Faire Milch auf dem Vormarsch - Milchvermarktungs-GmbH informierte 25 BDM-Milchbauern im Landkreis FFB

Bei der JHV des BDM-Kreisverbandes in Landsberied gab es Vorstandsbestätigungen für (v.li.) Toni Schwarzmann (Stv.), Hans Spicker (Stv.) und Landkreisvertreter Joh. Schamberger jr. In der Mitte MVS-Referent Jakob Neumaier. Foto: Günter Schäftlein

Landsberied – Die Marke ‚Faire Milch’ ist auf dem Wege zu einer nationalen Ausdehnung. Nach den bisher in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und NRW zertifizierten rund 200 Erzeugerbetrieben mit hohen Qualitäts-Standards in einer Jahresproduktion von 66 Millionen Kilogramm Milch plant man die Einführung in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Auch in der Planung eine Produkterweiterung mit Joghurt, Quark, Butter, H-Milch und Schulmilch.

Insgesamt betreut die Freisinger Milchvermarktungs-GmbH (MVS) 351 Lieferanten mit einer Jahresproduktion von über 110 Millionen Kilogramm Milch: Darunter auch 41 tirolische Milchlieferanten aus dem Bereich Inntal/Kitzbühler Alpen. Im Zusammenhang mit der JHV der BDM-Kreisgruppe Fürstenfeldbruck vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter hatte der MVS-Gf. Jakob Niedermaier jetzt erneut Gelegenheit, im Landsberieder Dorfwirt Aspekte und Zahlen vorzustellen. Zuvor absolvierte Johann Schamberger jr. als Landkreisvertreter seinen Jahrsrückblick zu den rund 40 BDM-Einsätzen 2010 und zum Jahresanfang 2011im Landkreis und Nahbereich: So u.a. zu Terminen in Hattenhofen (Faire Milch), Fürstenfeldbruck (Gesundheitstage), Olching (Gewerbeschau), Andechs (Wallfahrt), München (Landtag), Hofstetten (Verkaufsschulung), Türkenfeld (Baunern-/Künstlermarkt), Weihenstephan (Anti-Müller-Demo) und Dasing. Vorgesehen ist ein Milchbauernabend in Reutberg bei Sachsenkam am 22. März und eine Bauernwallfahrt am 2. April 2011 nach Altötting. Die Neuwahlen zur JHV ergaben: Landkreisvertreter und Landesdelegierter Johann Schamberger jr., Stv. Hans Spicker und Anton Schwarzmann, Beisitzer Josef Reischl und Johann Winkler. Schamberger unterstrich die Bemühungen des BDM, für alle Milchbauern einen kostendeckenden Preis beim Handel zu erreichen. Als unerlässlich sieht der Landkreisvertreter den Erhalt von ‚bäuerlichen Betrieben’ in der Erzeugung von Lebensmitteln und Schonung der Umwelt. Für ihn erstrebenswert eine bündelnde, gemeinsame Aktion von Bayern-MEG, BBV und Milchboard - „zu Gunsten einer einheitlichen Linie in der Milch-Vermarktung.“ MVS-Gf. Jakob Niedermaier referierte ausführlich zur ‚Fairen Milch’ und sah in ihr keine politische Marke: „Märkte wollen Neutralität!“ Der wichtigste Partner wäre für ihn der Verbraucher. Darum auf der Verpackung klare Ausweisungen zum Inhalt - wo die Milch gemolken wird und wieviel Omega III-Fettgehalt sie enthält. Die Versprechen zur Nachhaltigkeit bedeuten gentechnisch nichtveränderte(s) Futtermittel und Saatgut, keine Futtermittel aus Übersee und die Erzeugerverpflichtung zu einem hohen Grünlandanteil in der Fütterung. Für Bienenfreunde und Imker die Zusage, keine bienengefährdenden Pflanzenschutzmittel einzusetzen und die Tageszeit bei der Wiesenmahd zu beachten. Derzeit liegt der kostendeckende Milchpreis für Faire Milch-Erzeuger bei 40 Cent pro Liter (Basis: 4,2% Fett, 3,4% Eiweiß) bei täglicher Abholung vom Erzeuger. Größter Abnehmer unter rund 20 Handelsverbindungen ist derzeit die REWE Markt GmbH. Über die Edeka-Nordbayern hofft man künftig einen weiteren starken Handelspartner mit entsprechenden Marktanteilen zu erreichen. BDM-Mann Johann Schamberger jr. sieht derzeit eine gute Stimmung, aber noch keinen Lieferanten für die Faire Milch im Landkreis: Um eine transportrentable Milchmenge von ca. 4 Millionen Kilogramm im Jahr zu erreichen, müssten sich etwa 20 Erzeugerbetriebe mit einer Jahresleistung von 200.000 Litern anschließen. Um die bestehenden Verträge mit diversen Molkereien aufzulösen, wäre eine Karenzzeit von grobgerechnet zwei Jahren zu veranschlagen: „Für einen geordneten Umstieg muß man schon Geduld mitbringen …“ BDM-Team Fürstenfeldbruck, Joh. Schamberger, Tel. 08146-341

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