Früher Schrottwert – jetzt ein Schatz

Älteste diesel-elektrische Gebus-Lok im Feldbahnmuseum

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Heinz Dietmar (links) und Michael Ebert präsentieren ihr neues, noch im Wiederaufbau befindliches Schmuckstück: die älteste diesel-elektrische Gebus-Feldbahnlokomotive der Welt.
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16 Lokomotiven konnten die Besucher des Sommerfestes im Felbahnmuseum am Fürstenfeldbrucker Bahnhof bewundern. Die 16. und gleichzeitig der jüngste Neuzugang war eine ganz besondere: Die älteste diesel-elektrische Gebus-Lok der Welt.

Fürstenfeldbruck -  Die Lok stammt aus dem Jahr 1925. Allerdings ist das historische Stück noch nicht ganz fertig. Diesel- und Elektromotor gab es aber immerhin bereits zu bestaunen. „Der Generator ist derzeit bei einer Fremdfirma“, berichtet Heinz Dietmar Ebert, Vizevorsitzender des Modelleisenbahnclubs Fürstenfeldbruck, unter dessen Fittichen das Museum steht. Sein Sohn Michael Ebert ist 1. Vorsitzender und erzählt mehr zum Generator: „Eigentlich machen wir hier im Verein vieles selbst“, sagt er. Doch in dem Gerät hatten sich Mäuse eingenistet. Deren Urin hat die Kupferteile im Generator angegriffen. „Da waren wir mit unserem Latein am Ende“, muss Michael Ebert zugeben. Das hindert aber nicht daran, voller Freude an dem Schmuckstück zu arbeiten. 

Gefährt sollte verschrottet werden

Die Besucher des Sommerfestes erfuhren, dass die Lok bereits seit 11. Oktober 2017 im Besitz des Museums ist. „Nachdem wir sie bekommen haben, musste wir sie erst einmal reinigen“, berichtet Heinz Dietmar Ebert. Im vergangenen Jahr wurde schließlich mit dem Wiederaufbau begonnen. Bis zur Fertigstellung glaubt Michael Ebert, dass noch rund eineinhalb Jahre ins Land ziehen werden – „wenn nichts dazwischen kommt“. Dabei sollte die Lok eigentlich den entgegensetzten Weg gehen: Nicht Wiederaufbau, sondern Verschrottung war für das Gefährt angedacht, als die Brucker Museumsbetreiber in Österreich auf sie aufmerksam wurden. In gewissem Sinne hat das Michael Ebert sogar gefreut: „Denn damit war klar, dass sie uns nicht mehr als Schrottwert kosten würde.“

Technik-Museum in Wien fordert Lok zurück

Erst zu spät bemerkte das Technik-Museum in Wien, welcher Schatz ihnen da durch die Lappen gegangen war. „Das Museum hat sich bei uns gemeldet und gesagt, dass die Lok eigentlich nach Österreich gehört“, berichtet Heinz Diemtar Ebert. Doch zum Glück für das Brucker Museum konnten sie belegen, dass das Technik-Museum in Wien zuvor seine Ansprüche nicht geltend gemacht hatte. „Sie wurden gefragt, haben aber schriftlich ,Nein‘ gesagt.“ Und so konnte die Lok nach Deutschland überführt werden. Auch wenn Heinz Dietmar Ebert sagt: „Um diese Lok dreht sich bei uns zur Zeit alles.“ Die Besucher des Sommerfestes bekamen freilich noch mehr zu sehen. Ebenfalls noch relativ neu ist die Landwirtschaftsabteilung im Museum. „Damit können wir jetzt alles darstellen, was mit den Feldbahnenen zu tun hat“, sagt Heinz Dietmar Ebert. Die Abteilung, die direkt ans Stüberl des Museums angrenzt, ergänzt damit die anderen Bereiche wie Bergbau oder Waldbahn. Wer selbst einmal auf den schmalspurigen Schienen – die Spurbreite beträgt 600 Millimeter – fahren wollte, konnte im Personenzug des Museums eine Rundtour durch das Museum machen. In der museumseigenen Schmiede konnten die Besucher dem Schmied über die Schulter schauen. Und Modelleisenbahn-Freunde durften beim Flohmarkt stöbern. 

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