Auszeichnung als Nachhaltigkeitsschule

Fünf Wochen Müllfasten - Gymnasium möchte Müll reduzieren

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„Statt wegwerfen, tauschen“ lautete das Motto beim Second-Hand-Kleidertauschmarkt.

Fürstenfeldbruck – In der Fastenzeit wird das Graf Rasso Gymnasium seiner Auszeichnung als Nachhaltigkeitsschule mehr als gerecht.

Fünf Wochen ziehen Direktorat, Lehrkräfte und Schüler an einem Strang, um so viel Müll wie möglich zu vermeiden. „Wir waren entsetzt, zu sehen, wie viel Müll in einer einzigen Schulwoche anfällt. Am Ende standen 35 große Müllsäcke in der Aula – und da war uns allen klar: So kann es nicht weitergehen“, erklären Silvia Orth-Saidi und Lisa Höhenleitner, Mitarbeiterinnen der Schulleitung und aktiv in der Entwicklungsgruppe „GRG for future“.

Als Hauptproblem gelten Einweg-Verpackungen aus dem Supermarkt: leere Chipstüten, Plastikboxen für Salat, Coffee-To-Go-Becher machen den Hauptteil des Abfalls aus. „Im Kindergarten und in der Grundschule ist es normal, Brotzeitboxen und wiederverwertbare Trinkflaschen mitzunehmen, warum also nicht auch am Gymnasium? Um dieses Selbstverständnis wieder zu schärfen, laden wir alle Mitglieder unserer Schulfamilie zur Aktion ‚Fünf Wochen ohne Müll am GRG‘ ein“.

In den Faschingsferien wurden alle Mülleimer im Schulhaus entfernt, lediglich die Papierkörbe in den Klassenräumen verblieben. In der Mensa wird weiterhin ein Restmülleimer und ein Behältnis für Speisereste und Bioabfall stehen. Und auch über das Müllfasten hinaus drehen sich in diesem Schuljahr viele Projekte um das Thema Nachhaltigkeit.

Den Anfang machte ein Umwelt- und Mobilitätstag, an dem die Fünftklässler vom ADAC auf einem Fahrradparcours für das klimafreundlichste Verkehrsmittel fit gemacht wurden. Die Schüler der 6. und 7. konnten an Ständen ihren ganz persönlichen CO2-Fußabdruck ermitteln und sich über „die nachhaltige Schultasche“ informieren. Da die Textilindustrie mit jährlich 1,2 Billionen Tonnen CO2 als eine der klimaschädlichsten Branchen gilt, hatte die Arbeitsgemeinschaft der SchulFAIRbesserer die Idee zu einer Kleidertauschparty. Unter dem Motto „Lieber tauschen als kaufen“ durften alle Schüler einen Nachmittag zu klein gewordene T-Shirts, zu kurz gewordene Hosen oder Fehlkäufe aus dem Vorjahr tauschen. Die übrig gebliebenen Kleidungsstücke wurden an eine gemeinnützige Organisation gespendet.

In der Woche vor den Faschingsferien war Stefan Heiß von den Abfallwirtschaftsbetrieben Fürstenfeldbruck erwartet, um in den 7., 9. und 10. Klassen einen Vortrag zum Thema Abfallvermeidung zu halten und die Fragen der Schüler zu beantworten.

Die Schülermitverwaltung plant gemeinsam mit dem Viscardi-Gymnasium Projekttage mit Wissenschaftlern. „Das Thema ‚Fridays fo future‘ bewegt derzeit viele Jugendliche – auch am Graf-Rasso-Gymnasium. Deshalb ist es uns als Schulleitung wichtig, den Kindern so viele Hintergrundinformationen mitzugeben und Ihnen die Möglichkeit zu geben, aktiven Umweltschutz in ihren Alltag zu integrieren“, so Höhenleitner.

Bereits im Dezember wurde das Graf-Rasso-Gymnasium für das Engagement zum sechsten Mal als Internationale Nachhaltigkeitsschule ausgezeichnet. Ein Prädikat, das die Schule zurecht verdient.Nicola Becker

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