Ferienzirkus Circus Maurice gastiert in Fürstenfeldbruck

Kinder werden auf dem Volksfestpatz zu Zirkus-Artisten

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Ob dieser Regenschirm der Zauberer beim nächsten Schauer hilft?
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Zirkus-Initiator Dr. med Moritz Kuscha leitet dieses Jahr den Moderatoren-Workshop
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Der Volksfestplatz in Fürstenfeldbruck verwandelt sich in eine Zirkus-Zeltstadt
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Nele hält die Balance
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Perfekte Körperspannung: Liina und Nele trainieren für die Gala
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In den Workshop-Pausen können sich die Kinder auf der Hüpfburg austoben
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Im Zirkus Maurice kommen auch moderne Disziplinen dran. Die Hip-Hop-Gruppe übr ihre Choreographie

Die Jongleure wirbeln bunte Bälle durch die Luft, Diabolos tanzen auf dünnen Schnüren und im Eck übt die Akrobatik-Gruppe begeistert Hebefiguren. Wer gerade Trainingspause hat, bastelt im Aufenthaltszelt oder tobt sich auf der Hüpfburg aus. In der kleinen Zeltstadt auf dem Volksfestplatz in Fürstenfeldbruck herrscht emsiges Treiben. Jeder versucht, im Circus Maurice sein Bestes zu geben.

Fürstenfeldbruck - Der Ferienzirkus bietet seit fünfzehn Jahren Jungen und Mädchen die Möglichkeit, eine Woche lang Zirkusluft zu schnuppern – in Fürstenfeldbruck gastiert er dieses Jahr zum zehnten Mal. Initiator des Mitmach-Programms ist Moritz Kuscha, der schon als Kind ein begeisterter Zirkusfan war und im Viscardi-Gymnasium erste Zirkusluft geschnuppert hat. Eine Leidenschaft, die ihn nie losgelassen hat. 

Vielseitige Workshopts für Stubenhocker und Alleskönner

Neben seiner Haupttätigkeit als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychatrie am Heckscher Klinikum in Wasserburg, übernimmt er gemeinsam mit Sportlehrer Wolfgang Klaus in seinem Urlaub regelmäßig die Leitung der Zirkuswochen. „Das Strahlen in den Kinderaugen ist jedes Mal aufs Neue eine wunderbare Motivation. Wenn man sieht, dass Teilnehmerkinder nach vielen Jahren Ferienprogramm selbst Lust daran haben, Workshops zu leiten und Teil dieser Familie zu werden, weiß man, dass man alles richtig gemacht hat.“ In Fürstenfeldbruck wird das Ferienprogramm von der Evangelischen Jugend mitorganisiert. Viele helfende Hände packen ehrenamtlich vor und auf der Bühne mit an. Mitmachen kann jeder, egal ob sportlicher Allrounder oder Stubenhocker. „Die Workshops sind sehr vielseitig aufgebaut“, erklärt Teammitglied Tobias Ketzel.

Aufregung, Anspannung und Lampenfieber

 „Von der Clownerie über Zauberei und Vertikaltuch bis hin zu Hip-Hop-Dance oder einer Fakir-Nummer ist für jeden Geschmack und jedes Können etwas dabei.“ Das Besondere: am ersten Tag dürfen die Kinder in alle Workshops hineinschnuppern und sich dann entscheiden, was sie am liebsten lernen wollen. Die Workshop-Leiter sind nicht nur Experten in ihrem Fach, sondern auch pädagogisch geschult. „Auch Kinder mit Defiziten, aus anderen Ländern und mit anderen Religionen werden integriert“, erklärt Moritz Kuscha. Überhaupt ist das Thema Integration eines, das sich wie ein roter Faden durchs Programm zieht. Auch dieses Jahr ist wieder eine Kindergruppe mit Asylhintergrund dabei, deren Teilnahme die Kinder- und Jugendstiftung Dr. Rieder ermöglicht. Fünf Tage lang trainieren die Jungen und Mädchen mit ihren Coaches – ein Ziel fest im Blick: die Zirkusvorstellung am Abschlusstag. Dann heißt es „Manege frei“! Aufregung, Anspannung, Lampenfieber, Vorfreude und jede Menge Stolz ist zu spüren, wenn die Nachwuchs-Artisten ihren Eltern, Freunden und Verwandten vorführen, was sie einstudiert haben. 

Zehnjährige Liina ist zum fünften Mal dabei

„Die Aufführung ist so cool“, erzählt Liina, „da fühlt man sich wie ein richtiger Star“. Die Zehnjährige ist bereits zum fünften Mal mit dabei – und ihre Augen leuchten immer noch vor Begeisterung, wenn sie von den Erlebnissen während der Artistik- und Workshop-Woche erzählt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Nele gehört sie dieses Jahr zu den Bodenakrobaten. „Am tollsten war bislang die Menschenpyramide mit allen zwölf Kindern. Anfangs hatte ich ganz oben ein wenig Angst, aber dann habe ich es genossen. Hoffentlich klappt das auch bei der Gala.“ Damit der Alltag in der Zeltstadt gut funktioniert, helfen alle zusammen. „Es gibt immer unterschiedliche Tagesaufgaben. Einige Kinder helfen beim Kochen, andere beim Zusammenlegen der Hüpfburg oder beim Müll aufsammeln“, erzählt Liina. Und, macht selbst das Spaß? „Irgendwie gehört es dazu. Und weil jeder weiß, dass er auch mal Müllabfuhr sein muss, liegt gar nicht so viel rum.“ 

Moritz Kuschka: "Eigene Grenzen spüren und überwinden"

Nicht nur die Kinder sind begeistert, auch die Eltern haben viel Lob für den Zirkus. Schließlich gilt es, sechs Wochen Sommerferien zu überbrücken – für Alleinerziehende oder Familien, in denen beide Elternteile berufstätig sind, eine große Herausforderung. Dank der 5.000 Euro Zuschussgelder der Evangelischen Jugend in Bayern und der Unterstützung der Kiener Stiftung bleiben noch Kosten von 130 Euro pro Woche. „Zirkus ist mehr als nur Artistik“, erklärt Moritz Kuscha. „Es geht darum, eigene Grenzen zu spüren und zu überwinden, miteinander etwas Großes zu schaffen und Vertrauen zu lernen. Das sind Werte fürs Leben“. Liina und Nele sind sich auf jeden Fall einig: „Wir sind nächstes Jahr wieder mit dabei.“ 

Nicola Becker

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