Friseure kämpfen gegen die Dumping-Kollegen

Dumpingpreise, Billiglohn - was vermeintlich immer noch aus wie ein Problem aus fernen Ländern klingt, liegt doch so nah. Doch was für den Verbraucher möglicherweise verlockend klingt, ist für die Friseurinnungen ein massives Problem. "Unter zehn Euro für einen Haarschnitt, da kommt man als Betrieb nicht weit", stellt Josef Wieser, der Vorsitzende der Brucker Friseurinnung fest. Wer ehrlich ist, gute Leistung zu einem realistischen Preis anbiete, sei der Dumme, so Josef Wieser auf der jüngsten Jahreshauptversammlung.

Dort wurde unter anderem bekannt, dass manche ihren Dienst mit Kamm und Schere bis zu fünf Euro unter Mindestlohn anbieten. Eine Tatsache, die auch den Zoll mit auf den Plan rief und im Landkreis vier Billiganbieter zu Tage brachte. Unter Tariflohn, fehlende Anwesenheit eines Friseurmeisters, unzureichend abgeklärtes Vertragsverhältnis - die Liste der Abweichung von der Norm sind durchaus vielfältig. Herbert Bauer und Rudolf Reinhardt, verteidigten die Kontrollen. Ehrlichkeit und Seriosität müsse anerkannt werden. Von Seiten der Friseure wurden trotz des Erfolges der jüngsten Kontrollen ein weiterhin energisches Eingreifen gegen Fehlentwicklungen angemahnt. Allerdings stehen dem begrenzte Arbeits- und Zeitkapazitäten der kontrollierenden Beamten gegenüber. So fallen unter anderem auch Bau-, Gastronomie- und Reinigungsgewerbe in den Zuständigkeitsbereich, der sich aus diesem Grund als sehr weitschichtig und ausgedehnt darstellt. So könne nur das Wissen um stichprobenartige Kontrollen in einer gewissen Weise abschreckend wirken, hieß es. Aber auch Kleinstselbstständige bereiten Probleme. Bei einem Jahresumsatz unter 17.500 Euro fällt keine Mehrwertsteuer an, kann Leistung billiger an die Frau oder den Mann gebracht werden. Alleridngs mahnt der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks immer an, dass diese Marke von den Finanzbehörden nicht gerade energisch überprüft werde.

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