Feldbahnmuseum wird ständig erweitert - Verein präsentierte zur Saisoneröffnung Überraschungen im Lok- und Wagenpark

Auf 600 mm Schmalspurschienen unterwegs: Vereinsschriftführer Helmut Paland und das Jugendmitglied David, 16, Gymnasiast und Band-Schlagzeuger

Nach wochenlanger, anstrengender Vorbereitungszeit war der Verein Modelleisenbahn-Club FFB am 1. Mai pünktlich zur Saisoneröffnung gut gerüstet für die kleinen und großen Besucher. Neu im erweiterten Lok- und Wagenpark auf 600 mm Schmalspurschienen sind jetzt aufgearbeitete sieben von elf Tunnelbaufahrzeuge aus dem 2007 fertiggestellten Mangfall-Trinkwasserstollenbau. Heinz Dietmar Ebert (67), 1. MEC-Vorsitzender und als Vereinsurgewächs seit über 30 Jahren dabei, ist neben den enormen Fahrzeugerweiterungen besonders stolz auf die originale Waldarbeiterhütte mit historischer Werkzeug- und Geräteausstattung. Hier kann man zuschauen, wenn auf dem Schindelbock gearbeitet wird.

Ebert: „Damit man wieder einen Eindruck vom Arbeiten in früheren Zeiten bekommt. Wir wollen ein lebendiges Museum sein!“ Der Schindelbock war beim Entrinden der Buchenstämme für die Papierfabrik genauso nützlich wie für die Schindelproduktion. In absehbaren Jahren - so Vorsitzender Ebert - werden aus der Papierproduktion weitere ausrangierte, inzwischen über 100jährige Loren zu der bereits vorhandenen erwartet. „Vom Besitzer werden sie verlässlich für uns aufgehoben ...“ Passend zur Waldarbeiterhütte jetzt der Langholzzug mit grüner Lok „Ruhrtaler“ und entsprechend zusammengekoppelten und schwarzlackierten Trucks-Loren: Zu je zwei Garnituren, jeweils eine mit Bremse, aber alle über 100 Jahre alt. Ein Ankauf 1990 aus Spiegelau im Bayerischen Wald, wo die Fahrzeuge bis Ende der 50er Jahre im Einsatz waren, aber zwischendurch 1919-21 nach einem Windbruch als Waldbahn am oberbayerischen Spitzingsee aushelfen mussten. Im Lokschuppen der Museumsanlage ist auch eine Schmiede mit Feueresse zu finden. Hier schmiedet und schweißt Günter Schindler, 51. Der Industriemeister im Sondermaschinenbau hat das noch in der beruflichen Ausbildung gelernt, übt es jetzt aber nur noch bei den Brucker Feld- und Waldbahnern aus. Aber er gibt bereits sein Wissen und Können an Sohn Stefan (14) weiter. Wie im übrigen einige junge Leute eifrig und interessiert im Verein mitmachen. So auch David, 16, Gymnasiast und Schlagzeuger in einer Band, der Vereinsschriftführer Helmut Paland auf seiner DDR-LKM-Lok bei den Besucherfahrten auf dem Führerstand begleitet. Oder Maximilian Ebert, 14, Sohn vom Museumsbetriebsleiter Michael Ebert, der sich für den Schindelbock interessiert, an dem sein Vater gerade arbeitet. Der Großvater Heinz Dietmar hat seinen handwerklichen ‚Arbeitsplatz’ im Museumsgelände in einem Nebenraum des Lokschuppens, gleichfalls ausgestattet mit alten Werkzeugen. Das (Be-)Malen gehört neben dem Vereinsmarketing zu seinen Aufgaben und bedeutet die entrostende Vorbereitung ebenso wie Grundierung und das Lackieren von Eisenteilen. Bereits lackfertig auf einem Nebengeleis vier überarbeitete Tübbingwagen aus dem 2007 beendeten Mangfall-Trinkwasserstollenbau zur Versorgung der Stadt München: Jeder Wagen in der Lage, bis zu 8 Tonnen ringförmiger Betonteile der Tunnelverkleidung zu tragen. Interessengemeinschaft Deutsche Feld- und Waldbahnen im Modelleisenlbahn-Club FFB e.V. (MEC) Tel. 08141-526550 (Ebert) oder über www.mec-ffb.de bzw. info@mec-ffb.de

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