Als erste Frau - Gerda Hasselfeldt mit großer Mehrheit zur neuen Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe in Berlin gewählt

Gerda Hasselfeldt ist die erste Frau in der Geschichte der CSU-Landesgruppe, die zur Vorsitzenden gewählt wurde. Foto: Dieter Metzler

Zum ersten Mal in der Geschichte wird die CSU-Landesgruppe im Bundestag von einer Frau geführt. Auf Vorschlag von Bayerns Ministerpräsident und CSU-Parteichef Horst Seehofer wurde Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt am 14. März mit großer Mehrheit zur neuen Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe in Berlin gewählt. Durch die Wahl zur Landesgruppenchefin muss Hasselfeldt als Bundestagsvizepräsidentin zugleich ausscheiden.

Die Wahl war notwendig, nachdem Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich nach dem Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und der in diesem Zusammenhang erfolgten Kabinettsumbildung zum Bundesinnenminister ernannt wurde. Für die Wahlkreis-Abgeordnete des Wahlkreises Fürstenfeldbruck/Dachau stimmten 37 der 43 anwesenden Abgeordneten mit Ja, drei Abgeordnete votierten mit nein und drei Stimmen waren ungültig. Die CSU-Landesgruppe ist der Zusammenschluss der bayerischen Unionsabgeordneten im Bundestag. Nachdem sich für CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt ebenso keine Mehrheit abzuzeichnen schien, wie auch für die übrigen Kandidaten, dem 53-jährigen Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt, dem 35-jährigen Parlamentarischen Geschäftsführer der Landesgruppe, Stefan Müller, sowie dem Agrar-Staatssekretär Gerd Müller wurde die 60-jährige Niederbayerin von Seehofer ins Gespräch gebracht. Der CSU-Parteichef würdige Hasselfeldt als „sehr erfahrene Politikerin mit hoher Integrationskraft, die ein hohes Ansehen bei den Abgeordneten hat“. Man brauche in diesen bewegten Zeiten in Berlin eine starke Persönlichkeit, und nach seiner Überzeugung sei dies Gerda Hasselfeldt, so Seehofer. Hasselfeldt sagte, sie wolle den Kurs ihres Vorgängers Friedrich fortsetzen. Ihr gehe es nicht darum, schnell mit irgendwelchen Schlagworten zu argumentieren, sondern um eine sachliche, aber auch deutliche Argumentation. Die Eigenständigkeit der Landesgruppe auch gegenüber der Parteilinie aus Bayern werde sie großschreiben. Die aus Niederbayern stammende Diplom-Volkswirtin ist seit 1987 Mitglied des Deutschen Bundestags. Sie war im Kabinett von Bundeskanzler Helmut Kohl von 1989 bis 1991 Bundesbauministerin, danach zwei Jahre lang Gesundheitsministerin. Nach der Bundestagswahl 2002 amtierte die verheiratete Mutter von zwei Kindern bis 2005 als stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Im Jahr 2005 wurde sie zur Bundestagsvizepräsidentin gewählt. Bei ihrer Wiederwahl im Jahre 2009 erhielt sie das beste Ergebnis der insgesamt fünf Stellvertreter von Bundestagspräsident Norbert Lammert.

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