Energiebeschaffung - heute und morgen – FFB-Stadtbaurat Kornacher stellte beim Brucker Zeitgespräch Planungskonzepte vor

Zum vorliegenden Energienutzungsplan in der Energiewende sprach Brucks Stadtbaurat Martin Kornacher (li.), neben ihm Zeitgesprächeleiter Dr. Thomas Zeilinger. Foto: Günter Schäftlein

„Wie gelingt die Energiewende hin zur regenerativen Versorgung?“ Stadtbaurat Martin Kornacher stellte im Gde-Saal der ev. Erlöserkirche die bereits 2009 von ihm und der TU München unter Federführung von Prof. Dr.-Ing. Gerhard Hausladen initiierten Überlegungen, Vergleiche, Zukunftschancen im „Energienutzungsplan“ für die Kreisstadt vor.

Prof. Gerhard Hausladen ist als Lehrstuhlinhaber für Bauklimatik und Haustechnik berufener Fachmann für alle die Wärmeverluste und Energiegewinnung betreffenden Fragen. Das Zeitgespräch unter Leitung von Dr. Thomas Zeilinger fand das Interesse zahlreicher Besucher - mit konkreten Rückfragen: U.a. auch zur Bausubstanz und -ausführung des neuen Graf-Rasso-Gymnasiums. Über den richtigen Weg - so eingangs der Referent - zu einer Bewältigung des Wärme- und Strombedarfs bis zum Jahr 2030 wird allerorts heftig gerungen. In Stadt und Landkreis diskutieren und kursieren hierzu Energiegenossenschaften und Klimasparbriefe. Und spätestens Ende 2013 soll bekanntlich die erste Windkraftanlage ans Netz der Stadtwerke FFB gehen: Letztere sind insbesondere am rentablen Ausbau und der Nutzung ihrer Fernwärme sowie einer vertretbaren Windstromerzeugung lebhaft interessiert. Die städtische Energiewende-Planung mit dem ambitionierten Klimaschutzziel einer CO2-Emissions-reduzierung auf 2,5 to pro Kopf und Jahr ist zunächst noch ein Wunschdenken, denn noch besteht keine Unabhängigkeit von bisherigen Energieträgern. Die bis 2030 erreichbare Bedarfsdeckung an Wärme und Strom durch erneuerbare Energien wie Solarthermie (Photovoltaik), KWK (Kraftwärmekopplung), Biogas, Wind/Wasser, Erdthermie/Fernwärme wird die Erwartungen nicht erfüllen können: Bei Strom nur um ca. 50 Prozent, bei Wärme um höchstens 25 Prozent. Die beiden größten Posten, um diese Situation entscheidend zu verbessern, heißen „Stromsparen“ und „Häuser energetisch umrüsten“. Letzteres wäre umso wichtiger, als die von den Stadtwerken FFB für 2009 ermittelten 548.370 Megawattstunden (MWh) an Endenergie zu 78 Prozent auf den Wärmebedarf und nur zu 22 Prozent auf den Strombedarf entfielen. Der weitaus höhere Wärme-Energiebedarf teilte sich wiederum auf mit ¾ für Wohnen und nur 1/8 für Industrie, Handel und Dienstleistung. Als Zukunftsmusik bis 2030 schwebt den Planern ein durch geeignete Einsparungsmaßnahmen und Wohnbausanierung erreichbarer Wärmebedarf zwischen 281.720 und 163.060 MHh an Nutzenergie vor, also ein deutlich geringerer Energiebedarf gegenüber 2009 (= 425.370 MWh). Der Strombedarf für 2009 (= 123.000 MWh) teilte sich in etwa hälftig zwischen dem Wohnbedarf und dem Bedarf für Industrie/Handel/ Dienstleistung auf. Für die künftige Deckung des Strombedarfs werden der Windenergie die größten Chancen auch in Bayern eingeräumt. Für die Wärmedämmung bei Neubauten und die energetische Altbautensanierung (insbesondere der Baujahre 1969-78 mit 40 Prozent Anteil) liegen für das Stadtgebiet FFB farbige Katasterpläne vor: Das Sanierungspotential ist hier am größten bei Einfamilien- und Doppelhäusern im Siedlungsbereich. Prof. Dr. Klaus Wollenberg sprach erneut die wärmetechnisch unhaltbare Situation der ungenutzten Abwärme aus der mit Dachau gemeinsam betriebenen Müllverbrennungsanlage in Geiselbullach an: „Sie wird einfach in die Luft verblasen!“ Referent Martin Kornacher mochte sich nicht festlegen, wann in Zukunft eine deckungs-gleiche Energiebeschaffung aus nachwachsenden, klimafreundlichen oder sonstigen natürlichen Energieträgern erreicht werden kann.

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