Kämpferische Klosterfrau hat eine Stiftung gegründet und steht Opfern von Erbschleichern bei – Zu Gast bei der Frauenunion

Sr. Bernadette im Vortrag:  Stalking, Psychoterror und Morddrohungen gehören zum Repertoire der Erbschleicher

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Gabriele Off-Nesselhauf, Kreisvors. der  Frauenunion FFB, l. und die kämpferische Klosterfrau Sr. Bernadette Brommer bei der Lesung aus ihrem Buch.

Fürstenfeldbruck - Wehrlos – Willenlos - Abgezockt: Mit diesen drei Worten hat Schwester Bernadette Brommer ihr Buch betitelt, das sie aufgrund eigener schockierender Erlebnisse mit Erbschleicherei im nahen Freundeskreis, geschrieben hat. Zu Gast bei der Kreis Frauen Union Fürstenfeldbruck sprach die couragierte Ordensfrau über ihre persönlichen Erfahrungen, wie auch der ihrer Klienten.

 Jedes Jahr werden in der Bundesrepublik ca. 200Mrd. Euro vererbt. Die letztwillige Verfügung ist bei jedem 10. Fall Ursache für Streitigkeiten um den Nachlass. Erbschleicherei ist nicht selten und betrifft sehr viele Menschen. „Kann ich mich dagegen wehren, was raten Sie mir?“ – diese Fragen bekommt Schwester Bernadette täglich mehrmals gestellt. Gerade seit ihrem Auftritt bei „Menschen bei Maischberger“ kann sie sich vor Beratungssuchenden kaum mehr retten. „Es öffnen sich menschliche Abgründe und Szenarien, die Stoff für viele spannende Krimis ergeben würde“ so die Schwester. 

Sie erzählt schier unglaubliche Begebenheiten, in denen Angehörige von zu Betreuenden mit Stalking und Psychoterror zu kämpfen haben. Sogar Morddrohungen gehören zum Repertoire der Erbschleicher, wenn sich Betroffene gegen deren Machenschaften zur Wehr setzen wollen. Gerade ältere Menschen werden von den Erbschleichern in eine Isolation gedrängt, ohne es zuerst zu bemerken. Offenbart sich dann die Absicht des vermeintlich guten Menschen, ist es meist zu spät und das Erbe bereits in deren Hand. Erbschleicher handeln skrupellos und ihre Taten sind leider oft nicht nachzuweisen. So ist es kein Wunder, dass bei einer Zahl von 1.5 Mio. zu Betreuenden, denen eine Zahl von 10 000 Betreuern gegenüber steht, gesetzeswidrigem Handeln meist nicht rechtzeitig Einhalt geboten werden kann. Die Dunkelziffer von Betroffenen ist hoch.

Das Ziel der kämpferischen Schwester ist es, Menschen über kriminelle Machenschaften, sowie das gesetzeswidrige Handeln unseriöser Betreuer aufzuklären und kompetent zu beraten. Zu diesem Zweck hat sie zusammen mit Regisseur Maximilian Krückl und dem Münchner Rechtsanwalt, Dr. Andreas Geipel, eine Stiftung gegründet, die Hilfesuchenden zur Seite steht. Selbst oft hilflos der Not der Betroffenen gegenüberstehend, versucht die Stiftung durch Veranstaltungen und Aktionen präventiv zu wirken. Schwester Bernadette betont auch immer wieder in ihrem Vortrag die Notwendigkeit mit rechtswirksamen Dokumenten wie Testament, Betreuungsvollmacht und Patientenverfügung frühzeitig vorzusorgen. Dazu kam ein wichtiger Hinweis der Kreisrätin Uta Lucht, dass der Landkreis eine kostenlose „Betreuungsmappe“ für Interessierte bereithält.

Als Resümee dieses Abends fasste die Kreisvorsitzende und Bezirksrätin, Gaby Off-Nesselhauf, die Empfehlungen der engagierten Ordensschwester zusammen: „Wachsam sein, auf Wesens- und Lebensveränderungen bei Angehörigen achten! Reden Sie in der Familie offen miteinander - auch über ein mögliches Erben, bzw. Vererben und vergessen Sie nicht sich über eine Betreuungsvollmacht abzusichern! So haben Erbschleicher keine Chance!“

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