Was 1948 mit dem ersten Flug nach Afrika begann, ist heute eine global operierende gemeinnützige Hilfsorganisation, die auf freiwillige Spenden an ...

Hilfe, die vom Himmel kommt – Christliche Missionsflieger

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Sektionsleiter Heinz Gerrits dankt MAF-Beauftragten Armin Krämer für den hochinteressanten Vortrag

Fürstenfeldbruck – "Wer hat schon einmal von dem internationalen humanitären Flugdienst MAF gehört?" fragte der 2. Vorsitzende des Christlichen Piloten-Verbandes und MAF-Beauftragter (Mission Aviation Fellowship), Armin Krämer bei der jüngsten Veranstaltung des Freundeskreis der Luftwaffe, Sektion München im Fliegerhorst. Die Frage wurde im Verlauf des Vortrages bei einem Interview live via Skype mit dem 37-jährigen Missionspiloten Stefan Hageneier während seines Einsatzes in  Juba, der Hauptstadt des Südsudans, beantwortet. 

 Es überraschte den 2. Vorsitzenden des Christlichen Piloten-Verbandes und MAF-Beauftragten (Mission Aviation Fellowship), Armin Krämer, nicht wirklich,  dass sich niemand meldete, als er beim Freundeskreis der Luftwaffe, Sektion München, am 7. August, in der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw) die Frage stellte, wer denn schon einmal von dem internationalen humanitären Flugdienst MAF etwas gehört habe. Umso mehr freute sich der 48-jährige Pilot und Referent über das Interesse der Mitglieder des Freundeskreises, die den Hörsaal in der OSLw bis auf den letzten Platz gefüllt hatten.

 Zum Highlight des Vortrags zählte dabei neben einem Film über die Arbeit eines Missionspiloten ein Interview via Skype mit dem 37-jährigen Missionspiloten Stefan Hageneier in Juba, der Hauptstadt des Südsudans. Hageneier liebt das Fliegen – und er liebt Gott. Deswegen sei er Missionspilot in Afrika geworden, erzählte er über das Internet. Sechs Jahre war er in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, und in Lokichoggio (Kenia) stationiert, anschließend vier Jahre im Sudan. Seine Ehefrau Christine wuchs als Missionskind in Tansania auf und ist Krankenschwester. 

Im vergangenen Jahr kehrte er wegen seiner fünf Kinder wieder nach Deutschland zurück. Momentan nahm er aber nochmals als Programmleiter einen dreiwöchigen Einsatz im Südsudan wahr. MAF unterhält weltweit 130 Leichtflugzeuge und beschäftigt ca. 1.300 Mitarbeiter. Alle drei Minuten startet irgendwo auf der Welt rund um die Uhr eines ihrer Missionsflugzeuge zu einem Hilfs-, Rettungs- und Missionsflug in ein Krisengebiet, berichtete Krämer. Der unabhängige Verein MAF ist ein überkonfessioneller Zusammenschluss gläubiger Piloten, die sich aus persönlicher Überzeugung für diese Arbeit zur Verfügung stellen. „Was vielleicht viele überrascht, ist, dass MAF kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von ehemaligen Militärpiloten gegründet wurde“, berichtete Krämer. „Sie wollten ihre Fähigkeit, ein Flugzeug fliegen zu können, nicht länger dazu nutzen, Bomben abzuwerfen, sondern positiv nutzen.“ 

Was 1948 mit dem ersten Flug nach Afrika begann, ist heute eine global operierende gemeinnützige Hilfsorganisation, die weder vom Staat, der Kirche noch sonstigen Hilfsorganisationen unterstützt wird, sondern sich durch freiwillige Spenden finanziert. Damit auch den Ärmsten geholfen werden kann, bezahlen die Benutzer nur den Treibstoffpreis. Weltweit stellt MAF mehr als 600 gemeinnützigen Hilfswerken, Regierungsbehörden und Missionsorganisationen seine Dienstleistungen zur Verfügung. Ohne diese Dienstleistungen von MAF wären viele dieser Organisationen nicht in der Lage, Menschen in Not zu erreichen. Erst diese Zusammenarbeit ermöglicht es diesen Organisationen, den Menschen in abgelegenen schwer zugänglichen Gebieten lebensnotwendige Hilfe und Versorgungsgüter zu bringen.

 Allerdings nicht in allen Ländern würden christliche Missionen akzeptiert, berichtete Krämer auch von Problemen beispielsweise der Schweizer Stiftung Helimission, einem 1971 gegründeten Hilfswerk, in islamischen Ländern. MAF Deutschland wurde erst 1992 gegründet und ist als europäisches Land zuständig für die Einsätze in Afrika, Australien für den asiatischen Raum,  und die USA leiten die Einsätze auf dem südamerikanischen Kontinent. „Wir haben gesehen, was christlicher Glaube bewegen kann“, sagte Sektionsleiter Heinz Gerrits  und dankte dem Referenten am Ende für den hochinteressanten Vortrag. 

Dieter Metzler

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