Olchings Erster Bürgermeister Andreas Magg nahm 2 Monate Elternzeit

Gelassener Familienmensch und Bürgermeister

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Andreas Magg mit seiner kleinen Tochter im Urlaub

Olching – Mit kleinen, flinken Schritten läuft sie ihrem Papa entgegen. Die Augen des kleinen Mädchens strahlen und ein Lächeln umspielt das fröhliche Gesicht. Eine Begrüßung, die Andreas Magg nie mehr missen möchte: ,,Wenn ich abends von der Arbeit nach Hause komme und meine Tochter Marie auf mich zukommt, dann sind alle Sorgen sofort verflogen“, schwärmt er.

Insgesamt zwei Monate ging Olchings Erster Bürgermeister in Elternzeit. Jeweils einen Monat im Sommer 2014 und einen im Sommer 2015. „Ich habe die letzte Möglichkeit genutzt, meine zweite Elternzeit zu nehmen. Diese war vom 20. Juli bis 20. August“, erklärt er. Ausgehend vom Geburtstag seiner Tochter am 20. Juni 2014, muss die Elternzeit in den ersten 14 Lebensmonaten, d.h. auf den Tag genau an einem 20. genommen werden. Eine Regelung, die laut Magg für kleine Betriebe oft schwer umsetzbar ist. „In kleineren Unternehmen ist es meist schwierig, in einer fixen Zeitspanne weg zu sein. Es wäre besser, wenn man die Elternzeit innerhalb der ersten drei Jahre nehmen und so flexibler agieren kann“. Er selbst habe die Elternzeit nicht geplant und sich vorher keine Gedanken dazu gemacht. Das änderte sich schlagartig mit der Geburt der kleinen Marie Sophie. „Wenn man hautnah dabei ist, sieht man, was das für ein Wunder ist. Das hat mich nachhaltig sehr bewegt“, erzählt der Familienvater. „Ich habe den Entschluss gefasst, die acht Wochen Elternzeit zu nutzen und dieses entscheidende Lebensjahr mit zu erleben“.

Gemeinsam mit Töchterchen und Ehefrau Marina, die selbst 12 Monate Elternzeit nahm, war Andreas Magg vier Wochen im Sommer 2014 in Kroatien unterwegs. Diesen Sommer stand eine Nord Tour (Usedom, Dänemark, Schweden usw.) auf dem Programm – jedes Mal mit dem Wohnwagen. „Wir lieben das, weil man ständig neue Eindrücke bekommt und sich immer einen anderen Aufenthalt suchen kann“, sagt Andreas Magg. „Marie hatte von allen am meisten Spaß. Die Erfahrung, so viel Zeit gemeinsam verbringen zu können, war einmalig“, schwärmt der Amtsträger. Es sei aber von vornherein klar gewesen, dass sie während dieser Zeit weg fahren würden. „Wenn man zu Hause bleibt, hat man ständig etwas zu tun. Auch Zeitungen und Facebook sind im Urlaub tabu“, gesteht er. Überraschende Worte des Rathauschefs der, wie er sagt, immer im Dienst ist‘. Umso wichtiger sei es gewesen, sich vier Wochen einfach mal auszuklinken: „Das Verständnis dafür war von Seiten meiner Kollegen und der Bürger sehr groß. Das liegt auch daran, dass ich gute Amtsleiter und Vertreter habe. Ich hatte also keine Bedenken“.

Andreas Magg ist seit 2008 Olchings Erster Bürgermeister und das rund um die Uhr. „Ich könnte als Bürgermeister 24 Stunden arbeiten. Deshalb muss man sich Freiräume schaffen, sonst leidet die Qualität der Arbeit“. Bei seiner Familie findet er den nötigen Abstand zu den Amtsgeschäften des Tages. „Familie und Freunde sind für mich Freizeit. Ansonsten bin ich bei der freiwilligen Feuerwehr, dem Bayerischen Roten Kreuz und spiele einmal in der Woche Tennis“.

Die Elternzeit ist eine moderne und schöne Entwicklung der Arbeitgeber, man muss sich diese aber leisten können: „Bayern liegt mit den Anträgen auf Elternzeit bei den Vätern bundesweit vorne, weil wir eine eher wohlhabende Region sind. Schwieriger wird es für Eltern mit kleinem Einkommen“, erläutert Andreas Magg, „weil das staatliche Elterngeld nur ein Teil des regulären Lohns ersetzt“. Dennoch kann er die Elternzeit jedem empfehlen: „Das Verständnis füreinander nimmt zu und die Bindung zwischen Papa und Tochter wird noch intensiver. Es ist unglaublich nachhaltig“.

Nicole Burk

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