Emmeringer Spektrum - 15 Künstler stellen aus

Die Schwestern Jacqueline und Melanie Kupschus, München, zeigen ‚Flagge’ in blau/rot/gelb mit durchgehenden Fieberkurven, jedoch ohne Titel, bzw. eine ironisierende Skulptur aus weißem Pferdekopf mit unterlegter zartrosa Riesenkrake: „Horseheaded Cuttlefish“ Die bekannt vielfältigen Gestaltungstechniken der Gruppe um den Emmeringer Gerald Voigt setzte auch diesmal mit ihrer Ausstellung eindrucksvolle Akzente auf die Vorstandsgalerie der Genossenschaftsbank.

Ernst-Michael Bratz, Emmering, lässt in „Renaturierung“ die Zwillingstürme und das Kirchenschiff der Münchner Frauenkirche von der Natur zurückerobern: Alles wächst unaufhaltsam grün zu. Waltraud Kosak-Gonzalez, Fürstenfeldbruck, malt in Acryl mit Kohle und in thematisch enger Abstraktion „Zwei fremde Körper“ und „Fremd“. Von Johann Nauder, Emmering, stammt der unangepasste Aufhängungsversuch, das „Unangepaßt ist oft ein Fremdkörper im Angepassten“ verständlich offenzulegen. Wie von ihr (fast) gewohnt, bietet Rita Plafka, Eichenau, auffällig in Form und Farbe gegenständliche Motive zur Betrachtung an wie „Der Föhn“ oder „Aus dem Rahmen gefallen“, letzteres als „Unverkäuflich“ deklariert. „Flora Aliena“ (2008) von Rita Rieger-Blum, Fürstenfeldbruck, in Acryl auf Leinwand ist ein eher düsteres Sujet, vor dem man jedoch stehen bleibt. Auch Jutta Ritzler, Puch, begnügt sich in nur einer Acryl-Collage mit „Das Kuckucksei“, platziert in das Nest einen Spiegel und lässt so den Besucher interaktiv mitwirken. Mit dem plakativen „Fußball, der die Welt bedeutet“ in Öl ist Barbara Saatze, Puchheim/Ort, einem ganz speziellen Phänomen nahe. Ihre „Blume im Nirgendwo“ erinnert jedoch mehr an einen Schrottplatz mit Gänseblümerl. Helga Scharf, Gernlinden, beschränkt sich in ihrem Acryl-Hochformat „Lästig“ mit einer streng-reduzierten Farb- und Formgebung. Ganz ungewöhnlich vom Emmeringer Robert Scheuregger aus dem Jahr 2008 die drohende Ansicht in Öl „Gefahr aus dem All - schwarze Löcher“. Maya Siebenlist, ebenfalls Emmering, schuf im gleichen Jahr zwei Collagen auf Seide mit „Muschel-Sandkorn-Schmuck“ und „Schellack-Nadel-Musik“. Johann Waadt, Emmering, präsentiert sechs Materialdrucke im kleineren Format und sämtlich „ohne Titel“ ausgewiesen. Den Ausstellungstitel „Fremdkörper“ übernahm Harald Voigt, Olching, für einen dramatischen Ausdruck in zwei Farben in Acryl auf Leinwand: Eine bestürzte Frau über einer offenen Hand. Sein Vater Gerald Voigt, Emmering, zeigt fünf Werke in Airbrush auf Leinwand: „Schirmchenflug“ ist davon die Leichtigkeit des Seins, „Schach“ mit Fragezeichen verbindet Schachfiguren (un)sinnigerweise mit drei Würfeln, „Karfreitag“ ist in der Airbrush-Technik natürlich von einer ganz besonderen Ausdrucksfähigkeit. Kunstausstellung „Fremdkörper“ vom Emmeringer Spektrum in der Volksbank Fürstenfeldbruck eG, Dachauer Straße 10, FFB, während der Geschäftszeiten bis zum 24. Oktober 2008.

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