Erste Klimaschutzkonferenz im Landkreis Fürstenfeldbruck – Veranstaltung mit Experten

Expertenkommission steht Rede und Antwort. Eingeladen hatte Landrat Thomas Karmasin. Foto: Dieter Metzler

Fukushima, Atomausstieg, Energiewende, alternative Energie - das sind die Schlagzeilen in diesem Jahr. Die Energiewende hat sich der Landkreis Fürstenfeldbruck allerdings bereits lange vor dem nuklearen Desaster in Fukushima auf seine Fahnen geschrieben. „Wir waren die Ersten, sind zwar nicht mehr die Schnellsten, wollen aber die Besten werden“, erinnerte Landrat Thomas Karmasin bei der Begrüßung zur ersten Klimaschutzkonferenz für den Landkreis an die Gründung des Vereins „Zentrum Innovative Energien“ - ZIEL 21 - vor zehn Jahren. Zweck des Vereins ist das Erreichen der Energiewende zu den erneuerbaren Energien bis zum Jahre 2030 mit dem Ziel des Klimaschutzes im Landkreis.

Die Auftaktveranstaltung, zu der der Landrat alle Bürgermeister, politischen Vertreter, Experten, Unternehmen, sowie Bürgerinnen und Bürger am 25. November in den großen Sitzungssaal des Landratsamtes eingeladen hatte, stieß auf ein reges Interesse. Angesichts des einsetzenden Klimawandels und der zunehmenden Versorgungsproblematik insbesondere bei den fossilen Energieträgern wird die Ausgestaltung einer sicheren, nachhaltigen, umweltverträglichen und finanzierbaren Energieversorgung zu einer zentralen Zukunftsaufgabe. „Es wird uns die nächsten Jahrzehnte mit zunehmender Brisanz begleiten und grundlegende Auswirkungen auf unseren Lebensstil und das wirtschaftliche Handeln haben“, sagte Karmasin. Ob Windkraft, Biomasse, Photovoltaik oder Einsparung und wie viel von diesen Potentialen mit welchen Projekten realisiert werden können, diese Frage stand im Raum bei der ersten Klimaschutzkonferenz für den Landkreis Fürstenfeldbruck. Ziel der regionalen Klimaschutzkonferenz ist die Erarbeitung eines interkommunalen Konzeptes für erneuerbare Energien, Energieeinsparungen, Standorte für Windkraftanlagen, Mobilität und Siedungsentwicklung. Die erste öffentliche Klimaschutzkonferenz stand ganz im Zeichen einer umfassenden Darstellung über den aktuellen Sachstand und wie vorgegangen werden soll, um ein Klimaschutzkonzept zu erarbeiten. So informierte der Geschäftsführer der Brucker Stadtwerke, Karl Heinz Schönenborn über die Energie-Zukunftspläne seines Unternehmens. Der zweite Vorsitzende von ZIEL 21, Hans Aigner, berichtete über die Energiewende im Landkreis und wie ein Energiemix aussehen könnte. Die vom Landkreis beauftragten Büros stellten zunächst einmal ihre geplanten Vorgehensweisen vor. Alexander Buschmann von der Münchner Firma Team für Technik gab eine Potentialanalyse zur Minderung der CO2-Emissionen ab, Harald Zwander vom gleichen Unternehmen zeigte die Vorranggebiete für eine Windenergienutzung im Landkreis auf, und Prof. Dr. Ing. Gebhard Wulfhorst stellte die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung auf Landkreisebene seit 1990 vor. „Der Erfolg dieser Konferenz und der im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes zu entwickelnden Maßnahmen wird auch maßgeblich von der aktiven Mitwirkung von uns allen abhängen“, sagte Karmasin abschließend. Doch alle regionalen Anstrengungen sind freilich nutzlos, wenn die beiden weltweit größten CO2-Produzenten, USA und China, scheinbar den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt haben. Sie blockieren den Welt-Klima-Gipfel, der derzeit im fernen südafrikanischen Durban stattfindet, wo 194 Staaten um ein weiteres weltweites Klima-Abkommen ringen. Dabei ist die Lage ernst und die Zeit drängt. Längst hinterlässt der Klimawandel Spuren der Zerstörung auf der ganzen Welt.

Meistgelesen

Menschenkette gegen Fremdenhass
Menschenkette gegen Fremdenhass
Linienbus in Vollbrand
Linienbus in Vollbrand
Pre-Opening im Skyline Park: Dieses Wochenende!
Pre-Opening im Skyline Park: Dieses Wochenende!
Schüler präsentieren ihre Projekte
Schüler präsentieren ihre Projekte

Kommentare