Auf Einladung des Standortältesten im Brucker Fliegerhorst kam der SPD-Spitzenkandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, Ude, zu einem Infogesp ...

Ude zu Informationsgesprächen im Fliegerhorst FFB  

+
Christian Ude zu Besuch im Fliegerhorst FFB.

Fürstenfeldbruck – Auf Einladung des Standortältesten im Brucker Fliegerhorst und Kommandeur der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw), Brigadegeneral Bernhardt Schlaak, besuchte am 1. Juli Münchens Oberbürgermeister und SPD-Spitzenkandidat für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten, Christian Ude, den Fliegerhorst. Das Informationsgespräch beinhaltete  auch den Stand der Konversion und die Erinnerungskultur.

 Am  Gespräch  mit einer anschließenden Rundfahrt über den Fliegerhorst, einem Halt am „Alten Tower“, der Stätte des Olympia-Attentats von 1972, nahmen neben dem SPD-Bundestagskandidaten Michael Schrodi und dem SPD-Landtagskandidaten Dr. Herbert Kränzlein auch die Landtagsabgeordnete Kathrin Sonnenholzner (SPD), Brucks dritter Bürgermeister Uli Schmetz (SPD) sowie die beiden Brucker SPD-Stadträte Mirko Pötzsch, Axel Lämmle und Eichenaus SPD-Ortsvorsitzender Martin Eberl teil. 

Zehn Dienststellen mit ca. 1.100 Soldaten und Zivilbeschäftigten befinden sich noch auf dem Fliegerhorst, gab Oberst Stefan Scheibl zunächst einen Überblick über den Standort. 3.500 Lehrgangsteilnehmer durchlaufen immer noch jährlich den Fliegerhorst, 2,2 Millionen Quadratmeter Fläche werden noch militärisch genutzt und 133 zivile Mitnutzer (Sportvereine, Firmen, Privatpersonen) nutzen verschiedene Einrichtungen und Gebäude auf dem Fliegerhorst. Eine Besonderheit bei der Konversion stellen die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude und Flächen dar, so Oberst Scheibl. 20 Prozent der Gebäude und 13 Prozent der Nutzfläche stehen unter Denkmalschutz, darunter der Alte Tower, der Luftwaffensaal, das Offizierheim, der Airforceplatz, die Offizierschule und das Luftwaffenehrenmal. Überrascht zeigte sich Münchens OB Ude, dass der schrittweise Übergang von militärischer Nutzung auf eine zivile Nutzung am Standort möglich ist.

 „Ich kenne bisher nur Standortauflösungen, wo die Soldaten bis zum letzten Tag allein sein wollten in ihrer Anlage.“ Brigadegeneral Schlaak bedauerte, dass Ude diese Erfahrungen gemacht habe, meinte aber zum Standort, dass man sich über 40 Jahre in Fursty gut aufgehoben fühlte und das gute Verhältnis zur Stadt und den Kommunen bis zum Schluss pflegen möchte. Solange die Interessen der Bundeswehr wie eine gesicherte Auftragserfüllung, keine Belastungen für den Bundeswehrhaushalt, und die militärische Sicherheit gewährleistet ist sowie eine angepasste Betreuung der Soldaten erhalten bleibt, werde man eine zivile Anschlussnutzung unterstützen, auch beim Aufbau einer standortspezifischen Erinnerungskultur. 


Christian Ude im Gespräch mit Brigadegeneral Bernhardt Schlaak.

„Wir haben Interesse, die Gebäude, die wir nicht mehr brauchen, schnell abzugeben“, meinte Schlaak. So könne er sich beispielsweise eine Wochenendlösung bei der Nutzung des Hallenbads vorstellen, ebenso wie den Umbau des Gebäudes 101 zu einer Hochschule. Die weiteren Perspektiven könnten in den nächsten Jahren unter Vorbehalt eine Teilabgabe für die Errichtung eines von der Stadt geplanten neuen Sportzentrums sein, die Einrichtung einer Schnellbuslinie durch den Fliegerhorst sowie eine Zivil-Militärische (ÖPP) „Medienversorgung Fursty“ (Wasser – Abwasser – Wärme – Strom) und eine Zivil – Militärische Kooperation „Betreuungseinrichtungen Fursty“ in den Gebäuden 105 (Unteroffizierheim) und 106 (Offizierheim). 

Auf Udes Frage hinsichtlich der Nachnutzung antwortete Brucks dritter Bürgermeister Uli Schmetz, man habe nicht vor eine Trabantenstadt mit 10.000 Einwohnern zu errichten. Man strebe vielmehr eine Mehrfachnutzung an, eine gewerbliche, um Arbeitsplätze zu schaffen, und im nördlichen Teil eine Wohnbebauung. „einen Stadtteil der kurzen Wege“, so Schmetz. Die Frage von Stadtrat Axel Lämmle, was denn an dem Gerücht dran sei, dass die OSLw nicht nach Roth, sondern nach Dresden verlegt werde, beantwortete der Standortälteste so: „ Die OSLw wird nach Roth verlegt. Dort muss aber noch gebaut werden.“ 

Zur Erinnerungskultur führte Oberst Scheibl aus, dass der Bestand des Luftwaffenehrenmals durch Vertrag mit der Stadt vom 23. April 2012 gesichert ist. Weiter  sei im Alten Towergebäude eine Erinnerungs- und Gedenkstätte zum Olympia-Attentat 1972 geplant. Hierzu haben die Israelitische Kultusgemeinde, die bayerische Staatsregierung, der Landkreis und die Stadt ihr Interesse bekundet. Offen sei noch die Trägerschaft, so Scheibl. Ein Entbehrlichkeitsverfahren ist eingeleitet. In Kooperation mit dem Bundeswehrstandort und dem Brucker Stadtarchiv sowie einigen Interessengruppen sei auch ein Dokumentationszentrum über die Geschichte des Fliegerhorstes angestrebt, doch über Ort, Qualität und Anspruch gebe es noch Redebedarf. Sehr beeindruckt und nachdenklich zeigte sich Ude bei der anschließenden Rundfahrt durch den Fliegerhorst, als die Delegation am Alten Tower Halt machte. Dort führte der Chef der Unterstützungskompanie, Hauptmann Bijan Pirnia, den Münchner OB in den Raum und an das Fenster, von wo aus Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher im September 1972 die schrecklichen Geschehnisse des Olympia-Attentats auf dem Brucker Fliegerhorst miterlebte. Dieter Metzler

Meistgelesen

Menschenkette gegen Fremdenhass
Menschenkette gegen Fremdenhass
Linienbus in Vollbrand
Linienbus in Vollbrand
Pre-Opening im Skyline Park: Dieses Wochenende!
Pre-Opening im Skyline Park: Dieses Wochenende!
Schüler präsentieren ihre Projekte
Schüler präsentieren ihre Projekte

Kommentare