Erste Hürde genommen

Die beiden Friseurinnen, Kerstin Wainald aus Türkenfeld und Nathalie Schmid aus Grafrath wurden mit dem „Anton-Hoch-Gedächtnispreis 2012“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung nahmen der Landtagsabgeordnete Dr. Thomas Goppel sowie Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer vor. Foto: Dieter Metzler

37 Auszubildende aus dem Brucker Landeskreis erhielten in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste aus Politik, Schule und Wirtschaft am 11. September bei der Freisprechungsfeier im Graf-Rasso-Gymnasium ihren Gesellenbrief aus den Händen von Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer überreicht. Zugleich wurden die Innungsbesten ausgezeichnet, und der „Anton-Hoch-Gedächtnispreis“ ver-geben. Die Musikgruppe „Handgemacht“ begleitete erneut die Feier musikalisch.

Der Brucker Kreishandwerksmeister zeigte sich enttäuscht über die vielen leeren Stuhlreihen in der Aula. Offenbar zogen viele Familienangehörige der Handwerksjugend das fast zeitgleich übertragene Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Österreich vor. „Hier schaut es aus wie in der Allianzarena, wenn die Löwen spielen“, zog dann auch Festredner Andreas Wenzel, Stadionsprecher der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, einen Vergleich. Der hauptberuflich beim Münchner Radiosender Charivari als Moderator tätige Wenzel, den die Kreishandwerkerschaft bereits zum zweiten mal als Festredner verpflichtete, verknüpfte auch diesmal wieder in seinem kurzweiligen humorigen Vortrag die Fußballwelt mit der Berufswelt, wobei er immer wieder verblüffende Parallelen herausstellte. Nur wenn man auch etwas riskiert, dann stelle sich der Erfolg ein, so Wenzel. Das sei im Fußball so, als auch im Beruf. „Wenn man die erste Hürde erfolgreich genommen hat, dann liegt es an euch, ob ihr zukünftig in der Landesliga spielt oder in der Bundesliga“, gab er den Gesellen mit auf den Weg. Der Fußball lebt wie der Beruf vom Spannungsfeld zwischen Individualität und Teamgeist. Doch sollte man sich auch solidarisch verhalten und gegenseitig helfen, um am Ende einen gemeinsamen Erfolg einzufahren. „Die Ausbildungszeit ist jetzt für Sie zu Ende, nicht aber die Zeit des Lernens, wie wir alle wissen“, erinnerte Landrat Karmasin zuvor die Gesellen bei seinem Grußwort an eine alte Lebensweisheit. Zugleich gab er bekannt, dass der Landkreis eine Azubi-Akademie gründen werde. „Die Ausbildung aller Betriebe im Landkreis liegt uns sehr am Herzen“, so Karmasin. „Bleiben Sie am Ball“, riet Brucks zweiter Bürgermeister Johann Schilling den Gesellen, sich jetzt nicht zurückzulehnen und nachzulassen. „Ab in die Freiheit! Was heißt das eigentlich?“, richtete die Leiterin der staatlichen Berufsschule, Andrea Reuß, die Frage an die Gesellen. Die Gebundenheit an Schule und Ausbildungsbetrieb falle zwar weg, so Reuß, aber eine völlige Losgelöstheit sei nicht zugleich die große Freiheit. Ein Boot, das den Fluss herunter treibe, sei nur scheinbar frei, denn eigentlich sei es ein Spielball der Wellen. Erst wenn man das Boot als Kapitän in die Hand nehme, dann sei man frei. „Das wünsche ich Ihnen auf Ihrem weiteren Weg“, so Reuß. Dem OECD-Bildungsbericht, wo Deutschland im Konzert der Völker wieder ganz hinten an stehe, könne er nicht zustimmen, sagte Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Goppel. Er sei hier völlig anderer Meinung und rief den Gesellen zu: „Ich beglückwünsche uns, dass es Sie gibt.“ „Der Mensch beginnt nicht beim Abi, sondern da, wo er bereit ist, etwas zu leisten“, meinte Stadtpfarrer Albert Bauernfeind und wünschte den Gesellen die Kraft, dass sie weiterhin gute Arbeit abliefern, denn gute Arbeitsergebnisse seien die beste Empfehlung. Insgesamt beendeten 37 Auszubildende ihre Lehrzeit und wurden von Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer freigesprochen. Die Verteilung der Gesellenbriefe nahmen anschließend die Obermeister der jeweiligen Innungen vor. Die Schreiner-Innung stellte mit elf Auszubildenden das Gros an neuen Gesellen, dicht gefolgt von der Maler- und Lackierer-Innung mit zehn Gesellen. Bei der Friseur-Innung beendeten sieben Auszubildende erfolgreich ihre Lehrzeit, und bei der Bäcker-Innung sechs Auszubildende. Bei der Bau-Innung beendeten zwei Lehrlinge ihre Ausbildung und bei der Metzger-Innung ein Auszubildender. Die Innungssieger 2012: Bäcker-Innung: Matthias Becker (Olching) von der Bäckerei Thomas Bömmel aus Neu-Esting; Bau-Innung: Illya Lytvynenko (Maisach) von der Firma DHP-Bau GmbH aus Gröbenzell; Friseur-Innung: Kerstin Wainald (Türkenfeld) vom Friseursalon Meyer & Wieser aus Eichenau; Maler-Innung: Lisa Müller (Landsberied) vom Malerbetrieb Leierer aus Landsberied; Metzger-Innung: Benedikt Schellmann (Luttenwang) von der Metzgerei Engelbert Jais aus Luttenwang; Schreiner-Innung: Moritz Horvath (Eichenau) von der Firma Boxx Holztechnik aus Fürstenfeldbruck. Die Friseurinnen Nathalie Schmid aus Grafrath und Kerstin Wainald aus Türkenfeld wurden dieses Jahr mit dem Anton-Hoch-Gedächtnis-Preis ausgezeichnet.

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