Endlich an der Ziellinie

Gelockerte Atmosphäre (v. li.): Maisachs Bürgermeister Hans Seidl, Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, BMW Geschäftsführer Dr. Friedrich Nitschke, Leiter BMW und Mini Fahrerlebnis Robert Eichlinger, Landrat Thomas Karmasin. Foto: Metzler

Am 14. September wurde auf dem ehemaligen Rollfeld des Flugplatzes Fürstenfeldbruck die neue „BMW Driving Academy Maisach“ – das neue Fahrsicherheitszentrum von BMW – in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft feierlich seiner Bestimmung übergeben. Im Mittelpunkt der Ansprachen standen die jahrelangen Proteste, Prozesse und Verhandlungen um die Nachnutzung des Militärflugplatzes sowie die wirtschaftliche Bedeutung und die Werbewirkung für den Landkreis, insbesondere für die Gemeinde Maisach. Rund 130 Hektar bieten dem Münchner Automobilhersteller ab sofort ausreichend Platz, um praktisch alle erdenklichen Fahrmanöver und –situationen zu simulieren und einzuüben.

„130 Hektor hier im Vergleich zu sechs Hektar am Flughafen in München stellen schon eine enorme Verbesserung dar“, stellte dann auch der Vorsitzende der Geschäftsführung BMW M GmbH, Dr. Friedrich Nitschke, die unterschiedlichen Dimensionen des neuen Fahrsicherheitszentrums gegenüber des alten heraus. „Hier können unsere Fahrzeuge vor Ort gewartet, repariert und gereinigt werden“, so Nitschke, „das erleichtert vieles. Gleichzeitig bedeutet mehr Platz auch mehr Trainingsmöglichkeiten.“ Sobald der Betrieb starte, stehe er jedem Besucher offen, auch wenn sie keine BMW-Kunden sind, sagte Dr. Nitschke. Jugendlichen der angrenzenden Gemeinden, die in dem jeweiligen Jahr 18 Jahre alt werden, bietet BMW ein kostenloses Fahrsicherheitstraining an. „Wir wollen auch zukünftig den Kontakt mit den Kommunen pflegen“, versprach der BMW-Geschäftsführer. Er bedankte sich beim Landratsamt, der Stadt Fürstenfeldbruck, der Gemeinde Maisach und der BIMA für die unbürokratische und hervorragende Unterstützung, insbesondere aber bei Reinhold Bocklet für seinen unermüdlichen langjährigen Einsatz bei der Durchsetzung des Maisacher Konzeptes für die Nachnutzung des Fliegerhorstes. „Wenn man so lange an einer Sache gearbeitet hat, dann freut man sich nach langen sechsjährigem Kampf auf der Ziellinie zu sein“, sagte der Stimmkreisabgeordnete, Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, und ließ den politischen Verfahrensweg bis zur Entwidmung des Fliegerhorstes nochmals Revue passieren. „Ohne die Entscheidung der Bundeswehr, Fursty aufzugeben, würden wir heute hier nicht sitzen“, sagte Bocklet. Nach dem der militärische Flugbetrieb eingestellt worden ist, hatte sich eine Flugplatzbetriebsgesellschaft gegründet, die den Platz für Zivilflieger nutzen wollte. Im Dezember 2008 untersagte das bayerische Wirtschaftsministerium dem Luftamt Süd, die Genehmigung für die Zivilflieger zu erteilen. Wenn eine Weltfirma wie BMW nun mit Maisach werbe, dann profitiere die gesamte Region davon, so Bocklet, der nochmals hervorhob, dass BMW sich selbst gegen den weltweiten Boykott der Zivilflieger nicht von seiner Entscheidung abbringen ließ. Auch Brucks Landrat Thomas Karmasin dankte BMW, dass sie durchgehalten haben. „Ihre Freude am Fahren ist unsere Freude am Erfolg“, so Karmasin, „ich wünsche Ihnen, dass Sie Lust auf mehr bekommen“, hofft Karmasin auf weitere Investitionen. Maisachs Bürgermeister Hans Seidl bezeichnete das Ereignis als das größte in der Entwicklung Maisachs und dankte nochmals Bocklet „ohne Sie wäre das Maisacher Nachfolgekonzept erfolglos gewesen“ sowie auch der Landesgruppenchefin in Berlin, Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeldt. In seinen Dank schloss der Bürgermeister seinen Amtsvorgänger, Altbürgermeister Gerhard Landgraf und Amtsleiter Peter Eberlein sowie alle umliegenden Kommunen, die den Kampf gegen die Zivilflieger stets unterstützt haben, ein. Die erste Stufe erreicht Nach den Ansprachen besichtigten die Gäste unter Führung von Robert Eichlinger, dem Leiter BMW und MINI Fahrerlebnis, das derzeit noch gepachtete Gelände und erhielten schon einmal eine kleine Fahrunterweisung auf den Teststrecken. „Mit der Eröffnung wurde jetzt erst einmal nur die erste Stufe des künftigen Fahrsicherheitszentrums in Betrieb genommen“, erläuterte Eichlinger. Nach Genehmigung des Bebauungsplans will BMW das Gelände von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) kaufen. Mit Ausnahme der Rennstreckenangebote, Erlebnisreisen in Südafrika und Trainings auf Schnee und Eis werden künftig sämtliche Fahrsicherheitstrainings der BMW Driving Experience in Fursty stattfinden.

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