Verwüstung der venezianischen Küste

Olchinger Familie erlebt heftigen Sturm in Italien

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Die zwölfjährige Leoni Kistler machte dieses Foto von einer sogenannten Shelfcloud (Wandwolke) am Strand von Lido de Jesolo, als das Unwetter vom Meer auf die Stadt zuraste.

Familie Kistler aus Olching macht Urlaub in Lido de Jesolo in Italien, als sie an ihrem vorletzten Ferientag mitten im Chaos standen. Ein tornadoähnlicher Sturm hatte fast die gesamte venezianische Küste verwüstet. Die Familie schildert ihre Erlebnisse. 

Familie Kistler verbrachte wie jedes Jahr mit Freunden in Lido de Jesolo in Italien ihren Sommerurlaub. In diesem Jahr war es außergewöhnlich heiß, immer zwischen 34 und 37 Grad im Schatten. Die kurzen abkühlenden Gewitter haben gefehlt. Für ihren vorletzten Ferientag, am Donnerstag, 10. August, wurde zwar Regen angesagt, jedoch kein Unwetter. 

Eltern waren im Supermarkt, Kinder am Strand

Christian Kistler und seine Frau Anke sind an diesem Tag bei leichter Bewölkung in den Supermarkt gegangen, während deren zwölfjährige Tochter Leoni und ihre gleichaltrige Freundin Lara am Strand für die letzten Urlaubsfotos unterwegs waren. "Während wir im Supermarkt waren, gab es plötzlich einen lauten Knall. „Ups“ dachten wir uns, da ist wohl ein Blitz eingeschlagen", erzählt Anke Kistler. Dass dieser in unmittelbarer Nähe der Kinder eingeschlagen ist, wussten die Eltern zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Es gab im Supermarkt lediglich ein paar Stromausfälle, alles nicht so schlimm, dachten sich Christian und Anke Kistler. "Als wir den Supermarkt verlassen wollten, regnete es draußen wie aus Eimern", erinnert sich das Ehepaar. Doch sie entschieden sich dennoch zur Wohnung zu gehen. "Wir hatten zwar eine Nachricht erhalten, dass die Kinder bei unseren Freunden waren, konnten aber niemanden erreichen, da das Telefonnetz kurzzeitig zusammengebrochen war", erzählt Anke Kistler. Erst auf dem Rückweg erkannten sie das Ausmaß des Unwetters. 

Verwüstung und Angst

Überall lagen große Äste auf den Straßen und Gehwegen, Dekorationen der Geschäfte, Schirme und Blumenkübel lagen zerstört und verstreut auf den Wegen und Straßen. Als wir in unsere Ferienwohnung kamen, sahen wir die Überschwemmung im Wohnzimmer und die zerrissene Markise. "Unsere Tochter Leoni war völlig verängstigt, da sie uns nicht erreichen konnte und nicht wusste, ob uns etwas zugestoßen ist", sagt Anke Kistler.

Blitze erhellten den Tag

Leoni und Lara erzählten den Eltern schließlich, dass es erst nur anfing zu regnen und leicht zu winden, weshalb sie zur Wohnung zurück gingen, als plötzlich zwischen dem Nachbarhaus und dem übernächsten der Blitz einschlug. Deshalb haben sich die Kinder ganz schnell bei den Freunden in Sicherheit gebracht. "Die Kinder sagten, dass es während des 'Tornados' außergewöhnlich hell war. Sie hatten wirklich große Angst", schildert Anke Kistler deren Erlebnis.

„Wir haben echt Dusel gehabt!“

So schnell wie das Unwetter kam, so schnell war es auch wieder vorbei. Um 16 Uhr schien bereits wieder die Sonne, als ob nichts gewesen wäre. Die Familie konnte jedoch beobachten, wie Tische, Stühle und Schirme aus den jeweiligen Hotels aus dem Pool des darauf folgenden Hotels gefischt wurden. Dächer wurden abgedeckt, ganze Hotelnamen sind von den Dächern verschwunden und große Dachantennen wurden eingesammelt. Selbst Straßenschilder waren wie Zahnstocher umgeknickt. Tatsächlich handelte es sich an diesem Tag aber um einen sogenannten Downburst. Ein schwerer Fallwind, der bei Gewittern auftreten kann und orkanartige Windböen erzeugen kann. Die Schäden, die ein Dowburst anrichten kann, ähneln denen von mäßig starken Tornados.  

"Als wir am nächsten Tag davon erfuhren, dass so viele Autos auch in den Nachbarstädten zerstört wurden und so viele Menschen verletzt wurden, war uns klar, welch großes Glück wir hatten", sagt Anke Kistler heute erleichtert. Das Fazit der Familie: „Wir haben echt Dusel gehabt!“

red

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