Parkähnlicher Charakter für Waldfriedhof in Fürstenfeldbruck

Vom Wald- zum Parkfriedhof

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Aufgrund des starken Borkenkäferbefalls mussten letztes Jahr auf dem Gelände des Waldfriedhofs mehr als 650 Bäume gefällt werden.

Die Neugestaltung des Waldfriedhofs geht weit über die reinen Wiederaufforstungsmaßnahmen hinaus. Ein Gesamtkonzept soll sowohl dem Klimawandel, als auch gesellschaftlichen Veränderungen und den daraus resultierenden Erfordernissen Rechnung tragen. Ein entsprechender Entwicklungsplan wurde vom Fachausschuss einstimmig beschlossen.

Aufgrund des starken Borkenkäferbefalls mussten letztes Jahr etwa 650 Bäume, das entspricht ungefähr 40 Prozent des Baumbestandes, auf dem Brucker Waldfriedhof gefällt werden. Doch bei reinen Aufforstungsmaßnahmen wird es nicht bleiben, denn die Friedhofsverwaltung sieht noch weitere Problemstellen.

Klimaresistente Baumarten, Blühwiesen und Sträucher

Zum einen gilt es den Klimawandel zu berücksichtigen. So sollen weitestgehend klimaresistente Baumarten gepflanzt werden und der Baumbestand insgesamt nicht mehr so dicht wie zuvor, sondern eher parkähnlich gestaltet werden. Hinzu kommen Sträucher, Blühwiesen und Magerrasenflächen. Diese naturnahe Flächengestaltung bietet nicht nur Tieren wie Brutvögeln, Fledermäusen und Insekten wertvollen Lebensraum, sondern verringert auch den Pflegeaufwand und somit die Kosten für den Unterhalt des Friedhofes. Zum anderen möchte man eine möglichst barrierefreie Nutzung ermöglichen. So sollen im Zuge der Sanierung einiger asphaltierter Wege auch Teilbereiche der momentan noch gekiesten Wege befestigt werden, um auch Personen mit Rollator oder Rollstuhl einen ungehinderten Zugang zu den einzelnen Grabfeldern zu gewährleisten. Aber auch der gesellschaftliche Wandel spiegelt sich im Konzept von Landschaftsarchitektin Kathrin Zifreund, der zuständigen Sachbearbeiterin im Rathaus, wider. 

Zahl der klassischen Gräber ist zurückgegangen

So ist die Zahl der klassischen Gräber in den letzten fünf Jahren um 15 Prozent zurückgegangen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für andere Bestattungsformen. Bereits seit 2011 gibt es in Bruck mehr Feuer- als Erdbestattungen. Ebenso ist eine steigende Nachfrage nach Baumgräbern oder anonymen Gemeinschaftsgräbern zu verzeichnen – mit der Folge, dass der Platzbedarf auf dem Friedhof immer weiter abnimmt. Ebenso sollen Grabbereiche für Angehörige anderer Religionen geschaffen werden. Vor allem Mitbürger muslimischen Glaubens, deren Bestattungsritus eine Ausrichtung der Gräber Richtung Mekka verlangt, haben einen hohen Bedarf, da auf den muslimischen Friedhöfen in München und Dachau nur noch die ortsansässigen Einwohner beigesetzt werden dürfen. Auch jüdische Gräber haben in unseren Breiten eine südöstliche Ausrichtung – in diesem Fall Richtung Jerusalem. Zudem dürfen Juden mit nicht-jüdischen Ehepartnern auf rein jüdischen Friedhöfen nicht gemeinsam beerdigt werden. 

Für beide Religionsgemeinschaften soll ein Gräberfeld im nordöstlichen Teil des Friedhofs entstehen. In die weiteren Planungen werden neben örtlichen Gärtnereien auch Vertreter aller Religionsgemeinschaften mit einbezogen. 

Kosten für Umgestaltung 

Die Kosten für diesen geplanten Maßnahmen belaufen sich auf etwa 480.000 Euro. Mit der Wiederaufforstung soll noch in diesem Jahr begonnen werden. 

Peter Fischer

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