Im Zuge der Umgestaltung Wohnanlage Adenauerstraße

Erhöhter Urangehalt im Boden der Planie festgestellt - Gutachten angefordert

PantherMedia B376986208
+
Erhöhte Werte in der Puchheimer Planie wurden festgestellt, akuter Handlungsbedarf herrscht nicht, es wird jedoch ein Gutachten erstellt.

Puchheim - Bei einem Bauvorhaben zur Sanierung und Umgestaltung der Wohnanlage Adenauerstraße/ Heusstraße in Puchheim ist im Rahmen von Bodenuntersuchungen ein erhöhter Urangehalt aufgefallen.

Bei dem belasteten Material geht es um den Boden unterhalb gegebenenfalls neu aufgebrachter Schichten wie Rasen oder Sand. Nach Ansicht der beteiligten Fachbehörden besteht derzeit kein akuter Handlungsbedarf.

Überschreitung für Altlasten nachwiesen

Die Grundstückseigentümerin der Wohnanlage beauftragte aufgrund der bekannten Historie der Fläche eine Untersuchung des Aushubmaterials auf Schadstoffe. Dabei wurde der erhöhte Urangehalt gefunden. Daraufhin hat die Grundstückseigentümerin ein Ingenieurbüro mit einer radiologischen Bewertung beauftragt. Dieses kommt in einem Gutachten zu dem Schluss, dass am Probenmaterial eine Überschreitung des Prüfwertes für radioaktive Altlasten in Höhe von 0,2 Bq/g nachgewiesen werden konnte.

Weitere detaillierte Untersuchungen

Die Überschreitung des Prüfwertes erfordert weitere detaillierte Untersuchungen zur Klärung der Frage, ob eine radioaktive Altlast vorliegt oder nicht. Dafür ist ein radiologisches Gutachten zur Ermittlung der Exposition der Bevölkerung zu erstellen. Eine radioaktive Altlast liegt dann vor, wenn die Expositionsdosis für die Bevölkerung im Kalenderjahr den Wert von einem Millisievert (das ist die Maßeinheit, die die radioaktive Wirkung auf Lebewesen beschreibt) überschreitet.

Alle benachrichtigt

Die Grundstückseigentümerin zeigte den Sachverhalt dem LfU an und brachte ihn gleichzeitig dem Landratsamt Fürstenfeldbruck sowie der Stadt Puchheim zur Kenntnis. Das LfU als zuständige Strahlenschutzbehörde hat die weitere Prüfung übernommen. Das Landratsamt Fürstenfeldbruck hat auf die in direkter Nachbarschaft zur Baustelle gelegenen Kinderkrippe hingewiesen.

Radiologisches Gutachten angefordert

Das LfU forderte nach einer ersten Überprüfung der Angelegenheit ein radiologisches Gutachten von der Eigentümerin ein. Das Gutachten befindet sich in Arbeit.

Grundwasser wird untersucht

Das Landratsamt Fürstenfeldbruck beauftragte in Abstimmung mit dem LfU das Wasserwirtschaftsamt München im Rahmen der Amtshilfe mit einer Untersuchung des Grundwassers auf Uran im Abstrom der Altlastenfläche. Das WWA teilte mit, es werde kurzfristig ausgewählte Messstellen beproben und zur Analyse an das LfU weiterleiten.

Proben unterschreiten Prüfwert

Aufgrund der Bodenerkenntnisse wurde umgehend das Gesundheitsamt als Fachbehörde für den chem.-biologischen Wirkungspfad „Boden-Mensch“ um Stellungnahme gebeten. Das daraufhin vom Gesundheitsamt unverzüglich beteiligte Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) kommt zu folgender vorläufiger Einschätzung (es betrachtet dabei nur die Auswirkungen auf den Menschen durch orale Aufnahme und Inhalation, nicht aber die Auswirkungen einer gegebenenfalls vorliegenden Strahlung):

Die vorliegenden Prüfwerte liegen für Kinderspielflächen bei 80 mg Uran/kg Boden und für Wohngebiete und Park- und Freizeitanlagen bei 160 mg/kg bzw. 400 mg/kg. Die dem LGL mitgeteilten Urangehalte der punktuell entnommenen Bodenmischproben unterschreiten den Prüfwert von 80 mg/kg für das Szenario Kinderspielflächen.

Weitere Bodenuntersuchungen folgen

Zum weiteren Vorgehen: Aus Sicht des LGLs sind, um zu klären, ob eine relevante Uranbelastung für den Pfad Boden – Mensch vorliegt, auf dem Spielplatz der Kinderkrippe sowie auf allen Spielflächen innerhalb der Wohnanlage weitere Bodenuntersuchungen durchzuführen. Bis zum Vorliegen dieser Untersuchungsergebnisse sollten als Vorsichtmaßnahme – insbesondere auf der Freifläche der Kinderkrippe – Buddelaktivitäten von Kindern generell vermieden werden.

Garten der Kinderkrippe vorerst gesperrt

Die Kinderkrippenleitung wurde durch die Eigentümerin über das Vorliegen einer Belastung informiert. Es wurde als Vorsichtsmaßnahme eine Sperrung des Gartens vereinbart.

Einige Ergebnisse stehen noch aus

Es stehen die Ergebnisse der oben genannten Untersuchungen noch aus. Alle Fachstellen und Spezialisten arbeiten an der Klärung der offenen Fragen und gegebenenfalls bestehendem weiteren Handlungsbedarf.

red

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

+++ Corona-Ticker +++ 1.252   Fälle - derzeit 112 Personen infiziert
+++ Corona-Ticker +++ 1.252   Fälle - derzeit 112 Personen infiziert
Geschäftsführer von Krailling Oils Germering bezieht Stellung zu Vorwürfen von Anwohnern
Geschäftsführer von Krailling Oils Germering bezieht Stellung zu Vorwürfen von Anwohnern
Strapaziös und gefährlich - Reisen mit der Postkutsche - Ausstellung im Stadtmuseum Bruck
Strapaziös und gefährlich - Reisen mit der Postkutsche - Ausstellung im Stadtmuseum Bruck

Kommentare