Wirtschaftsempfang

Smarte zukünftige Welt

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Nach dem Vortrag über „Leben und Arbeiten in der Zukunft“ überreichte OB Erich Raff (rechts) dem Referenten Prof. Dr. Wilhelm Bauer, Leiter des Fraunhofer-Instituts, Abteilung Arbeitswissenschaft und Organisation, ein kleines Präsent.

Erich Raff – Oberbürgermeister. Erstmals leuchtete den Gästen des Wirtschaftsempfangs am Dienstagabend auf der Großleinwand der Schriftzug entgegen.

Fürstenfeldbruck – Zwei Tage nach seinem Wahlsieg hatte Brucks neuer Oberbürgermeister seinen ersten offiziellen Auftritt. Stellte der Empfang für Raff im vergangenen Jahr als amtierender Bürgermeister nach der Erkrankung seines Vorgängers Klaus Pleil bereits eine Premiere dar, so begrüßte Raff diesmal die Gäste erstmals als OB. „Ich freue mich, dass ich Sie nach einer nicht ganz so einfachen Wahl heute als Oberbürgermeister begrüßen darf“, ging Raff aber nicht weiter auf die Wahl ein. „Ihre Anwesenheit zeigt Ihr Interesse an der Stadt und die Verbundenheit mit der Stadt“, meinte er weiter und freute sich über die 150 Gäste, die der Einladung der Stadt zum diesjährigen Wirtschaftsempfang im Kleinen Saal des Veranstaltungsforums gefolgt waren.

Druck hinsichtlich bezahlbarem Wohnraum und Arbeitsplatzschaffung

In seinem Grußwort sprach Raff von Bruck als einer Stadt, die inzwischen auf über 38.000 Einwohner angewachsen ist und ihren Reiz für junge Familien nicht verloren hat. Mit dem Wachstum werde aber auch der Druck auf die Stadt hinsichtlich zahlbarem Wohnraum sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen größer. Der Fliegerhorst biete hier Bruck und den angrenzenden Gemeinden eine einmalige Chance, um sich langfristig in der Metropolregion um München behaupten können. Bei einer Arbeitslosenrate von unter drei Prozent herrsche in der Stadt Vollbeschäftigung, was sich bei den Einnahmen der Einkommensteuer, die von 17, 9 Millionen Euro auf 23,1 Millionen Euro gestiegen sind, wiederspiegelt. 2016 habe es 426 neue Gewerbeanmeldungen gegeben, für weitere Gewerbeansiedlungen fehlen der Industha aber so langsam die Flächen. Der Freistaat, der im nordwestlichen Bereich der Hasenheide ein Vermessungsamt errichten will, will die restlichen Flächen selbst vermarkten.

Schwierigkeiten beim Erwerb von landwirtschaftlichen Grund

Auch der Erwerb von landwirtschaftlichen Grund sei nicht mehr so einfach, da es an Ausgleichsflächen fehle. Der Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen sei der guten Konjunktur und nicht der Ansiedlung von weiteren Betrieben geschuldet, dankte Raff den anwesenden Unternehmern für ihre Treue zur Stadt. Er bot ihnen neben dem Wirtschaftsempfang weitere Treffen über das Jahr verteilt an, entweder in einer Gaststätte oder in einem ihrer Betriebe. 

Gastreferent äußert sich zum digitalen Wandel

Der Gastreferent, Wilhelm Bauer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswissenschaft und Organisation, nahm in seinem Vortrag „A smarter World – Leben und Arbeiten in der Zukunft“ die Gäste des Wirtschaftsempfangs mit auf die Reise in die digitale Zukunft der (Arbeits)-Welt. Seiner Ansicht nach erfasst der digitale Wandel die deutsche Wirtschaft in aller Breite und führt zwangsläufig zu einer Ausweitung der Innovationstätigkeiten und zunehmender Automatisierung. „Wenn wir es wollten, könnten wir jedes Sandkorn auf der Welt mit einer Internetadresse versorgen.“

Wertschöpfung findet immer mehr in der digitalen Welt statt

In der nicht mehr allzu fernen Zukunft werde man das „Internet of Everything“ erreichen, was so viel heißt, dass „die physische Welt ans Internet angeschlossen wird“ und der Mensch immer mehr zum Dirigenten der technischen Systeme wird. „Natürlich brauchen wir nach wie vor auch die Hardware, werden wir Dinge produzieren. Doch die Wertschöpfung wird immer mehr in der digitalen Welt stattfinden.“Der Mensch und die Maschine werden nach Ansicht Bauers in der Zukunft kooperativ und kommunikativ zusammenarbeiten, die Welt und mit ihr die Arbeitswelt werden sich „massiv verändern“.

Digitale Kompetenzen sind nötig

Doch er gab den Gästen des Wirtschaftsempfangs auch eine klare Botschaft mit auf den Weg: „Wer auch weiterhin große Geschäfte machen will, braucht Kompetenzen in der digitalen Welt. Nur wenn Sie sich in dieser Welt wohlfühlen und auskennen, können Sie bestehen.“„Es wird eine super-interessante Welt“, lautete die Vorausschau von Bauer. „Aber es wird eine smartere Welt.“ Allerdings sei dies kein Grund, sich vor der Zukunft zu fürchten, meinte der Referent am Ende seiner Ausführungen.

Dieter Metzler

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