IHK Gremium Dachau-Fürstenfeldbruck beschäftigte sich mit "Aktuelles aus der Energiepolitik"

Stromkosten für deutsche Industrie mehr als doppelt so hoch wie in den USA

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Betriebsleiter Dr. Sven Boomgaarden führte mit den IHK-Gremiumsmitgliedern aus DAH/FFB eine Betri8ebsbesichtigung des weltbekannten Unternehmens durch.

Fürstenfeldbruck – Die Energiewende bedrohe die regionale Wirtschaft, die EEG-Umlage gefährde 21.000 Arbeitsplätze in Oberbayern. Diesen Standpunkt vertritt die Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern. Deshalb müssten die Industrierabatte bleiben, forderte Carmen Cretnik, Beraterin Energie, Innovation, Umwelt und IT von der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim bei ihrem Vortrag „Aktuelles aus der Energiepolitik“ bei der Sitzung des IHK-Gremiums Dachau-Fürstenfeldbruck, die am 11. März in den Räumen der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG stattfand.

Die bayerische Wirtschaft stehe hinter der Energiewende, so die IHK-Energieberaterin, allerdings müssten effektive Maßnahmen zur Kostendämpfung her. Der Anstieg der Energiepreise stelle das größte Risiko für die Konjunktur dar. Besonders der Mittelstand ist von der Energiewende betroffen. Zwei von drei Unternehmen fordern bessere Koordination der politischen Ziele und Maßnahmen. Jeder vierte Industriebetrieb erwägt bereits schon eine Verlagerung der Produktion ins Ausland. Die Stromkosten für die Industrie in Deutschland seien mehr als doppelt so hoch wie z. B. in den USA, so Cretnik. Allein das würde schon eine vollständige Entlastung von der EEG-Umlage rechtfertigen. 

Die IHK steht hinter einer Fortführung der Entlastung der stromintensiven Betriebe, um deren internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die Erneuerbaren Energien brauchen einen völlig veränderten Markt, damit die Kosten nicht weiter aus dem Ruder laufen. Als ein Schlüsselelement der Energiewende fordert die IHK den weiteren Netzausbau sowie die Bereitstellung von Gaskraftwerken. Die staatlichen Energie- und Strompreisbestandteile müssen auf den Prüfstand, so Cretnik. Ermäßigte Umlagen und Abgaben auf den Energiebezug von Industrie und produzierendes Gewerbe seien unverzichtbar. „Die Energieeffizienzziele müssen realistisch gehalten werden“, sagte Cretnik. „Anreize statt Vorschriften, sowie eine bessere Koordinierung in Deutschland und Europa.“

 Die vom Bundesminister für Wirtschaft und Energie Sigmar Gabriel angestrebte EEG-Reform sei enttäuschend. Die IHK bietet den Unternehmen, insbesondere dem Mittelstand, Energieberatungen an. Nach der Begrüßung durch den IHK-Gremiumsvorsitzenden Michael Steinbauer stellten eingangs Coca-Cola-Betriebsleiter Dr. Sven Boomgaarden und Personalleiter Norbert Heining das weltbekannte Unternehmen vor und führten mit den Gremiumsmitgliedern eine Betriebsbesichtigung durch. Bevor Gremiumsvorsitzender Michael Steinbauer die Sitzung beendete, gab Dr. Tina Emslander von der IHK München einen kurzen Überblick über die konjunkturelle Entwicklung für die Region München.

 Auffallend war hierbei, dass sich an der Reihenfolge der Risikobewertungen für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen im Vergleich zum Herbst des vergangenen Jahres wenig verändert hat. Nach wie vor wird von den Unternehmen für die kommenden zwölf Monate an erster Stelle das Risiko einer Abkühlung der Inlandsnachfrage genannt, an zweiter Stelle die Energie- und Rohstoffpreise und an dritter Stelle die wirtschaftspolitischen Hemmnisse. Danach folgt der Fachkräftemangel. Trotz sinkender Arbeitslosigkeit wird es für die Unternehmen immer schwerer, geeignetes Personal zu finden. Zunehmend machen auch mittlere und kleinere Unternehmen von der Möglichkeit Gebrauch, ausländische Fachkräfte anzuwerben. Einen gegensätzlichen Trend zeigt die Ausbildungssituation in den Landkreisen Dachau/FFB gegenüber Oberbayern auf. Während in Oberbayern die Zahl der Auszubildenden leicht rückläufig war, stieg die Anzahl an Ausbildungsverträgen im Landkreis FFB um 2,3 Prozent und im Landkreis Dachau um 1,2 Prozent.

Dieter Metzler

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