Rund 155.000 Bürger aus dem Landkreis waren aufgerufen, sich an der Wahl zum Europäischen Parlament zu beteiligen.

Die EU bleibt Hochburg für Konservative, Euro-Kritiker und Rechtspopulisten auf dem Vormarsch

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v. li.: Kreisrat Jan Halbauer (Grüne) Landrat Thomas Karmasin (CSU) mit Gattin Cornelia, sowie Klaus Rehbock (FDP) und EU-Kandidat Jürgen Cullmann (SPD) aus Mammendorf verfolgten im Foyer des Landratsamtes die auf der Großleinwand eingehenden Hochrechnungen der 8. EU-Wahlen.

Fürstenfeldbruck –  Die Wahlbeteiligung sank bei der Europa-Wahl 2014 jedenfalls im Vergleich zu den Wahlen vor fünf Jahren entgegen dem bundesweiten Trend von 47,4 Prozent nochmals auf 46,4 Prozent. Obwohl im Landkreis kaum vertreten, erzielte die AfD mit 9,2 Prozent ein Wahlergebnis, das noch über dem Deutschland-Ergebnis (7 Prozent) lag und wurde im Landkreis hinter der CSU mit 36,5 Prozent (2009 – 45,7 Prozent), der SPD mit 21 Prozent (2009 – 12,7 Prozent) und den Grünen mit 14,5 Prozent (2009 – 15,6 Prozent) viertstärkste Kraft. Dahinter reihten sich mit 4,1 Prozent (2009 – 5,4 Prozent) die Freien Wähler ein. Einen Absturz erlebte die FDP im Kreis, die nur auf 3,6 Prozent (2009 – 10,0 Prozent) kam, während die Linken mit 2,6 Prozent (2009 – 1,9 Prozent) leicht zulegten.

Gottfried Obermair, Germerswang, der sich für die Öffentlichkeitsarbeit der Freien Wähler  engagierte, gratuliert  Spitzenkandidatin Ulrike Müller aus dem Allgäu,  bisher  MdL, zum Einzug ins Europa-Parlament.  

Das alle fünf Jahre gewählte Europäische Parlament – die zweitgrößte Demokratie der Welt – wird deutlich konservativer und europaskeptischer. Zum achten Mal fand vom 22. bis 25. Mai die Wahl zum Europäischen Parlament statt. Rund 400 Millionen Bürgerinnen und Bürger aus 28 Mitgliedstaaten waren aufgerufen, an der Europawahl teilzunehmen. In Großbritannien, den Niederlanden, Irland, Lettland, Tschechien, der Slowakei und Malta konnten die Bürgerinnen und Bürger bereits seit 22. Mai wählen. In den übrigen 21 EU-Staaten wurde am 25. Mai gewählt. Überall in Europa legten die Rechtspopulisten zu. In Frankreich wurde die rechtspopulistische Front National mit 25,4 Prozent stärkste Kraft. In Finnland holte die rechte Partei „Wahre Finnen“ 12,8 Prozent. In Österreich steigerte sich die FPÖ auf 19,5 Prozent. In Griechenland zeichnet sich ab, dass die radikale Linke „Syriza“ stärkste Kraft wird. Drittstärkste Kraft könnte die faschistische Goldene Morgenröte mit acht bis zehn Prozent werden. In Großbritannien zeichnet sich ein deutlicher Stimmenzuwachs für die rechtspopulistische Unabhängigkeitspartei UKIP ab. In Dänemark wurde die rechtspopulistische Dänische Volkspartei stärkste Kraft. In Deutschland waren 64,4 Millionen, darunter 2,9 Millionen aus anderen EU-Staaten, aufgerufen, zur Wahl zu gehen. 

Die erst 2013 gegründete eurokritische AfD (Alternative für Deutschland) gewann auf Anhieb sieben Prozent und avancierte damit zum eigentlichen Wahlsieger der Europawahl. Die SPD legte um 6,4 Prozent zu und kam auf 27,2 Prozent. Die Union aus CDU und CSU verlor 2,4 Prozent und liegt nur noch bei 35,5 Prozent. Die Verluste gingen auf das Konto der CSU, die mit 5,3 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis einfuhr. Die Grünen verloren leicht und rutschten auf 10,7 Prozent ab, und die Linke verharrte auf 7,5 Prozent. Die FDP verlor drastisch 7,7 Prozent und kam nur noch auf 3,3 Prozent. Die FW, die Piraten, die rechtsextremistische NPD, die ÖDP, die Familienpartei, die Tierschutzpartei und die PARTEI schafften nach der Abschaffung der Drei-Prozent-Hürde erstmals den Einzug in das Europa-Parlament. Bundesweit lag die Wahlbeteiligung bei 47,9 Prozent und damit um 4,6 Prozent höher als vor fünf Jahren (43,3 Prozent). 

Die ersten Ergebnisse auf der Leinwand im LRA.

Rund 155.000 Bürger aus dem Landkreis waren aufgerufen, sich an der Wahl zum Europäischen Parlament zu beteiligen. Anders als bei den Kommunalwahlen haben EU-Ausländer, die hier leben, nicht automatisch das Wahlrecht. Sie mussten einen Antrag stellen, um in das Wählerverzeichnis aufgenommen zu werden. Das könnte etliche EU-Bürger im Landkreis abgehalten haben, wählen zu gehen. Die Wahlbeteiligung sank jedenfalls im Vergleich zu den Wahlen vor fünf Jahren entgegen dem bundesweiten Trend von 47,4 Prozent nochmals auf 46,4 Prozent. Auch die Wähler im Landkreis entschieden sich für die eurokritische AfD. Obwohl im Landkreis kaum vertreten, erzielte die AfD mit 9,2 Prozent ein Wahlergebnis, das noch über dem Deutschland-Ergebnis (7 Prozent) lag und wurde im Landkreis hinter der CSU mit 36,5 Prozent (2009 – 45,7 Prozent), der SPD mit 21 Prozent (2009 – 12,7 Prozent) und den Grünen mit 14,5 Prozent (2009 – 15,6 Prozent) viertstärkste Kraft. Dahinter reihten sich mit 4,1 Prozent (2009 – 5,4 Prozent) die Freien Wähler ein. Einen Absturz erlebte die FDP im Kreis, die nur auf 3,6 Prozent (2009 – 10,0 Prozent) kam, während die Linken mit 2,6 Prozent (2009 – 1,9 Prozent) leicht zulegten. Insgesamt wird das achte Europäische Parlament in Straßburg 751 Abgeordnete haben. Deutschland stellt mit 96 Abgeordneten die meisten Mandate aller Mitgliedsstaaten, gefolgt von Frankreich mit 74. Nach den Hochrechnungen ergibt sich für die deutschen Vertreter im EU-Parlament nachfolgende Sitzverteilung: CDU/CSU 35 Mandate, SPD 27, Grüne 11, Linke 7, AfD 7, FDP 3 sowie sonstige sechs Mandate. 

Dieter Metzler

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