Frauennotruf Fürstenfeldbruck klärt über K.O.Tropfen auf - Auf der Wiesn und in der Disco stets die Gläser im Auge behalten

K.O.-Tropfen sind laut einer UN-Studie vom Februar 2010 eines der größten Probleme der Drogenszene. Die bayerischen Frauennotrufe, und damit auch der Frauennotruf und -beratung in Fürstenfeldbruck informieren deshalb heuer gezielt über die geschmacks- und geruchsneutralen Substanzen, die einen förmlich ausknocken und so zu einem leichten Opfer für Diebstahl oder Sexualdelikte machen. Im Frühjahr bestellte der Brucker Frauennotruf Infomaterial in Form von Flyern, Postkarten und Plakaten beim Frauennotruf Aachen, der dieses zentral bereitstellt. Seither lag es hier im Landkreis bei den Infoständen des Frauennotruf, etwa bei den Germeringer Frauentagen oder den Gesundheitstagen in Fürstenfeld, aus.

Und die Mitarbeiterinnen standen für Gespräche zur Verfügung. Des weiteren kooperiert der Verein bei diesem Thema mit Kim, der Beratungsstelle für Mädchen und Jungen mit sexuellen Gewalterfahrungen, um das Thema unter Jüngeren zu publizieren und auch in den Schulen anzusprechen. Und jetzt, pünktlich vor dem Beginn des Oktoberfests gibt es „eine Großoffensive“, wie die Sozialpädagogin Anja Spitzer vom Frauennotruf erläutert: Das Material wurde an alle vier Polizeiinspektionen sowie an 70 Ärzte im Landkreis verteilt. Damit sei man bisweilen auf sehr großes Interesse gestoßen. Bei der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck ist man indes recht skeptisch, ob das Thema K.O.-Tropfen hier im Landkreis überhaupt von Bedeutung ist. Derartige Fälle seien „ganz, ganz selten hier in Fürstenfeldbruck“, erklärt der stellvertretende Leiter Michael Fischer. Er selbst könne sich konkret an keinen erinnern. Auch in München wird eine Kampagne zur Aufklärung über K.O.-Tropfen im Rahmen der „Sicheren Wiesn“ von Gegnern als Panikmache kritisiert. Die Statistiken wiesen kaum derartige Fälle auf, heißt es. Immerhin: Für das Oktoberfest 2008 meldet das Polizeipräsidium München 48 Fälle, bei denen K.O.-Tropfen im Spiel gewesen sein könnten. Trotz fehlender bekannter Fälle ist sich Spitzer sicher, dass die Kampagne auch hier im Landkreis Sinn macht. In den Gesprächen auf den Infoständen habe sie selbst mit Opfern gesprochen. Doch K.O-Tropfen sind tückisch, ihre Wirkung wird oft mit einem Alkoholrausch verwechselt, weshalb so manches Opfer gar nicht auf den Gedanken kommt, dass es verbotene Substanzen untergejubelt bekommen hat. „Man nimmt das selber oft nicht wahr“, erklärt Spitzer. Und selbst wenn man den Verdacht habe, jemand habe einem K.O.-Tropfen verabreicht, sei der Wirkstoff im Blut oft schon abgebaut, also nicht mehr nachweisbar. Denn die Wirkstoffe der jüngsten Generation sind oft schneller nicht mehr nachweisbar, als das Opfer wieder halbwegs das Bewusstsein erlangt. Um für einen gefahrlosen Wiesn- oder Disco- oder auch Betriebsfestbesuch gewappnet zu sein, rät die Sozialpädagogin deshalb, sich mit der Begleitperson abzusprechen: Einer sollte stets die Gläser im Auge behalten, offene Drinks (nicht nur von Fremden, wie Spitzer betont) sollte man generell ablehnen. Wird das Verhalten dennoch befremdlich, sollte möglichst schnell und in Begleitung die Polizei oder ein Krankenhaus aufgesucht werden. In weniger akuten Fällen können sich Opfer auch an den Frauennotruf (08141/290850) oder an Kim wenden.

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