Neue Expressbuslinie

Mit der X80-Linie in 30 Minuten nach Moosach

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Offizielle Übergabe der neuen Expressbuslinie X80 (von links): Bürgermeister Norbert Seidl, Dr. Burkhard Hüttl (MVG), Kreisrat Hubert Ficker, Bürgermeister Martin Schäfer, Staatsminister Dr. Hans Reichhart, Landrat Thomas Karmasin, Wolfgang Kuhn (Vorsitzender des BA 10 Moosach) und Clemens Baumgärtner (Referent für Arbeit und Wirtschaft LH München).

Neuer Expressbus verbindet seit 29. April Puchheim, Lochhausen und Moosach. Eine Haltestelle in Gröbenzell soll folgen.

Puchheim – Von Puchheim Bahnhof bis nach Moosach in 30 Minuten mit nur sechs Zwischenstopps. Die neue Expressbuslinie X80 verbindet damit vier S-Bahnlinien (S1, S2, S3 und S4) und den Landkreis Fürstenfeldbruck mit dem Landkreis München und das von Montag bis Samstag im 20-Minuten-Takt. Bei der Eröffnung dieser neuen Linie freuten sich der Landrat, die Bürgermeister von Puchheim und Gröbenzell, die MVG sowie Verkehrsminister Hans Reichhart gleichermaßen. Doch wurde Reichharts Anwesenheit von Jürgen Seidl und Martin Schäfer auch genutzt, um auf Hindernisse im öffentlichen Nahverkehr aufmerksam zu machen.

16 Minuten sparen auf dem Weg zum OEZ

Burkhard Hüttl von der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bezeichnete die X80-Linie als wichtige Ergänzung und Querverbindung und als besonderes Buslinie, da sie die erste Expresslinie sei, die nicht nur in München sondern auch außerhalb fährt. Er hofft, dass vor allem die Umsteigebahnhöfe in der Stadtmitte wie Laim und Hauptbahnhof durch die neuen Expresslinien entlastet werden. Bisher mussten die Fahrgäste in Laim umsteigen, um mit der S1 nach Moosach zu kommen. Die Zeitersparnis betrage acht Minuten. Wer von Puchheim zum OEZ möchte, spart sich mit dem neuen Bus mit rund 34 Minuten sogar 16 Minuten und zwei bis drei Umstiege.

Für Landrat Thomas Karmasin ist die neue Linie ein „schöner Beweis, dass viele Köche nicht immer den Brei verderben“ und würdigte damit die gute Zusammenarbeit zwischen Gröbenzell, Puchheim, München, dem Landkreis und der MVG sowie dem Verkehrsministerium. Dessen Minister, Hans Reichhart, bezeichnete den Eröffnungstag als guten Tag für den ÖPNV und versprach auch weiterhin etwas für die Vernetzung zu tun.

Euphorie-Dämpfer: Barrierefreiheit und verlässliche S-Bahnen

Das die Vernetzung aber nicht alles ist, versuchten Bürgermeister Jürgen Seidl und Martin Schäfer zu verdeutlichen. Zwar freuten sie sich wie alle anderen Anwesenden über das neue Angebot, verpassten der Feier beziehungsweise der Euphorie von Minister Hans Reichhart einen kleinen Dämpfer. „Ich habe das Gefühl, der Bus hat schon einen Platten bevor er losfährt“, sagte Schäfer. Denn der Bus fahre, wie alle anderen Pendler im Auto auch, auf der Straße und hier herrsche Stau. Deshalb appellierte er nun an Reichhart persönlich, bei der Planung der neuen Staatstraße eine Busspur zu berücksichtigen – „wenigstens bis nach Lochhausen“, flehte er schon fast. Denn sei erst einmal betoniert, hätte man die Chance für die nächsten 40 Jahre vertan. Auch Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl hatte einen Wehrmutstropfen, den er loswerden musste und entschuldigte sich, dass er „den Finger auf die Wunde legen“ müsse: „Diese neue Buslinie lebt von funktionierenden S-Bahnlinien.“ Die S4 sei jedoch zu störanfällig. Er fügte hinzu: „Noch mehr würde ich mich freuen, wenn wir uns in drei Jahren zur Eröffnung des barrierefreien Bahnhofs Puchheim wieder sehen würden.“ Denn um den ÖPNV wie solche Buslinien attraktiver zu machen, müsse der Umstieg unkomplizierter und konfortabler möglich sein. Puchheim kämpft mit seinem Senioren- und Behindertenbeirat sowie dem VdK seit Jahren für einen barrierefreien Bahnhof. Damit Reichhart Seidls Anliegen nicht vergesse, hat der Bürgermeister ihm ein kleines Kinder-Büchlein mit dem Titel „Entdecke den Bahnhof“ als Geschenk überreicht.

Zwei Jahre Zeit geben

Hüttl betonte, dass eine neue Buslinie etwa zwei Jahre braucht, um bei der Bevölkerung ganz anzukommen, keiner müsse sich also Gedanken machen, wenn der Bus anfänglich ein paar Leerfahrten macht. Zudem ist die Haltestelle in Gröbenzell zwar in Vorbereitung wird aber noch nicht angefahren.

Kohr

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