Forstamt stockt personell auf

Der Wald der Zukunft ist gemischt

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Sie unterstützen Waldbauern beim Umbau von Fichten- zu Mischwäldern (von links): Forstamtsleiter Günter Biermayer, Tilo Scholze, Friedrich Wendorff und Anita Ottmann.

In manchen Teilen Deutschlands ist die Lage für den Wald dramatisch: Der Klimawandel und die damit verbundene Trockenheit machen den Fichtenbeständen zu schaffen. Das Forstamt Fürstenfeldbruck rät Waldbauern dazu, künftig auf Mischbestände zu setzen.

Grafrath - „Seit 1860 bis 1870 ist die Temperatur im Jahresmittel um 1,5 Grad gestiegen“, sagt Amtsleiter Günter Biermayer. Die seit damals dominierenden Fichten-Monokulturen leiden stellenweise bereits stark unter dem Temperaturanstieg. „Bei uns in der Region sieht es noch besser aus, denn hier hat es häufiger geregnet und unsere lehmigen Standorte sind ganz gute Wasserspeicher“, sagt Biermayer. Dennoch sieht er Handlungsbedarf. 

Man sollte sich nicht auf den Puffer verlassen

Lange Trockenperioden können künftig auch hier zum Problem werden. Denn dass die Lehmböden immer ausreichend Wasser speichern und einen Puffer bilden, darauf sollte man sich laut Anita Ottmann, Leiterin des Forstreviers Fürstenfeldbruck, nicht verlassen. „Die Schotterstandorte im Landkreis haben schon jetzt große Probleme“, ergänzt Biermayer. 

Biermayer: Mischwälder fördern

Damit die Wälder mit den Klimaveränderungen künftig zurecht kommen, müssen laut dem Amtsleiter Mischbestände gefördert werden. Die Buche sei der wichtigste Laubbaum, aber auch Eichen oder Birken müssten gefördert werden. Biermayer betont jedoch, dass man den Wald dabei nicht sich selbst überlassen dürfe. Für junge Fichten sei es noch nicht zu heiß, sodass sich diese weiter ausbreiten und oft Laubbäume verdrängen. 

Auch die Jäger sind gefragt

Viele Laubbäume litten außerdem unter Wildverbiss. Am liebsten würde Biermayer dennoch ohne Zäune auskommen, um den Waldtieren nicht den Lebensraum zu verkleinern. Dabei seien aber die Jäger gefragt.„Das Jagdgesetz schreibt vor, dass die Bestände so zu halten sind, dass eine Verjüngung des Walds ohne Schutzmaßnahmen möglich ist“, sagt er. Die Abstimmung mit den Jägern könne aber das Forstamt nicht alleine leisten. Auch die Waldbesitzer selbst sollen das Gespräch mit ihren zuständigen Jagdpächtern suchen. 

Forstamt hat personell aufgestockt

Um die Waldbauern beim Umbau zum Mischwald zu unterstützen, hat das Forstamt personell aufgestockt. Tilo Scholze und Friedrich Wendorff verstärken seit Mitte September beziehungsweise Anfang Oktober das Försterteam. Scholze ist für die drei nördlichen Reviere in den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck im Zuständigkeitsbereich des Amts zuständig, Wendorff für die drei südlichen Reviere in Landsberg, am Ammersee und bei Türkenfeld. Durch welche Maßnahmen der Umbau zum Mischwald erfolgen kann, müsse im Einzelfall vor Ort entschieden werden, sagt Wendorff. Wichtig sei vor allem, dass sich die Waldbauern helfen lassen. „Was man macht, hängt auch davon ab, was der Waldbesitzer will“, so der Förster. Wenn vermehrt Feuerholz gefragt ist, müsse man anders vorgehen, als wenn das Holz auch für den Bausektor verwertet werden soll. Wer seinen Fichten- zum Mischbestand umbauen will, bekommt Beratung beim Forstamt unter Telefon 08141 32230.

Andreas Daschner

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