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Erste Hilfe für die Seele: Krisendienst nun rund um die Uhr erreichbar

Erste Hilfe für die Seele: Mann sitzt deprimiert in Zimmerecke
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Der Krisendienst Psychatrie ist täglich rund um die Uhr erreichbar.
  • Miriam Kohr
    vonMiriam Kohr
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Der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern steht Menschen in seelischen Notlagen mit aufsuchender Krisenhilfe künftig unter der Hotline 0800 655 3000 rund um die Uhr zur Seite.

Die mobilen Krisenteams sind ab 1. Mai im Landkreis Fürstenfeldbruck sowie in den Landkreisen Dachau, Freising, Erding, Ebersberg und Starnberg erstmals zu jeder Tages- und Nachtzeit verfügbar. Monika Fußeder, Fachdienstleitung im Sozialpsychiatrischen Dienst Fürstenfeldbruck, nannte den Krisendienst einen „Türöffner“ für Menschen in seelischen Notlagen.

Mobile Teams in einer Stunde beim Anrufer

Die mobilen Einsatzkräfte des Krisendienstes unterstützen Menschen in akuten psychischen Notlagen. Dies kann beispielsweise bei einer Suizidgefährdung oder schweren Psychose der Fall sein. Die Krisenteams sind immer zu zweit im Einsatz. Sie besuchen die Personen bei Bedarf zuhause und sind meist binnen einer Stunde vor Ort. Sie deeskalieren und vermitteln persönliche Beratungstermine bei den regionalen Sozialpsychiatrischen Diensten sowie ambulante und stationäre psychiatrische Behandlungsangebote. Angefordert werden die Einsatzkräfte durch die Leitstelle, bei der die Anrufe von Menschen in Krisen zentral eingehen. Sie koordiniert auch Vermittlung in weiterführende Hilfeangebote.

Der mobile Rund-um-die-Uhr-Service des Krisendienstes startet zum 1. Mai im Landkreis Fürstenfeldbruck und den weiteren genannten Landkreisen im Münchner Umland. In Stadt und Landkreis München sind die Krisenhelfer bereits 24/7 im Einsatz ebenso wie in dem Großraum Ingolstadt (Region 10) sowie Stadt und Landkreis Rosenheim.

Krisen machen keinen Feierabend

„Das sind hervorragende Nachrichten,“ sagte Bezirkstagspräsident Josef Mederer. „Krisen können zu jeder Tages- und Nachtzeit, an Wochenenden und Feiertagen auftreten. Sie richten sich nicht nach Öffnungszeiten von Arztpraxen und Beratungsdiensten.“ Deshalb sei es „enorm wichtig, dass Einsatzteams rund um die Uhr in Rufbereitschaft sind, um im Bedarfsfall schnellstmöglich persönliche, aufsuchende Hilfe anzubieten“. Mederer erklärte weiter: „Die aufsuchende Krisenhilfe ist für Menschen in Not eine großartige Unterstützung. Gerade in so schwierigen Zeiten, wie wir sie aktuell erleben, ist das wichtiger denn je.“

Niederschwelliges Angebot

Monika Fußeder, Fachdienstleitung im Sozialpsychiatrischen Dienst Fürstenfeldbruck (Caritasverband München Freising) für den Krisendienst, erklärte zum Start 24/7: „Endlich gibt es die adäquate Versorgung für unsere Klientel rund um die Uhr. Eine Versorgungslücke wird geschlossen. Durch den Krisendienst Psychiatrie gibt es nun kompetente Ansprechpartner für 24 Stunden. Ich sehe den Krisendienst als Chance niederschwellig auch mit Menschen in Kontakt zu kommen, welche bisher keine Verbindung zur gemeindepsychiatrischen Versorgung hatten. Er ist also einen Türöffner. Der Kontakt durch ein nichtärztliches Team wird Hemmschwellen abbauen.“ Fußeder appellierte an alle Menschen in psychischen Krisen und Notsituationen: „Trauen Sie sich – rufen Sie an…und zwar zu jeder Uhrzeit!“

Auch die Ärztliche Leiterin der Leitstelle, Dr. Petra Brandmeier, begrüßt die 24/7-Rufbereitschaft der Krisenteams. „Wir können jetzt endlich auch nachts bei entsprechender Indikation persönliche Kriseninterventionen vermitteln. Damit gelingt es uns, individuell auf die jeweilige Krisensituation zu reagieren“, sagte Brandmeier. „Wir können so unserem Auftrag, im Bedarfsfall zeitnahe, schnelle psychosoziale und psychiatrische Hilfen anzubieten, noch deutlich besser gerecht werden.“

Einsatz 2020

2020 hatte die Leitstelle des Krisendienstes Psychiatrie Oberbayern rund 30.000 Telefonkontakte mit Menschen in seelischen Krisen. Die Einsatzteams führten zirka 1.900 mobile Kriseninterventionen durch. 
red

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