Vom Aktionsbündnis geforderte Erhöhung des Mittelbahnsteiges ist doch möglich

Buchenau wird barrierefrei

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Nach dem Umbau per Aufzug erreichbar und auf S-Bahn Niveau erhöht: Der Mittelbahnsteig am Bahnhof Buchenau.

Fürstenfeldbruck – Der Stadtrat unterstützt auf seiner letzten Sitzung 2016 die Forderungen des Aktionsbündnisses mit großer Mehrheit und beauftragt die Bahn, ihre Pläne zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Buchenau noch einmal zu überarbeiten.

Die Zeit drängt. Sollten die bisherigen Planungen für den barrierefreien Umbau des S-Bahnhofs Buchenau noch überarbeitet werden, bleibt nicht mehr viel Zeit. Das machten die beiden vom derzeitigen Bürgermeister Erich Raff (CSU) eingeladenen Vertreter der Bahn gleich zu Beginn der Stadtratssitzung deutlich. Soll es beim Baubeginn im ersten Quartal 2019 bleiben, müssen die fertigen Pläne von der Bahn bis spätestens März 2017 eingereicht werden. Ansonsten läuft man Gefahr, aus dem staatlichen Förderprogramm zu fliegen und eine Verzögerung der Baumaßnahmen von zehn bis 15 Jahren zu riskieren. Zentrales Thema des von Alexa Zierl (Grüne) eingebrachten Änderungsantrages war die Anhebung sämtlicher Bahnsteige, also auch des Mittelbahnsteiges, auf 96 Zentimeter Höhe. Dieser sollte ursprünglich bei 76 Zentimetern belassen werden. Ausschlaggebend hierfür ist die Vorgabe der bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), dass Regionalzüge, die einen 20 Zentimeter tieferen Einstieg als S-Bahnen haben, im Bedarfsbeziehungsweise Störungsfall in der Buchenau halten können.

Dagegen setzte sich das Aktionsbündnis „Bahnhof Buchenau barrierefrei“ ein, dem Vertreter des städtischen Behindertenund Seniorenbeirats, des VdK, der Caritas sowie der BBV, Grünen und der SPD angehören. Eine etwa 20 Zentimeter hohe Stufe stellt für Gehbehinderte, aber auch ältere Menschen oder Mütter mit Kinderwagen ein enormes Hindernis dar. So sieht das auch eine breite Mehrheit des Stadtrates. Die Regionalzüge sollen nun stattdessen am Bahnhof Fürstenfeldbruck halten. Darüber hinaus fordern die Ratsmitglieder dort die Einführung eines Stundentaktes.

Die Zusatzkosten für die Erhöhung des Mittelbahnsteiges belaufen sich laut Bahnvertreter auf etwa 600.000 Euro, inklusive Planungskosten. Da nicht klar ist, ob der Freistaat Bayern als Auftraggeber bereit ist, diesen Betrag zu übernehmen, hat sich die Stadt laut Beschluss bereiterklärt, sich an den Mehrkosten gegebenenfalls zu beteiligen. Zudem folgten die Mitglieder dem Antrag, sich für den Erhalt der aktuellen Bahnsteigbreite einzusetzen. Eine Verschmälerung, wie von der Bahn für die Randbereiche vorgesehen, gefährde laut Zierl bei schnell durchfahrenden Zügen die Sicherheit der dort wartenden Fahrgäste. Vertreter des Aktionsbündnisses zeigten sich nach der Sitzung nicht nur mit dem Ergebnis zufrieden, sondern auch über die Tatsache, dass in den allermeisten Punkten über die Parteigrenzen hinweg ein breiter Konsens herrschte.

Peter Fischer

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