Firmen-Zuzug als Gewinn

Firma Cabero zieht von Grafrath nach Moorenweis

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Bürgermeister Joseph Schäffler (links) und Tino Cabero freuen sich, dass sie sich über einen Umzug von Caberos Unternehmen von Grafrath nach Moorenweis einig wurden.

Die Gemeinde Moorenweis hat für die Erweiterung des Gewerbegebiets „An den Kräutergärten“ ein großes Zugpferd gewonnen. Aus der Nachbargemeinde Grafrath kommt die Firma Cabero. In Grafrath konnte das Unternehmen nicht mehr erweitern. In Moorenweis findet es nun die nötigen Flächen vor.

Moorenweis/Grafrath - Der Moorenweiser Bürgermeister Joseph Schäffler freut sich sichtlich über den Coup. „Wir haben für die Gewerbegebietserweiterung noch ein besonderes Juwel gesucht: ein inhabergeführtes Unternehmen, das weltweit unterwegs ist“, sagt der Rathauschef. In dem Geschäftsmann Tino Cabero und seiner Firma wurde dies gefunden. Das Unternehmen für Wärmetauschertechnik hat neben seinem Hauptsitz noch Betriebsstätten in China und Ungarn. Außerdem denkt es über eine Expansion in Richtung USA nach. 

Erweiterung des Grafrather Gewerbegebietes scheiterte an Bürgerentscheid

Aktuell befindet sich der Sitz noch im Grafrather Gewerbegebiet. Dort stehen rund 3.000 Quadratmeter an Flächen zur Verfügung – zu wenig für das wachsende Unternehmen. Eine Erweiterung des Grafrather Gewerbegebiets in das dortige Landschaftsschutzgebiet hinein scheiterte an Protesten der Anwohner und letztlich in einem Bürgerentscheid. In Moorenweis wurde indessen beschlossen, das Gewerbegebiet um rund drei Hektar zu vergrößern. Neun Parzellen stehen dort zur Verfügung. Die größte davon umfasst 7.000 Quadratmeter – genau das, was Cabero braucht. Die Gemeinde ging deshalb auf den Geschäftsmann zu, der bereits mit den Gemeinden Inning (Landkreis Starnberg) und Eresing (Landkreis Landsberg) Gespräche über mögliche Flächen geführt hatte. Am Ende erhielt Moorenweis den Zuschlag – obwohl Tino Cabero dort einen großen Nachteil sieht: „Es gibt keinen Zuganschluss.“ Um Mitarbeiter zu akquirieren, will das Unternehmen deshalb auf andere Weise punkten, zum Beispiel mit der ruhigen, für Familien idealen Lage oder mit einem bepflanzten Innenhof. „Wir wollen eine Art Campus-Charakter schaffen“, sagt Cabero. 

Unternehmen plant Betriebswohnungen 

Außerdem plant der Unternehmer, Betriebswohnungen für seine Mitarbeiter zu bauen. „An unserem Standort in China haben wir diese bereits“, erklärt Cabero. Rund 1.300 Quadratmeter an Wohnfläche schweben Cabero vor. Über einen möglichen Standort für die Wohnungen sei er bereits in Gesprächen mit der Gemeinde Moorenweis. Die Kommune profitiert durch den Zuzug der Firma in doppelter Weise: Zum einen dürften die Gewerbesteuereinnahmen künftig deutlich anwachsen. In Grafrath war von einem sechsstelligen Betrag im unteren Bereich die Rede. Außerdem werden jede Menge neue Arbeitsplätze in Moorenweis entstehen. Alleine 200 Mitarbeiter sollen direkt bei Cabero arbeiten. Bis zu 300 könnten es werden, weil der Geschäftsmann auch noch eine Softwarefirma ansiedeln will, bei der er Gesellschafter ist. Aktuell geplant ist aber erst einmal mit einem Gebäude, in dem 1.400 Quadratmeter an Büroflächen entstehen sollen. Außerdem will Cabero eine 700 Quadratmeter große Multifunktionshalle bauen, die als Labor, Lager oder Datacenter genutzt werden kann. Das Gebäude für die Softwarefirma soll zwischen diesen beiden Bauwerken entstehen. Wann und wie groß sie gebaut wird, wird sich aber erst noch entscheiden.

Baubeginn bereits ab Ende Juli möglich 

Im Gemeinderat kamen die Pläne jedenfalls schon einmal gut an. Der konkrete Bauantrag dürfte demnächst eingereicht werden. Aktuell laufen dort die Erschließungsarbeiten. Bürgermeister Schäffler geht davon aus, dass ab Ende Juli gebaut werden kann. Cabero will dann Anfang 2019 in seine neuen Räume einziehen. 

Andreas Daschner

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