In der Flurstraße

Verkehrschaos befürchtet: Anwohner informierten sich über zweite Feuerwache

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Der große Sitzungssaal war voll besetzt bei der Infoveranstaltung zur neuen Feuerwache.

Angst vor einem Verkehrschaos haben die Anwohner der Feld- und der Flurstraße. Grund ist der geplante Bau einer zweiten Brucker Feuerwache an der Flurstraße.

Fürstenfeldbruck – Gut 120 Menschen kamen zu einer Infoveranstaltung ins Rathaus, um ihre Sorgen vorzutragen. Oberbürgermeister Erich Raff erklärte, eine für alle tragbare Lösung finden zu wollen.

Notwendig wird die zweite Feuerwache, weil die Feuerwehr von ihrem Standort im Brucker Westen aus nicht alle Stadtbereiche in der vorgeschriebenen Hilfsfrist erreichen kann. Nach Eingang eines Notrufs müssen die Einsatzkräfte innerhalb von zehn Minuten am Ort des Geschehens sein. Um das zu ermöglichen, wird die zweite Wache benötigt, die im Jahr 2021 bezugsfertig sein soll.

Dass sie an der Flurstraße im Bereich der dortigen Gärtnerei entstehen soll, steht dabei fest. „Der Standort ist gesetzt“, betonte OB Raff. Für die Verkehrserschließung der Feuerwache über die Feld- und die Flustraße gelte das aber nicht. „Wir müssen schauen, wie wir das Beste daraus machen“, sagte das Stadtoberhaupt. Ein mögliches Konzept hat die Straßenverkehrsbehörde der Stadt bereits erarbeitet.

Verengung und Verkürzung

Bauliche Veränderungen halten sich im Zaum. Die Verengung an der Einmündung von der Feuerhaus- in die Feldstraße soll für Feuerwehrfahrzeuge überfahrbar gestaltet werden. Außerdem ist eine Verkürzung oder Absenkung der Insel im Bereich der Kinderhilfe angedacht. Bleiben sollen die derzeitigen Vorfahrts-Regelungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen.

18 Stellplätze fallen weg

Die angedachte Parkraumregelung sorgt bei den Anwohnern jedoch für Aufregung. 18 Stellplätze sollen wegfallen. Die verbleibenden 60 werden so angeordnet, dass es mehrere Ausweichstellen gibt. Dadurch soll der Begegnungsverkehr zwischen Feuerwehrautos und anderen Fahrzeugen weitgehend reibungslos abgewickelt werden. Die Straßenverkehrsbehörde hat laut Birgit Thron ermittelt, dass ein Bedarf von 34 Stellplätzen besteht. Dieser könne problemlos abgedeckt werden, „auch wenn nicht mehr jeder vor seiner Haustür parken kann.“

Straßenbreite geringer als Vorgabe

Dabei geht man sogar Kompromisse ein, wie Thron betont. Wie ein Gutachten des Büros IBG ergibt, müsste die Straße eine Fahrbahnbreite von mindestens 5,5 Metern, besser sogar 6,1 Metern aufweisen, um Begegnungsverkehr zwischen allen Arten von Fahrzeugen zu ermöglichen. „An manchen Stellen gehen wir sogar auf fünf Meter zurück“, sagte Thron.

Einer der Anwohner warf der Stadt dennoch vor, eine Rennbahn durchs Wohngebiet zu bauen. Ein anderer glaubt, dass die Zahl der Lkw steigt, die durch die Feld- und Flurstraße fahren, wenn die Fahrbahn optisch breiter wirkt. Ein dritter Anwohner befürchtet Chaos, wenn ein Feuerwehreinsatz mit der Hol- und Bringzeit der Kinderhilfe zusammenfällt. Stephan Gräser vom Büro IBG ist jedoch der Ansicht, dass die Straße mit maximal 5,5 Metern Breite auch nach der Neuordnung für den Lastenverkehr uninteressant bleibt.

Feld- und Flurstraße noch im Hauptverkehrsstraßennetz

Thron erklärte zudem, dass geprüft werde, ob die Feld- und die Flurstraße wieder aus dem Brucker Hauptverkehrsstraßennetz herausgenommen werden können. Das hätte zum einen Auswirkungen auf die Routenvorschläge in Navis. Zum anderen könne die Stadt dann auch über ein Lkw-Fahrverbot entscheiden, wie ein Mitglied der Bürgerinitiative Flurstraße betonte.

Gutachtenergebnis auch ohne Feuerwache

Feuerwehrreferent Andreas Lohde sagte: „Es ist keine Frage, dass von den Anwohnern ein ganz schöner Akt der Solidarität abverlangt wird.“ Das sei aber notwendig, wie auch Gräser betont: „Unser Gutachten wäre auch ohne neue Feuerwache so ausgefallen, ganz einfach weil die Fahrbahnbreiten auch für Feuerwehrautos im Einsatz in dieser Straße benötigt würden.“

Raff erklärte: „Wir nehmen die Sorgen der Bürger ernst.“ Man werde weiter eine Lösung suchen, die für alle tragbar ist. Dabei sollen auch die Bürgerinitiative und alle anderen Anwohner weiter eingebunden werden. „Wir bleiben weiter im Gespräch“, versprach der OB.

Andreas Daschner

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