Letzter Platz für Windrad

Freisinger Bürgergenossenschaft plant Windrad in Jesenwang

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Vielleicht entsteht ein drittes Windrad in Jesenwang, das möchte jedenfalls eine Freisinger Bürgergenossenschaft erreichen.

Jesenwang - Zwei Windräder drehen sich im Landkreis bereits. Nun soll zu den beiden Anlagen nahe Mammendorf eine weitere dazu kommen.

Eine Freisinger Bürgergenossenschaft interessiert sich für den letzten Standort, der nach der 10H-Regelung im Landkreis noch möglich ist. Der liegt südlich von Jesenwang. Seit die bayerische Staatsregierung die 10H-Regelung verabschiedet hat, ist fast im gesamten Landkreis Fürstenfeldbruck der Bau einer Windkraftanlage nicht mehr möglich. Lediglich das kleines Areal zwischen Jesenwang und Grafrath erfüllt noch die Voraussetzungen. Die „Bürger Energie Genossenschaft Freisinger Land“ (BEG) will dort das dritte Windrad im Landkreis errichten.

200 Meter hoch und 4,2 Megawatt stark

Mit einer Nabenhöhe von 130,80 Metern und einem Rotordurchmesser von 138,26 Metern käme das geplante Rad auf eine Gesamthöhe von knapp 200 Metern. Mit einer Nennleistung von 4,2 Megawatt soll es zwischen zehn und zwölf Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen können. Die BEG betreibt bereits eine Windkraftanlage bei sich im Landkreis Freising, genauer gesagt in Kammerberg. Vorstandsmitglied Andreas Henze geht davon aus, dass der Freistaat auf lange Sicht nicht um die Windkraft herumkommt, wenn die Energiewende gelingen soll. Die BEG sieht ihren Wirkungskreis deshalb nicht nur im eigenen Landkreis, sondern in der gesamten Region – und damit auch in Jesenwang. Der dortige Gemeinderat hegte zwar die einen oder anderen Bedenken, dass beim immer wieder diskutierten Fall der 10-H-Regelung ein Windpark entstehen könnte. Dennoch stimmte das Gremium dem Antrag auf Vorbescheid letztlich einstimmig zu – auch weil das Gremium im Genehmigungsverfahren ohnehin wenig Handhabe hat, wie Bürgermeister Erwin Fraunhofer (CSU/BG) betont.

Der Antrag muss vom Landratsamt als Genehmigungsbehörde geprüft werden – selbst wenn der Jesenwanger Rat das Projekt abgelehnt hätte. Das Vorhaben unterliegt der sogenannten Privilegierung, sodass die Gemeinde zwar Einwände geltend machen, das Vorhaben aber nicht verhindern kann. Der Ball liegt damit jetzt bei der Kreisbehörde.

BEG plant BürgerWindrad mit Beteiligung

Fraunhofer widerspricht auch entschieden Gerüchten, dass die Gemeinde das Windrad bauen würde: „Antragsteller ist die BEG.“ Die Kommune stehe mit der Genossenschaft nicht in Zusammenhang. Allerdings sollen sich Jesenwanger Bürger an dem Projekt einmal beteiligen können. Die BEG plant ein Bürger-Windrad nach dem Vorbild einiger Photovoltaikanlagen im Landkreis. Bis es so weit ist, muss die Freisinger Gesellschaft aber noch einige Hürden überwinden. Zunächst wird geprüft, ob der geplante Standort tatsächlich den Vorgaben der 10-H-Regelung entspricht. Ist das der Fall, werden zahlreiche weitere Gutachten nötig, darunter Untersuchungen zum Lärmschutz, zum Schattenwurf, zur Standortsicherheit sowie zum Brandund Naturschutz.

Kritische Stimmen aus Grafrath

Und nicht zuletzt sind Klagen gegen das Vorhaben möglich. Insbesondere aus der Nachbargemeinde Grafrath, an dessen Grenzgebiet die Windkraftanlage gebaut werden soll, sind bereits kritische Stimmen von Windkraftgegnern laut geworden, die das Projekt verhindern wollen. 

Andreas Daschner

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