Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst im Ausland 

Drei Abiturientinnen gehen nach Togo, Namibia und Bolivien

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Marlene, Michelle und Janika  aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck absolvieren ein freiwilliges soziales Jahr in Afrika und Südamerika

Grafrath/ Landsberied - Für drei Abiturientinnen aus Landsberied und Grafrath beginnt im August diesen Jahres ein völlig neuer Lebensabschnitt: Marlene Walhöfer, Michelle Burggraf und Janika Hilgers absolvieren einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst im Ausland. Ein ganzes Jahr lang werden sich die drei Freundinnen in Togo, Namibia und Bolivien sozial engagieren - im Krankenhaus, in einer Gehörlosen- und in einer Vorschule. Die Projekte werden von Volunta (Rotes Kreuz) und dem ICJA (Freiwilligendienst ,,weltwärts" Programm) getragen.

 

Marlene Walhöfer, die wie Michelle Burggraf das Gymnasium in St. Ottilien besucht, kam während der Berufsorientierungsfahrt mit ihrer Klasse auf die Idee, selbst als Freiwillige ins Ausland zu gehen. ,,Mein großer Wunsch ist es, nach Südamerika zu reisen, um dort spanisch zu lernen", erzählt sie. Die 18-jährige Abiturientin bricht nach Bolivien auf und wird als medizinische Assistentin in einem Krankenhaus arbeiten. ,,Dort bin ich überall tätig, wo ich gebraucht werde", erzählt sie weiter. Als Sanitäterin hat sie hier zu Hause schon einige Erfahrungen gesammelt. Dass sie später einmal Medizin studieren möchte, liegt auf der Hand. An Bolivien reizt sie vor allem, dass sie mal ganz anders leben muss und ein völlig anderes Gesundheitssystem kennenlernt. ,,Ich finde es schön, Leuten zu helfen, die die Hilfe dringend benötigen". 

Die 17-jährige Michelle Burggraf geht für ein freiwilliges soziales Jahr nach Namibia in eine Vorschule, genannt ,,Havana Soup Kitchen", in Havana in Windhoek - einem Slum mit Wellblechhütten. Das Projekt wurde von einer Frau namens Frieda Kemuiko Geises ins Leben gerufen - eine Suppenküche, die 40 Kinder mit Frühstück und Mittagessen versorgt. Darüberhinaus sollen die Kinder in ihrer Entwicklung gefördert und das Selbstbewusstsein gestärkt werden. Als Freiwillige unterstützt Michelle die Drei- bis Sechsjährigen bei alltäglichen Dingen wie Anziehen, Zähne putzen und Essen. ,,Ich freue mich darauf, etwas Praktisches nach der Schule zu machen und eine andere Kultur kennenzulernen. Ich denke, es hilft einem darüber nachzudenken, was man wirklich braucht und was nicht", erklärt Michelle. Janika Hilgers hat sich für Togo entschieden, ein französisch-sprachiges Land, um sich dort sozial zu engagieren. Ihr Ziel ist eine Gehörlosenschule. ,,Ich finde das sehr interesssant, zumal ich später im Bereich Lehrtätigkeit arbeiten möchte", sagt die 18jährige Viscardi Gymnasiastin.

Die Programme, an denen die Mädchen teilnehmen, heißen ,,weltwärts" und ,,IJFD" und werden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) initiiert und gefördert (75 %). Damit die Kosten für Flug, Versicherung, Verpflegung, Unterkunft und Begleitseminare gedeckt sind, muss ein gewisser Betrag selbst durch Spenden aufgebracht werden. Die drei Schülerinnen würden sich sehr über eine Förderung zum Zwecke ihres Freiwilligendienstes freuen und damit auch der Umsetzung der Programmziele von ,,weltwärts" und ,,IJFD". Alle Interessierten, die sich mit einer Spende beteiligen wollen, können sich direkt mit Marlene Walhöfer per email über marlene.walhoefer@gmx.de in Verbindung setzen und sich nähere Informationen über die Projekte zukommen lassen. 

Neben der Arbeit im Projekt ist es für Marlene, Janika und Michelle vor allem wichtig, eine andere Kultur kennen zu lernen und zur Völkerverständigung beizutragen: ,,Uns wird die Möglichkeit geboten, unsere Persönlichkeit weiterzuentwickeln und unsere Grenzen zu erfahren", sind sich die drei Mädchen einig.

Nicole Burk

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