Erinnerung an das Hochwasser von 1785 

Alter Brauch: Luzienhäuschen

+
Niklas Gellert aus der Klasse 4a der Philipp-Weiß-Grundschule hat seine Schule nachgebaut

Fürstenfeldbruck – Am 13. Dezember werden wieder selbstgebastelte Luzienhäuschen der Amper übergeben - ein alter Brauch, der auf  ein Hochwasser im Jahre 1785 zurückgeht. 

Bis die von den Schülerinnen und Schülern der beiden Grundschulen an der Philipp-Weiß-Straße und am Niederbronner Weg mit viel Liebe und großem Eifer gebastelten Luzienhäuschen am Abend des 13. Dezembers in die Amper gesetzt werden, werden sie auch heuer wieder im Foyer der Sparkasse Fürstenfeldbruck-Mitte ausgestellt.  

 

Zur Eröffnung der Ausstellung am 29. November durch die Referentin für Kultur und Brauchtum der Stadt Fürstenfeldbruck, Dr. Brigitta Klemenz, und den Geschäftsstellenleiter der Sparkasse, Werner Pfab, erschienen die stolzen „Häuslebauer“ mit ihren Lehrerinnen Ursula Edelmann und Isabel Martins. Über 100 Häuser aus Pappe, Papier und Holz wurden von den Schülerinnen und Schülern der beiden Grundschulen gebastelt. Dabei ließen die Kinder größtenteils ihrer Phantasie freien Lauf, Hauptsache bunt waren ihre Häuschen. Manche bauten aber auch ihr Schulgebäude oder ihr eigenes Haus nach. „Wir freuen uns jedes Jahr auf die Ausstellung eurer Modelle“, sagte Geschäftsstellenleiter Pfab bei der Eröffnung zu den Kindern. Die Ausstellung ziehe jedes Jahr viele Kunden an, versicherte er. Dann rief  Brucks Kulturreferentin die Entstehung des Brauchtums den Kindern nochmals in Erinnerung.  

 

Über Jahrhunderte versetzte die Amper durch Überschwemmung die Menschen immer wieder in Angst und Schrecken, erzählte Klemenz. Nach einem Hochwasser im Jahre 1785 gelobten die Bewohner Brucks, jeweils am 13. Dezember, dem Luzientag, einen Gottesdienst zu feiern. Dazu brachten sie Nachbildungen ihrer Häuser mit und setzten sie anschließend in die Amper ein. Schulrektor Georg Kachelriß ließ den Brauch nach knapp einhundert Jahren im Jahre 1949 mit den Buben der Knabenschule wieder aufleben, der 1851 eingeschlafen war. Der Brauch wird alljährlich von den Grundschulen an der Philipp-Weiß-Straße und am Niederbronner Weg nun weiter gepflegt.

So findet auch heuer das inzwischen weit über die Grenzen der Großen Kreisstadt hinaus bekannte „Luzienhäuschen-Schwimmen“ wieder am Abend des 13. Dezembers  statt. Die Feier beginnt um 18 Uhr vor der Leonhardskirche. Nach der Segnung der Häuschen und dem Anzünden der darin befindlichen Kerzen ziehen die Schülerinnen und Schüler mit ihren beleuchteten Häuschen Amper aufwärts. Die Wasserwacht Fürstenfeldbruck setzt dort die Häuschen anschließend auf den Fluss.   

Dieter Metzler                              

Auch interessant

Meistgelesen

Mit Picknickkorb zum Kloster
Mit Picknickkorb zum Kloster
Horror-Szenario als Übung
Horror-Szenario als Übung
Ballenpresse fängt Feuer
Ballenpresse fängt Feuer
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben

Kommentare