Oberbürgermeisterwahl in Bruck

Raff und Runge in der Stichwahl

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Etwa 80 Anwesende verfolgten die Auszählung im Großen Sitzungssaal des Rathauses
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Das Ergebnis: Erich Raff (CSU) und Dr. Martin Runge (Grüne/BBV) lagen vorne und müssen nun in die Stichwahl.
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Erich Raff sah der Auszählung entspannt entgegen, sein Vorsprung machte sich schnell deutlich. 
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Die BBV mit Dr. Martin Runge (blauer Pullover) beobachteten gespannt die Auszählung...
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... genau wie die CSU mit Erich Raff (rechts).
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Für etwas Stimmung unter den 80 Besuchern im Sitzungssaal sorgte Florian Weber (Die Partei) mit seinem Anhang.
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Die politischen Gegner um den OB-Sessel im Brucker Rathaus, Erich Raff (CSU) und Dr. Martin Runge (BBV/Grüne) begrüßen sich auf dem Brucker Volksfest vor dem Zirkuszelt.
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Einzigartige Atmosphäre im Zirkuszelt auf dem Volksfest: Die Auszählung wurde auf Leinwand übertragen.

Fürstenfeldbruck – Die Oberbürgermeister-Wahl in Fürstenfeldbruck geht in die Verlängerung. Am 21. Mai müssen die 27.653 wahlberechtigten Bürger der Kreisstadt erneut zur Wahlurne schreiten. 

Im ersten Wahlgang setzte sich am Sonntag zwar der amtierende Bürgermeister Erich Raff (CSU) mit deutlichem Vorsprung (43,37 Prozent) vor dem gemeinsamen Kandidaten der Brucker BBV und Grünen, dem ehemaligen Grünen-Landtagsabgeordneten und derzeitigen Gröbenzeller Vize-Bürgermeister Dr. Martin Runge (29,86 Prozent) durch, verpasste aber die absolute Mehrheit. Von den übrigen vier Kandidaten erreichte nur noch der SPD-Kandidat Philipp Heimerl (16,63 Prozent) ein zweistelliges Ergebnis. Keine Rolle spielten die weiteren drei Kandidaten Georg Stockinger von den FW (3,56 Prozent), Elisabeth Staffler von „Leben in Bruck“ (3,34 Prozent) und Florian Weber von „Die Partei“ (3,24 Prozent). 

Niedrige Wahlbeteiligung

Enttäuschend war wieder die schwache Wahlbeteiligung, die gegenüber den Wahlen im Jahre 2014 nochmals um drei Prozent auf 44,9 Prozent sank. 3.270 Bürger hatten sich für eine Briefwahl entschieden. 

Kurze Zeit durfte Raff gar auf die absolute Mehrheit hoffen, als nach knapp 20 Minuten die erste Trendmeldung auf der Großleinwand im Sitzungssaal im Brucker Rathaus erschien. Nach der Auszählung von drei von 24 Stimmbezirken führte der CSU-Politiker deutlich mit 47,32 Prozent vor Dr. Runge, der auf 28,93 Prozent kam.

Gute Stimmung dank "Die Partei"

Für etwas Stimmung unter den 80 Besuchern im Sitzungssaal sorgte allerdings nur Florian Weber mit seinem Anhang, als der Kandidat von „Die Partei“ nach 19 ausgezählten Stimmbezirken Georg Stockinger kurzfristig von Platz vier verdrängte, brannte bei einen Anhängern Jubel auf.

Stichwahl-Kandidaten mit Ergebnis zufrieden

Beide in die Stichwahl gehenden Politiker kündigten noch am Wahlabend an, die zwei Wochen zu nutzen, um letztlich als Sieger aus der Wahl hervor zugehen. Raff zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Vom Wählerpotential der CSU, SPD und BBV/Grünen her war das Ergebnis vorauszusehen, weniger von den FW und den beiden übrigen Kandidaten.“ Allerdings habe Raff ein engeres Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. Gut gelaunt zeigte sich Dr. Runge von dem Wahlergebnis. Er habe als Nicht-Brucker den Ausgang der Wahl nur schwer abschätzen können. „Mein Ziel waren 20 Prozent, alles darüber ist einfach Klasse.“ Große Enttäuschung herrschte dagegen bei dem 28-jährigen Philipp Heimerl, der für die SPD den Rathaussessel erobern wollte. Der jüngste von den sechs Kandidaten habe im Wahlkampf eigentlich einen anderen Eindruck gewonnen, so dass er auf mehr gehofft hatte.

SPD unterstützt nun Martin Runge

Raff warnte trotz des deutlichen Erfolgs im ersten Wahlgang vor allzu großer Euphorie. „Noch ist nichts entscheiden“, meinte er. Die CSU-Wähler sollten nicht den Fehler begehen und meinen, die Stichwahl sei schon entschieden. Das könne ins Auge gehen, zumal sich die unterlegenen politischen Lager schon dahingehend geäußert haben, Dr. Runge zu unterstützen. Lediglich der erneut gescheiterte und zukünftig nicht mehr zu einer OB-Wahl antretende Georg Stockinger tendiere bei seiner Wahlempfehlung zum konservativen Lager.

Stichwahlen folgen andere Regeln

Stichwahlen haben ihre eigenen Gesetze. Diese Erfahrung musste die CSU zuletzt bei den Wahlen 2014 machen, als ihr Kandidat Andreas Lohde noch mit 38,26 Prozent vor Klaus Pleil mit 29,89 Prozent in die Stichwahl ging, die dann deutlich für die Brucker Orthopädie-Schuhmacher Pleil (62,3 Prozent) gegenüber dem Gymnasiallehrer Lohde mit (37,7 Prozent) ausfiel.

Die vorgezogene OB-Wahl 2017 war notwendig geworden, nachdem Amtsinhaber Klaus Pleil (BBV) im August 2015 im Urlaub einen schweren Herzinfarkt erlitt und Ende April aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt als OB ausschied.

Dieter Metzler

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