Durchschnittliches Erntejahr

Von Feld zu Feld: Ernte-Pressefahrt mit Staatsministerin Kaniber - das Hoffen auf trockene Erntetage

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Auf dem Feld der Familie Dinkel
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Auf dem Feld der Familie Staffler
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Auf dem Feld der Familie Staffler
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Im Inneren der Mühle der Familie Dinkel
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Im Inneren der Mühle der Familie Dinkel
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Im Inneren der Mühle der Familie Dinkel -Michael Dinkel erklärt die Funktionsweise.
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Im Inneren der Mühle der Familie Dinkel -Michael Dinkel erklärt die Funktionsweise.
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Martin Staffler in seinem Soja-Feld.

Landkreis – Die diesjährige Ernte-Pressefahrt des Bayerischen Bauernverbands fand im Landkreis Fürstenfeldbruck statt.

Die Familien Dinkel und Staffler hatten sich zur Verfügung gestellt und führten ihre Gäste durch die heimische Flur. 

In der Nähe von Mammendorf schlängelt sich eine kleine Autokolonne im gemächlichen Tempo über einen schmalen Feldweg entlang vorbei an Feldern voll von Hartweizen, Dinkel und Zuckerrüben. Immer wieder hält die Autokolonne an, es werden Fotos gemacht und Fragen gestellt – natürlich alles auf Abstand. 

Autokolonne statt Bus

„Heuer ist alles ein bisschen anders“, stellt Walter Heidl, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes bereits zu Beginn der diesjährigen Ernte-Pressefahrt am vergangenen Mittwoch fest. Denn normalerweise wäre nach der Begrüßung von der Bayerischen Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Michaela Kaniber ein Bus bereitgestanden, der alle Gäste von Mammendorf bis nach Malching von Feld zu Feld gebracht hätte. Doch Corona macht das enge Beisammensein unmöglich. Dennoch sollte die traditionelle Ernte-Pressefahrt, die in diesem Jahr im Landkreis Fürstenfeldbruck stattfand, nicht ausfallen, denn die Ernte hat bereits begonnen. 

Erst zu trocken, dann zu feucht

Inmitten eines dicht bewachsenen Feldes voller Sojapflanzen steht Martin Staffler. Seit fünf Jahren baut die Familie Staffler Speisesoja, der später für die Herstellung von Tofu verwendet wird, an. Die Monate April und Mai waren laut Staffler sehr trocken, der Juni dafür umso feuchter. „Ich hoffe, dass es jetzt trocken bleibt, damit wir optimal ernten können“, erklärt der 28-Jährige. Auf den ökologischen bewirtschafteten Feldern der Familie Staffler gibt es aber nicht nur Soja zu finden, sondern auch Dinkel oder Weizen. 

Die ganze Familie hilft

Im letzten Jahr hat Martin Staffler die Betriebsleitung übernommen. Zuvor war sein Vater Jakob dafür zuständig, der seinem Sohn auch heute noch gerne hilft. Und auch Mutter Irmgard und Bruder Sebastian unterstützen den 28-Jährigen Landwirt, der zusätzlich noch seiner Tätigkeit als Elektromeister nachgeht, tatkräftig, denn es gibt immer etwas zu tun. 

Durchschnittliches Erntejahr

Zwar wird beispielsweise Soja erst in ein paar Wochen geerntet, dennoch kann Staffler bereits jetzt eine Prognose abgeben. „Ich denke, es wird ein durchschnittliches Jahr werden“, erklärt er. Ähnlich sieht das auch Hermann Greif, BBV-Getreidepräsident. „Es wird kein Rekord, aber ein durchschnittliches Jahr werden“, bestätigt er. Das liegt auch daran, dass die Bauern im Frühjahr mit einer extremen Trockenheit konfrontiert waren. „Unsere Landwirte werden sich auch in Zukunft auf Extremwetterlagen wie Starkregen vor allem im Süden und Trockenheit besonders im Norden Bayerns einstellen müssen“, bestätigt auch Staatsministerin Kaniber. 

Dinkel mit eigener Mühle

Dem ist sich auch die Familie Dinkel bewusst. Thomas Dinkel und sein Sohn Michael bewirtschaften mehrere konventionell bewirtschaftete Felder zwischen Mammendorf und Maisach. Der Hof der Familie samt Hofladen befindet sich in Malching. Seit einem dreiviertel Jahr betreiben sie dort sogar eine eigene Mühle, um Getreide für ihre Nudelproduktion herzustellen. Damit setzen die beiden auf eine komplette regionale Erzeugung. „Wenn wir die Nudeln schon selbst produzieren, wollten wir auch das Getreide selbst verarbeiten“, erklärt Thomas Dinkel den regionalen Ansatz. 

Versorgung aus der Region

Regionalität steht auch bei Präsident Walter Heidl im Mittelpunkt. „Die Corona-Krise hat uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig die regionale Erzeugung ist. Wir Bauern haben in dieser schwierigen Situation unsere Verantwortung ernst genommen und die Versorgung der Bevölkerung mit bayerischen Lebensmitteln sichergestellt“, sagt Heidl. Um Regionalität weiter zu fördern, muss es allerdings auch ein Umdenken in der Gesellschaft geben. Das weiß auch Heidl. „Wir können alles anbieten, aber der Markt und die Verbraucher müssen das auch honorieren“, erklärt der Präsident abschließend. 

Julia Huß

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