Freisprechungsfeier in Fürstenfeldbruck - 56 Auszubildende erhielten Gesellenbrief - Brucker Handwerk Leuchtturm

Die Innungsbeste der Friseure, Stephanie Helfer (re.) zeigt ihrer Arbeitgeberin Severine Gerum aus Grafrath die Urkunde . Alle Fotos: Dieter Metzler

Bei der diesjährigen Freisprechungsfeier am 13. September übergab Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer 56 Auszubildenden aus dem Landkreis ihren Gesellenbrief. Neben der Auszeichnung der Innungsbesten wurden auch der Sieger-Preis des Wettbewerbs „Gute Form“, sowie der „Anton-Hoch-Gedächtnispreis“ vergeben. Musikalisch begleitet wurde die Feier auch heuer von der Gruppe „Handgemacht“.

Auch diesmal konnte Höfelsauer zum Festakt, der stets ein besonders Highlight für die Handwerks-Organisation darstellt, zahlreiche Vertreter aus Politik und Handwerk, von Behörden, Schulen, Banken und Wirtschaft in der Aula des Graf-Rasso-Gymnasiums begrüßen. Entschuldigt hatten sich die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe in Berlin, Gerda Hasselfeldt, MdL Kathrin Sonnenholzner (SPD), MdL Dr. Thomas Goppel (CSU) sowie der Direktor der BOS/FOS, Otto Kolbe. „Sie können stolz auf Ihren Abschluss sein“, rief der erste Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet den jungen Gesellen zu, „denn das ist kein Geschenk, sondern das Ergebnis Ihrer Arbeit.“ Sie haben ein „gutes Reisegepäck“, meinte Bocklet, um für den beruflichen Weg gerüstet zu sein. Der Trend zur Höherqualifizierung halte an. Dennoch sei die Entscheidung, eine handwerkliche Ausbildung zu absolvieren, richtig. Das Land brauche nicht nur Wissenschaftler und Forscher, sondern ebenso wichtig seien gute Techniker und Handwerker. Die Perspektiven bezeichnete der Landtagsvizepräsident als hoffnungsvoll. Handwerker zu werden, eröffne eine Reihe von Chancen, so Bocklet. Das Fürstenfeldbrucker Handwerk zähle mit insgesamt 3.368 Betrieben im Landkreis zu den Leuchttürmen der lokalen Wirtschaftsstärke, berichtete Bocklet. Das beste Rezept gegen den drohenden Fachkräftemangel seien gut ausgebildete Fachkräfte in Verbindung mit dem System der beruflichen Bildung, meinte Bocklet. Deshalb müsse man mehr junge Menschen ermuntern, eine Ausbildung anzustreben. Zum 31. August verzeichneten die sechs bayerischen Handwerkskammern 21.286 neu Abschlüsse. Das entspreche einem Plus von 4,25 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Wie sehr das Handwerk geschätzt werde, schlage sich in den Zahlen nieder: 190.000 Handwerksbetriebe in Bayern erwirtschafteten 2010 einen Umsatz von 88 Milliarden Euro. „Alle Welt redet vom Fachkräftemangel“, sagte Landrat Thomas Karmasin und appellierte an die jungen Gesellen. „Hier sitzen sie, an die ich den Wunsch richte, bilden Sie sich selber fort und helfen Sie, zu bilden als Ausbilder später und wenn möglich im Landkreis, denn auch wir haben Fachhandwerkermangel.“ Auch der zweite Bürgermeister der Stadt, Johann Schilling, gab der Handwerksjugend mit auf den Weg, sich stets weiterzubilden. „Sie haben Ihr Glück selbst in der Hand.“ Es sei schön in so viele glückliche Gesichter zu blicken, sagte die Leiterin der staatlichen Berufsschule, Andrea Reuß. „Sie sind gut vorbereitet für die Berufswelt, die Ihnen offen steht, aber lebenslanges Lernen ist angesagt“, meinte Reuß, denn „lernen ist wie Schwimmen gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man ab.“ Ganz nach dem Geschmack der jungen Gesellen lief diesmal die Festansprache ab, die der Stadionsprecher der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Andi Wenzel hielt. In einem humorigen Vortrag verknüpfte er die Fußballwelt mit der Berufswelt und fand immer wieder verblüffende Parallelen heraus. „Sie haben Ihr Tor gemacht“, rief der Stadionsprecher ins Mikrofon und meinte damit, „Sie haben Ihre Prüfung bestanden.“ Fleiß, Beharrlichkeit und sich ein Ziel setzen, das gelte für einen erfolgreichen Fußballer ebenso wie für einen, der im Beruf Erfolg haben will. „Nehmt euch eine Menge vor, steckt eure Ziel immer ein bisschen höher, dann erreicht Ihr sie auch“, gab er den jungen Handwerkern mit auf den Weg. Innungssieger der Bäcker wurde Marcel Bachtler (Biburg), der in der Bäckerei Hugo Fritz in Eichenau ausgebildet wurde; für den Verkauf wurde Sabine Roglitz (Puchheim) von der Bäckerei Max Wimmer aus Fürstenfeldbruck ausgezeichnet. Von der Bau-Innung wurde Kevin Krautz (FFB) von der Firma Alois Brunetti als bester Maurer geehrt und Johannes Scheidecker (Olching) von der Firma Hanff & Scheidecker aus Olching als Innungsbester bei den Fliesenlegern. Innungsbeste der Friseure wurde Stephanie Helfer (Türkenfeld), die bei Severine Gerum in Grafrath ausgebildet wurde, und als bester Schreiner konnte Florian Stuffer (Emmering) vom Ausbildungsbetrieb Klaus Leyrer GmbH aus Alling die Urkunde in Empfang nehmen. Freuen dürfen sich die beiden Preisträger Andreas Gebauer (Kottgeisering), der den Beruf des Bankkaufmanns bei der Sparkasse Fürstenfeldbruck erlernte, sowie die Innungsbeste der Friseure, Stephanie Helfer aus Türkenfeld, die von der Witwe des früheren Kreishandwerksmeisters Anton Hoch mit dem Anton-Hoch-Gedächtnispreis ausgezeichnet wurden. Für den durch einen Fahrradunfall verhinderten Andreas Gebauer nahm sein Vater Christian die Ehrung entgegen. Beide Preisträger erhielten eine Einladung nach Berlin von Gerda Hasselfeldt, der Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe in der Bundeshauptstadt. Aus dem Wettbewerb „Gute Form“ der Schreiner-Innung ging Martin Wengler von Boxx-Holztechnik GmbH aus Alling als Sieger hervor.

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