Familienpaten gesucht

Familienpaten helfen, wenn Eltern nicht mehr können – für den Landkreis Fürstenfeldbruck werden noch engagierte Ehrenamtliche dafür gesucht.

Familie ist die erste Gemeinschaft, die Kinder erleben – eine Gemeinschaft, die nachhaltigen Einfluss auf die weitere kindliche Entwicklung nimmt. Aber wenn Eltern in bestimmten Lebenssituationen nicht mehr alleine klarkommen und ihnen alles über den Kopf wächst, dann gibt es die ehrenamtlichen Familienpaten des Deutschen Kinderschutzbundes. Momentan sucht er im Landkreis Freiwillige, die Familien als Paten unterstützen wollen.

„Jede Familie kann in eine Situation geraten, in der die vorhandenen Kräfte nicht mehr ausreichen, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden“, berichtet Margaretha Ladstätter, Vorstandsmitglied des Kindeschutzbundes. „Neue Familienkonstellationen nach Trennung und Scheidung, alleinige Erziehungsverantwortung, Mehrlingsgeburten, frühe Elternschaft, Krankheit und Behinderung, Arbeitslosigkeit, soziale Isolation, Integrationsprobleme, berufliche Beanspruchung, Schulstress – die Gründe dafür, dass Eltern alles über den Kopf zu wachsen droht, können höchst unterschiedlich sein.“ In dieser Situation springen die ehrenamtlichen Familienpaten des Deutschen Kinderschutzbundes ein. „Alle Helfer sind sorgfältig ausgesucht und werden durch Schulungen auf ihre Aufgaben intensiv vorbereitet“, erläutert Susanne Frauwallner, die als Dipl.-Psychologin den Einsatz der Familienpaten im Landkreis koordiniert und begleitet. „Wir arbeiten nach den Standards des vom Bayerischen Sozialministerium geförderten und wissenschaftlich begleiteten Netzwerks FamilienpateBayern“. Die Familienpaten entlasten, unterstützen und fördern Familien nach Bedarf: Sie helfen bei Alltagsentscheidungen und in der Haushaltsplanung, begleiten beim Umgang mit Behörden und Ärzten, geben Anregungen für sinnvolle Freizeitgestaltung, übernehmen Kinderbetreuung und individuelle Lernförderung, regen die Erkundung des sozialen Nahraumes und den Aufbau von Netzwerken an und befördern insgesamt die Entwicklung von Erziehungskompetenz. „Ziel der zeitlich befristeten Patenschaft ist es, die Selbsthilfekräfte der Familien so zu stärken, so dass sie den Alltag wieder selbst bewältigen können“, so Frauwallner. Der Kinderschutzbund sucht für das von der Sparkassenstiftung Fürstenfeldbruck geförderte Projekt noch Menschen aus dem Landkreis, die sich maximal zwei bis vier Stunden pro Woche vorzugsweise an ihrem Wohnort ehrenamtlich einbringen wollen. Mehr Informationen gibt es bei den nächsten Info-Veranstaltungen in Olching (20. September, 19.30 Uhr im Sozialzentrum, Feursstraße 50) sowie in Maisach (26. September, 19.30 Uhr, Nachbarschaftshilfe, Josef- Sedlmayr-Str. 14), und unter kinderschutzbund-ffb.de. Der Deutsche Kinderschutzbund ist mit mehr als 50000 Einzelmitgliedern in über 420 Orts- und Kreisverbänden die größte Kinderschutzorganisation in Deutschland. Er ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und seit Oktober 2011 auch im Landkreis Fürstenfeldbruck mit einem Kreisverband präsent. Der Verband stellt die Interessen von Kindern und Familien in den Mittelpunkt und versteht sich als „die“ Lobby für Kinder. Mit dem Angebot „Familienpatenschaften“ des Deutschen Kinderschutzbundes gehört der Landkreis Fürstenfeldbruck zu den Modellstandorten für das landesweite Netzwerk Familienpaten Bayern, das – gefördert vom Bayerischen Sozialministerium – Standards der fachlichen Arbeit festlegt und die wissenschaftliche Evaluation über das Staatsinstitut für Familienforschung der Universität Bamberg sicherstellt (familienpaten-bayern.de). Das örtliche Modellprojekt wird ab Herbst gefördert von der Sparkassen-stiftung Fürstenfeldbruck. Es ist eingebunden in ein lokales Netzwerk der Koordinierenden Kinderschutzstelle des Landratsamtes Fürstenfeldbruck.

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