Wahlkampf-Auftakt der Freien Wähler 

Aiwanger als Hauptredner:  Ja zum Euro, nein zur Schulden-Union

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Gemeinsam sangen die Bayernhymne (von links) Bernd Heilmeier, Gottfried Obermair,  Hubert Aiwanger, Prof. Michael Piazolo, Manfred Meier und Richard Drexl.

Puchheim – Der neue Puchheimer Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) setzte als Gastgeber seinen ganzen niederbayerischen Charme ein, um den Schulterschluss mit dem Niederbayern Hubert Aiwanger zu suchen. Aiwanger war der Hauptredner des politischen Abends der Freien Wähler beim politischen Abend des Puchheimer Volksfests – und dachte gar nicht daran, eine Koalitionsaussage zugunsten einer SPD-geführten Regierung zu machen.

Aiwanger: „Wir sind die Partei der kleinen Leute, nicht der Großkonzerne, wir lassen uns nicht kaufen.“


 Aiwanger vor rund 250 Zuhörern: „Wir machen uns doch nicht lächerlich bei den ständigen Richtungswechseln, die die SPD auf der einen und die Drehhofer-CSU auf der anderen Seite vollzieht. Für uns geht es darum, möglichst viel von unserem Programm umzusetzen.“ Zu dessen Kernpunkten zählte der FW-Bundesvorsitzende die Regionalisierung, die Energiewende vor Ort und die Stärkung des ländlichen Raums in allen bayerischen Regionen, nicht zuletzt im Interesse des Großraums München. Anders als die neu gegründete „Alternative für Deutschland (AFD)“ bekannte sich Aiwanger klar zu Europa und zum Euro: „Die Freien Wähler sind für den Euro und für die Rettung Griechenlands“ – es könne aber nicht die Aufgabe der deutschen Politik sein, auf Kosten des deutschen Steuerzahlers entgegen dem geltenden Maastricht-Vertrag amerikanische Banken zu retten, die sich verzockt hätten und eine „Vollkasko-Versicherung“ etwa für russische Spekulanten zu finanzieren. Statt einer Privatisierung in allen Bereichen will der FW-Chef vor allem im Gesundheitsbereich einen anderen Weg nehmen: „Früher blieb ein Patient nach einer Blinddarm-OP sieben bis zehn Tage im Krankenhaus, bis die Wunde trocken war. Heute wird er gleich nach der Operation rausgeschmissen, weil der Verbleib kein Geld bringt. 

Gottfried Obermair, Landtags-Direktkandidat, trat auch als Tuba-Bläser auf.

Das darf doch nicht sein!“ Auch die umfassenden Berichtspflichten in der Krankenpflege sind laut Aiwanger übertrieben, ihm sei es lieber, die zu wenigen Pflegekräfte würden ihre Zeit stärker den Patienten widmen statt der Bürokratie.  Auch für diese Aussage bekam Aiwanger, in letzter Zeit bei einigen seiner Parteifreunde wegen seiner rustikalen Art durchaus umstritten, kräftigen Beifall. Neben Aiwanger kamen Professor Michael Piazolo, Bundestags-Direktkandidat Bernd Heilmeier, Bezirksrat Dr. Michael Schanderl und Landtags-Direktkandidat Gottfried Obermair zu Wort. 

Der Puchheimer Ortsvorsitzende Manfred Meier durfte zudem den Betreuungsabgeordneten Markus Reichhardt aus Ingolstadt und den Direktkandidaten von Landsberg/Fürstenfeldbruck-West, Richard Drexl begrüßen.

Klaus Helfer 

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