Zum siebten Mal im Gerichtsaal

Erneut wurde ein 25-Jähriger vom Gericht wegen Besitzes von Marihuana verurteilt

+
Nicht zum ersten Mal wurde ein 25-Jähriger mit Marihuana erwischt.

Sieben Mal saß ein 25-jähriger Flüchtling aus Somalia bereits im Gerichtsaal, in fünf Fällen wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln wie Marihuana. Gelernt hat er daraus wohl wenig. Im August vergangenen Jahres wurde der 25-Jährige erneut mit Gras erwischt. Da er hiermit gegen die Bewährung aus der letzten Verurteilung verstößt, sitzt er seit Anfang Januar im Gefängnis – und muss sich vor dem Brucker Amtsgericht am 6. Februar erneut erklären.

Fürstenfeldbruck/Landkreis - Der Mann in schwarzer Jacke und den gelockten, braunen Haaren blickt stur auf den Boden. Nur kurz hebt sich der Blick, als sein Verteidiger mit ihm die letzten Anweisungen durchspricht. Nachdem mit leichter Verspätung der Dolmetscher eintrifft, kann Richter Martin Ramsauer mit der Verhandlung beginnen. 

Es war der 13. August gegen Mitternacht, als eine Streife der Polizei einen merklich alkoholisierten, jungen Mann an der S-Bahnhofstation Harthaus in Germering kontrollieren will. Als der Angeklagte die beiden Polizisten bemerkt, ergreift er die Flucht und wirft zuvor noch eine kleine Aluminiumkugel ins Gebüsch. Die Beamten stoppen den Fluchtversuch des 25-Jährigen und können 0,46 Gramm Marihuana, eingewickelt in Alufolie sicherstellen. Ein Alkoholtest ergibt zudem eine Alkoholisiert von 1,06 Promille. „Warum haben sie das Marihuana genommen?“, will der Vorsitzende wissen. Woraufhin der Angeklagte erwidert, dass er an dem Tag stark betrunken gewesen sei. Grund dafür sei ein Streit mit seiner Frau, bei dem es um den gemeinsamen fünfjährigen Sohn ging. Gefrustet sei er dann in einen Laden gegangen und hätte sich gegen 22 Uhr eine Flasche Jägermeister sowie eine Cola gekauft. Gegen 23 Uhr hätte er sich dann am Münchner Hauptbahnhof für zehn Euro zusätzlich noch Gras besorgt.

Angeklagter weist langes Strafregister auf

 Nicht das erste Mal, dass sich der 25-Jährige an Betäubungsmitteln bediente, wie das Strafregister zeigt. Sieben Einträge – beginnend im Jahr 2015 – unter anderem wegen Trunkenheit im Straßenverkehr und eben jene fünf Verurteilungen wegen Besitzes von Betäubungsmitteln – die letzte vom 22. November 2017 sind dort gelistet. Seit 3. Januar sitzt der Somalier zudem im Gefängnis, nachdem er gegen zwei offene Bewährungen verstieß. „Haben Sie in ihrer früheren Heimat schon konsumiert?“, will Ramsauer wissen. „Ich habe es ausprobiert“, erwidert er. An dem betreffenden Tag hätte er aber noch nicht konsumiert. Auch hätte er seit einem Jahr kein Cannabis konsumiert. Schließlich interessierten den Richten auch die persönlichen Verhältnisse. 

Staatsanwaltschaft fordert sieben Monate Haft

Der 25-Jährige lässt über seinen Dolmetscher übersetzen, dass er Anfang 2014 nach Deutschland geflohen sei, wo er seitdem mit seiner Mutter und vier Geschwistern zusammen wohnt. Eine Arbeit besäße er nicht, jedoch hätte er nach jeweils zwei Wochen Praktika im Elektronikbereich ein Vorstellungsgespräch am 7. Januar gehabt – wenn er nicht verhaftet worden wäre. „Eine Geldstrafe kommt nicht mehr in Frage“, erklärte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer und fordert eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten – ohne Bewährung. Es sei unwahrscheinlich, dass der Angeklagte straffrei bleibe, schließlich hätte er bereits gegen zwei Bewährungen verstoßen. Das sah die Verteidigung ganz anders. Zwar sei sein Mandant einschlägig vorbestraft, jedoch zum Tatzeitpunkt nicht unerheblich alkoholisiert gewesen. „Eine Freiheitsstrafe ist nicht gerechtfertigt“, sagte er wiederum und forderte stattdessen eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen zu zehn Euro. 

So entscheidet der Richter

Und auch der Angeklagte selbst gelobte sich zu bessern: „Bitte geben Sie mir noch eine Chance, ich bessere mich und möchte nicht ins Gefängnis gehen.“ Der Vorsitzende Richter verkündete in seinem Urteil, dass die Menge an Marihuana sehr gering sei und er deshalb von einer Freiheitsstrafe absehen werde. Er verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu zehn Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtsgültig.

Hamann

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Grund- und Mittelschullehrer wehren sich gegen Maßnahmen des bayerischen Kultusministers
Grund- und Mittelschullehrer wehren sich gegen Maßnahmen des bayerischen Kultusministers
Wilde Küchenparty mit Wild im Fürstenfelder
Wilde Küchenparty mit Wild im Fürstenfelder
Mit dem Smartphone Parkticket ziehen ist ab 1. März in Bruck möglich
Mit dem Smartphone Parkticket ziehen ist ab 1. März in Bruck möglich

Kommentare