Landrat Karmasin informiert

Pressekonferenz im Landratsamt: Bayernweite Corona-Regeln statt Flickenteppich gewünscht

Gesundheitsamtleiter Lorenz Weigl und Landrat Thomas Karmasin informieren in Fürstenfeldbrucker Landratsamt über Corona
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Der Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Lorenz Weigl, und Landrat Thomas Karmasin bei der Pressekonferenz über die neusten Entwicklungen zur Corona-Krise.

Fürstenfeldbruck - Landratsamt informiert über bisheriges und weiteres Vorgehen zur Pandemie-Bekämpfung

Fürstenfeldbruck – Die Infektionszahlen im Landkreis steigen und steigen. Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag erläuterten Landrat Thomas Karmasin (CSU) und der Leiter des Gesundheitsamtes, Lorenz Weigl, das bisherige und weitere Vorgehen des Landratsamtes zur Bekämpfung der Pandemie.

Mehrere Tage über 100

Die 7-Tages-Inzidenz neuer Corona-Infektionen liegt im Landkreis seit längerer Zeit über dem Schwellenwert von 50. Seit einigen Tagen gar über 100. Der aktuelle Wert liegt derzeit laut Brucker Gesundheitsamt bei 158,63 (Stand: 30.10.). Aufgrund dieser Werte und dem diffusen Infektionsgeschehen mit täglich nicht mehr nachverfolgbaren Neuinfektionen hatte das Landratsamt Maßnahmen der Stufe drei des „Rahmenhygieneplan Schulen“ zunächst bis zum 30. Oktober angeordnet. Wie der Schulbetrieb nach den Herbstferien fortgesetzt wird, das will der Landrat abwarten, was die Landesregierung des Freistaats entscheidet.

Massives und diffuses Infektionsgeschehen im Landkreis

„Wenn wir bei über 200 einen Lockdown mit kompletter Schließung von Schulen und Kitas verhängen sollen, wie in Berchtesgaden geschehen, eine Inzidenz zwischen 50 und 150 aber für Maßnahmen der Stufe drei angeblich nicht reichen soll, für welche Inzidenz sind diese Maßnahmen dann gedacht“, sagte Karmasin. „Diese Frage habe ich in Richtung Kultusministerium gestellt und von dort die Auskunft erhalten: wenn das Infektionsgeschehen massiv und diffus ist wie bei uns und es keine sonstigen Gründe für eine Ausnahme gibt, dann ist unser Vollzug richtig“, verteidigte Karmasin seine Maßnahmen, die ihm teilweise Kritik bescherte.

„Der Wert von 50 ist in ganz Oberbayern längst überholt.“

Landrat Thomas Karmasin

Die Entscheidung, Maßnahmen allein aber auf die Inzidenzzahl abzustellen, hält der Brucker Landrat für verkehrt. „Der Wert von 50 ist in ganz Oberbayern längst überholt“, sagte Karmasin. „Besser wäre es, mehrere Parameter zu definieren. Bei Vorliegen dieser Parameter sollten dann die Regelungen unmittelbar gelten, damit ein Flickenteppich an Regelungen, der nur zur Verwirrung der Bevölkerung beiträgt, vermieden werden.“

Große Unterschiede bei Inzidenzahlen

Dass sich die Inzidenzzahlen des Landeskreises von denen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit so unterscheiden, begründete Dr. Lorenz Weigl damit, dass die Behörden jeweils zu unterschiedlichen Zeiten ihre Meldungen erhalten. „Wenn wir die eingehenden Ergebnisse der zertifizierten Labore auch noch überprüfen sollten, wären wir personell überfordert“, sagte Dr. Weigl. Von den falschen Laborergebnissen aus Augsburg war auch der Landkreis betroffen. „Da mussten wir unsere Statistik korrigieren.“

Nachdem der Freistaat ab 2. November für den gesamten November wieder verschärfte Rahmenbedingungen für die gesamte Bevölkerung erlassen hat, werden sich auch die Rahmenbedingungen für die Schulen und Kindertagesstätten ändern.

Stufe drei bis 6.11. in Kitas verlängern

Das Landratsamt wird – vorbehaltlich der notwendigen Zustimmung der Schulaufsichts- und Gesundheitsbehörden – in den Herbstferien die Stufe drei für die Kitas bis zum 6. November aufrechterhalten. Wie es bei den Schulen nach den Herbstferien weitergeht, diese Entscheidung fällt der Freistaat zum Ende der Herbstferien.

Regeln in Asylunterkünften und Pflegeheimen

Für die Unterkünfte der Asylbewerber im Landkreis gelten ab 31. Oktober ein Besucherverbot und die Pflicht, außerhalb der zugewiesenen Zimmer in den Unterkunftsgebäuden eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Für Krankenhäuser, Pflegeheime, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung und ähnlichen Einrichtungen wird der Besuch auf täglich eine Person aus dem eigenen oder einem weiteren Hausstand oder Verwandtenkreis, bei Minderjährigen auch von den Sorgeberechtigten gemeinsam, beschränkt. Ausnahmen gelten für eine palliative Begleitung. Die Einrichtungen können darüber hinaus weitere spezielle Regelungen erlassen.

Dieter Metzler

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