Energienutzungsplan soll aus den Analysen zum Energiebedarf, zur Energieinfrakstruktur, zu den erneuerbaren Energiepotentialen ein Konzept zur Dec ...

Die Energiezentrale West, die umweltfreundliche Energie durch Einsatz von Holzhackschnitzeln erzeugt. Foto: Dieter Metzler

Zur Optimierung des lokalen Klimaschutzes arbeiteten die Stadt und die Stadtwerke seit 2008 mit dem Lehrstuhl für Bauklima und Haustechnik von Prof. Dr. Hausladen an der TU München an der Erstellung eines Energienutzungsplans zusammen. Das Ergebnis stellten OB Sepp Kellerer, Stadtwerke-Geschäftsführer Karl Heinz Schönenborn, Stadtbaurat Martin Kornacher sowie die Klimaschutz- und Energiebeauftragte der Stadtwerke, Dr. Ulrike Strauch zusammen mit Johanne Schöner von der TU München, am 23. März der Presse vor. Der Plan soll als Grundlage für die Entwicklung eines Klimaschutzkonzeptes mit konkreten Maßnahmen zur CO2-Emissionsminderung dienen.

Die Stadt habe mit dem Beitritt zum Klima-Bündnis und zum Konvent der Bürgermeister auf EU-Ebene wichtige Impulse in Richtung Klimaschutz gesetzt, so Kellerer. „Wir müssen wissen, wo wir stehen, dann können wir uns Ziele setzen“, begründete Kellerer den Auftrag für die Erstellung des Energienutzungsplans. Alle Analysen und Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf das Stadtgebiet, erläuterte Kellerer. Die Stadt könne im Gegensatz zu den Stadtwerken relativ wenig selbst regenerative Energie erzeugen, sagte Kellerer. Stadtbaurat Kornacher meinte, man habe nun ein Planungselement zur Hand, um zu erkennen, welche Energie werde heute und welche werde zukünftig benötigt. Der Stadtbaurat erreichte zudem eine Kooperation mit der Obersten Baubehörde, die den Energienutzungsplan mit Planungsmitteln förderte. Denn das Projekt verfolgte u. a. beispielhaft einen siedlungsstrukturellen Ansatz bei der Wärmeermittlung, der auf andere Kommunen übertragbar ist. Ziel des Energienutzungsplans ist es, aus den Analysen zum Energiebedarf, zur Energieinfrastruktur und zu den erneuerbaren Energiepotentialen ein Konzept zur Deckung des Energiebedarfs zu entwickeln. Der Sektor Verkehr ist als eigene, dynamische und komplexe CO2-Emissionsquelle dabei kein Bestandteil des Energienutzungsplans, teilte Ulrike Strauch mit. Die Ergebnisse, die sich auf das Jahr 2009 beziehen, zeigen, dass das größte Potential erneuerbarer Energien bei der Solarthermie zur Wärmebedarfsdeckung und bei der Photovoltaik zur Strombedarfsdeckung liege, erläuterte Strauch. Insgesamt könne jedoch das erneuerbare Energienpotential aus dem Stadtgebiet weder heute noch zukünftig den gesamten Energiebedarf decken. Die TU-Experten empfehlen, neben dem Ausbau der Fernwärme und KWK eine Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden, um das erneuerbare Energienpotential zu erhöhen. Große Anstrengungen müssen auch bei der Gebäudesanierung vorgenommen werden. Insgesamt trägt der Wärme- gegenüber dem Strombedarf mit 78 Prozent den größeren Teil zum Gesamtenergiebedarf bei. Hier weisen das größte Sanierungspotential mit 41 Prozent der Siedlungstyp Einfamilien- und Doppelhaussiedlungen sowie mit 53 Prozent die Baualtersklasse der Wohngebäude auf, die zwischen 1969 und 1978 erbaut wurden. Ein hoher Anteil des Energiebedarfs könnte durch erneuerbare Energien, Fernwärme oder Strom aus effizienter KWK gedeckt werden, wenn der Energiebedarf vor allem durch Sanierung und ein angepasstes Nutzerverhalten gesenkt würde. Bei der Förderung von Sanierungsmaßnahmen sollte laut Expertenempfehlung darauf geachtet werden, dass in Gebieten, die für eine Fernwärmeversorgung geeignet sind, der Wärmebedarf für eine wirtschaftliche Nutzung der Fernwärme bestehen bleibt. Dagegen erfordert der Einsatz erneuerbarer Energien wie der Solarthermie oder oberflächennaher Geothermie einen geringen Energiebedarf und damit eine Sanierung insbesondere älterer Gebäude. Das Ziel einer Minderung der CO2-Emission wird zusätzlich durch den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Fernwärme- und Stromerzeugung aus KWK erreicht. Bis zum Jahresende soll nun ein konkretes Klimaschutzkonzept ausgearbeitet und dem Stadtrat vorgelegt werden.

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