Abgerundet wurde der Tag mit einem Vereinsflohmarkt für Modelleisenbahnartikel. In Deutschland gibt es ca. 30 Vereine, deren Philosophie es ist, Fahrzeuge aus dem Bereichen Waldbahn, Feldbahn, Bergbau sowie vergleichbarer Bahnen mit 600 Millimeter Spurweite zu musealen Zwecken zu erwerben, zu betreiben, um somit einen weitgehend unbekannten bzw. vernachlässigten Teil der Eisenbahngeschichte wieder bekannt zu machen.

Dieter Metzler 

Meistgelesen

Menschenkette gegen Fremdenhass
Menschenkette gegen Fremdenhass
Schüler präsentieren ihre Projekte
Schüler präsentieren ihre Projekte
Drei Jahre Baustelle
Drei Jahre Baustelle
Kandidatin zieht in den Wahlkampf
Kandidatin zieht in den Wahlkampf

Kommentare