Hohe Wahlbeteiligung im Landkreis

Grüne triumphieren, CSU mit leichtem Zuwachs, SPD im Tiefflug

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Die Auszubildenden des Landratsamtes hatten eine Ausstellung zur Europa-Wahl vorbereitet, die auch am Wahlabend im Foyer des Landratsamtes informierte.

Rund 155.000 Bürger aus dem Landkreis waren am Sonntag aufgerufen, sich an der Wahl zum Europäischen Parlament zu beteiligen. 67,4 Prozent der Wahlberechtigten machte von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Alle fünf Jahre werden seit 1979 rund 400 Millionen Europäer aus den 28 Mitgliedsstaaten zu den Wahlurnen gerufen. Im Landkreis war die Wahlbeteiligung noch nie so hoch.

Landkreis - Im Jahr 1989 erreichte sie einmal mit 63,98 Prozent ein annäherndes Ergebnis. Vor fünf Jahren sank das Interesse gar auf 46,43 Prozent und schrammte damit nur knapp am Minusrekord von 44,73 Prozent aus dem Jahr 1984 vorbei. „Die Menschen haben gemerkt, wie wichtig die europäische Ebene ist. Die Gesetze der EU nehmen immer mehr Einfluss auf die Länder“, freute sich die CSU-Bundestags-Wahlkreisabgeordnete Katrin Staffler aus Türkenfeld..

CSU kann in Landkreis leichten Zuwachs verzeichnen

An den Info-Ständen konnte man schon die positive Grundeinstellung zu Europa spüren.“ Zufrieden zeigte sich Staffler mit dem Abschneiden der CSU im Landkreis, die gegenüber 2014 von damals 36,45 Prozent einen leichten Zuwachs auf 37,5 Prozent zu verzeichnen hatte. Weniger zufrieden war Staffler mit dem Abschneiden der großen Schwesterpartei CDU, die bundesweit erhebliche Verluste hinnehmen musste, so dass die Union letztlich auf 28,6 Prozent fiel, was ein Minus von 6,7 Prozent gegenüber 2014 bedeutete.

SPD verliert über zehn Prozent an Stimmen

Noch vernichtender war das Ergebnis der SPD im Landkreis. Von 20,99 Prozent vor fünf Jahren erreichte die Partei nur noch 9,4 Prozent. „Da gibt es nichts schön zu reden“, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi aus Olching bei der Wahlparty im Foyer des Landratsamtes am Sonntagabend enttäuscht. Das Klimathema habe seiner Meinung nach den Grünen in die Karten gespielt. Insgesamt habe seine Partei im Europa-Wahlkampf zu wenig gebracht. Bundesweit fiel die SPD auf 15,3 Prozent zurück und musste mit 12 Prozent gegenüber 2014 herbe Verluste hinnehmen.

Grüne blicken hoffnungsvoll Richtung Kommunalwahl

Aufgrund der bundesweiten Trendmeldungen stellte das Abschneiden der Grünen dagegen auch im Landkreis keine allzu große Überraschung dar. Von 14,45 Prozent im Jahr 2014 kletterten die Grünen auf 22,6 Prozent und wurden damit zur zweitstärksten politischen Kraft im Landkreis. Das lässt die Grünen hoffnungsvoll in Richtung Kommunalwahlen am 15. März 2020 blicken. Auch bundesweit waren die Grünen die großen Gewinner. Sie wurden zur zweitstärksten Partei mit 20,9 Prozent und steigerten ihren Gewinn um 10, 2 Prozent gegenüber der Wahl vor fünf Jahren.

Alternative für Deutschland verliert leicht

Die AfD verteidigte mit 7,4 Prozent im Landkreis zwar ihren vierten Platz, verlor aber gegenüber der EU-Wahl vor fünf Jahren knapp zwei Prozent (9,18 Prozent). Im Gegensatz dazu legte die AfD bundesweit zu und kletterte auf 10,8 Prozent.

Freie Wähler sind zufrieden

Rundum zufrieden mit dem Wahlergebnis zeigte sich der FW-Landtagsabgeordnete Hans Friedl aus Alling. „Wir haben unser Ergebnis bundesweit verdoppelt, sind im Landkreis nicht schlecht und liegen in meinem Heimatort mit 9.5 Prozent vor der AfD. Das ist ein gutes Ergebnis.“ Im Landkreis verbesserten sich die FW von 4,13 Prozent aus dem Jahr 2014 auf 5,3 Prozent. Leichte Gewinne erzielte auch die FDP im Landkreis. Gegenüber 2014 mit 3,58 Prozent auf 4,0 Prozent.

Dieter Metzler

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