Waldbegehung in Hörbach

Klimawandel bedroht heimische Fichte

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Anita Ottmann und Jakob Drexler.
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Anita Ottmann und Jakob Drexler mit einem Drahtgeflecht zum Schutz vor Baumstämmen.
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Anita Ottmann und Josef Kraus.
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Jakob Drexler erklärt seinen Wald.
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Jakob Drexler in seinem Wald.
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Jakob Drexler mit Teilnehmern des Waldbegangs.
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Mischwald mit natürlich gewachsener Birke.
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Private Waldbesitzer lauschen Drexlers Vortrag.

Mit rund 22 Prozent Waldfläche gehört der Landkreis Fürstenfeldbruck ohnehin schon zu den am wenigsten bewaldeten Regionen in Bayern. Der Klimawandel bedroht nun auch noch die Fichtenbestände. Wie man dagegen vorgeht, zeigte Försterin Anita Ottmann privaten Waldbesitzern nun am Bei

Althegenenberg - Im Jahr 1993 hatten Jakob Drexler und Josef Kraus rund 5,4 Hektar Wald nahe bei Hörbach von Baron von Gebsattel aus Hofhegnenberg gekauft. „Damals waren rund 90 Prozent der Bäume Fichten“, sagt Drexler. Doch das hat sich in den vergangenen 24 Jahren deutlich gewandelt. Nicht einmal mehr die Hälfte des Waldes besteht aus den Nadelhölzern. Mittlerweile finden sich sage und schreibe 29 verschiedene Baumarten in dem Wald. Als moderne und klimaorientierte Bewirtschaftung bezeichnet Ottmann das Vorgehen der beiden Hörbacher Waldbauern. 29 Baumarten müssten es zwar nicht sein. „Aber auf sechs bis acht verschiedene Arten sollte man schon setzen“, sagt sie. Damit würde man die Gefahr verringern, auf einen Schlag den gesamten Bestand zu verlieren. 

Trockenes Klima und Monokulturen bedrohen die Bestände

Die Fichte ist besonders bedroht. Der empfindliche Baum hat laut Ottmann Schwierigkeiten, sich auf das immer trockener werdende Klima in unseren Breitengraden einzustellen. Aber auch andere Monokulturen können durch verschiedene Ursachen bedroht sein. Als Beispiele nennt die Försterin das Eschentriebsterben sowie den Befall durch Borkenkäfer oder Pilze. Bei einem Waldbegang mit Ottmann und Drexler machten sich rund 20 private Waldbauern ein Bild von der Bewirtschaftung in Hörbach. Wie Drexler dabei erläuterte, hätten er und Kraus früh begonnen, die Fichten-Monokultur umzubauen. Beschleunigt wurde dies durch den Orkan Lothar im Jahr 1999. „Rund ein Drittel des Waldes ist damals flach gelegen“, sagte Drexler. Die Sturmschäden zu bereinigen, sei sehr gefährlich gewesen. „Das ist wie Mikado, wenn man einen Stamm abschneidet, schnalzt ein anderer in die Höhe.“ Deshalb hätten er und Kraus auch die Hilfe der Waldbauernvereinigung in Anspruch genommen. 

Auch exotischere Baumarten wurden gepflanzt

Zwischen 8.000 und 9.000 neue Bäume hätten er und Kraus seit dem Kauf der Fläche gepflanzt, berichtete Drexler. Darunter seien auch exotischere Baumarten. „Wir probieren auch viel aus, ob etwas hier wächst.“ Unter den 29 Baumarten finden sich zum Beispiel Tannen, Douglasien, Waldkirschen, Eschen, Schwarzerlen, Apitzund Feldahorn, Papeln, Ulmen sowie der aus Asien stammende Paulownia. Die noch immer zu rund 40 Prozent vorhandenen Fichten haben im Wald von Drexler und Kraus auch noch bessere Überlebenschancen als andernorts. „Wir haben einen lehmigen Boden, der die Feuchtigkeit besser speichert, als steiniger Untergrund“, erklärte Drexler. Dadurch würde die Fichte die Trockenzeiten besser überstehen. Am Ende stimmte aber auch der Hörbacher in den Appell von Försterin Ottmann ein und riet den anwesenden Waldbauern zu Mischbeständen. 

Andreas Daschner

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