Die Fremde vorgestellt - In Fürstenfeldbruck zu Gast: Regisseurin des stärksten Films der diesjährigen Berlinale, Feo Aladag

Nach der Uraufführung bei der Berlinale schrieb Die Welt über den Film „Die Fremde“ der in Berlin lebenden österreichischen Regisseurin Feo Aladag: „Der stärkste Film der diesjährigen Berlinale“ und die Süddeutsche: „DIE FREMDE ist beängstigend gut. Der Film fuchtelt nicht, er empört sich nicht, er will nicht überzeugen, noch urteilen; er zeigt. Ein großer Film!“ Mit dem Film gelang Aladag, die von Haus aus Schauspielerin ist, nicht nur ein beeindruckendes Regiedebüt, sondern auch ein Lehrstück über Intoleranz und die Unfähigkeit zur Empathie.

Was alle Integrations-, Kopftuch- und Minarett-Debatten nicht erreichen konnten, gelingt diesem Film, der für Kinobesucher ab zwölf Jahren zugelassen ist. Am Samstag, 13. März, weilte die Regisseurin im Brucker Scala-Kino und stellte in Anwesenheit von Kino-Chefin Susanna Mair und Kinoleiter Markus Schmölz ihr „Erstlingswerk“ vor und stand den Besuchern des Films Rede und Antwort. Immer wieder wird in den Medien von Ehrenmorden berichtet. Von Verbrechen an meist jungen muslimischen Frauen, die im Namen der Ehre begangen werden. Was in einer Familie geschehen kann, bis sie sich zu diesem Schritt entschließt, zeigt die 37-jährige promovierte Psychologin, die mit dem deutsch-türkischen Regisseur Züli Aladag verheiratet ist und auch das Drehbuch zu diesem Film geschrieben hat, in ihrem Kinodebüt eindrucksvoll. Sibel Kekilli spielt in dem Film eine Deutsch-Türkin, die ihren eigenen Weg gehen möchte und damit ihre Familie gegen sich aufbringt. Dabei zeigt Aladag anhand eines möglichen Falles die Komplexität des Themas – von der inneren Zerrissenheit aller Beteiligten bis hin zur gescheiterten Integration einiger Migranten. Mit ihrem Debüt will die Regisseurin und Schauspielerin einen offeneren Umgang mit Migranten in Deutschland fördern. Ein Mangel an Akzeptanz und Offenheit durch eine Mehrheitsgesellschaft erleichtert es einer Minderheit nie wirklich anzukommen, so Aladag. Dank prägnanter Figurenzeichnungen, die nicht nur die zwiespältigen Motivationen der furios gespielten Hauptfigur, sondern auch der Täter differenziert durchleuchten, ein überzeugender, spannungsvoller Blick auf ein Reizthema in Sachen Integration.

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