Nach sechs Wochen

Haare schneiden im Akkord: Friseure im Landkreis dürfen unter Auflagen wieder öffnen

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Auch einzelne Arbeitsschritte wie Färben wurden bei City-Beauty in Fürstenfeldbruck wegen der Maßnahmen umgeworfen.

Landkreis – Weniger Plätze, mehr Desinfektionsmittel, viele Richtlinien und noch mehr Kunden – die Friseure im Freistaat dürfen seit vergangen Montag unter strengen Hygiene-Auflagen und Richtlinien wieder öffnen und der Ansturm für einen kurzfristigen Termin in der Bevölkerung ist groß. Viel zu beachten für die Friseure im Landkreis – sowohl vor der Eröffnung aber auch danach.

Ohne Mundschutz geht bei den Friseuren im Landkreis gar nichts: Doch auch regelmäßiges Desinfizieren und Abstandsregeln müssen eingehalten werden.

Mitarbeiterschulungen, erweiterte Öffnungszeiten und Terminpflicht – viele Friseure im Landkreis haben sich bereits im Vornherein auf die neue Situation eingestellt, so auch die Haarstudios von Josef Wieser. „Wir haben unsere Warteplätze entfernt, um den Sicherheitsabstand einzuhalten“, erzählt Wieser, Inhaber von fünf Friseur-Filialen – davon vier im Landkreis. Dies ist jedoch nur einer von vielen Punkten, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Ebenfalls müssen die Friseure unter anderem die Daten von Kunden erfassen und Begleitpersonen draußen warten. Geschnitten wird grundsätzlich nur nasses Haar und auch auf Arbeiten im Gesicht wie Bart schneiden oder Augenbrauen zupfen, wird verzichtet. Um in seinen Salons einen möglichst einwandfreien Ablauf zu garantieren, sollen die Kunden pünktlich zum Termin erscheinen. 

Voller Terminkalender bei City Beauty in Fürstenfeldbruck

Schwierigkeiten zu Anfang brachte die Reinigung der Masken mit sich. „Da hat ein Kollege die Masken schon mal zu Hause gewaschen“, erzählt der 59-Jährige. Diese Arbeit übernehme nun ein Dampfbügeleisen. Bis Montagmittag haben seine Mitarbeiter rund 40 Kunden eine neue Frisur verpasst und der Terminkalender ist voll – ebenso bei Marina Merk von City Beauty in Bruck. Hier müssen Kunden mit Wartezeiten von rund drei Wochen rechnen. Doch auch hier hat das Coronavirus die Arbeitsschritte zum Teil durcheinander geworfen. „Mittlerweile müssen wir vor jedem Schnitt und bevor wir färben die Haare waschen“, erzählt die 34-Jährige.

Kunden dürfen nur nach Termin Haare geschnitten werden

Großteil der Kunden halten sich an die Regeln.

Das sei davor nicht grundsätzlich nötig gewesen, beziehungsweise hätte in anderer Reihenfolge statt gefunden. Zwar beobachte sie auch Leute, die mit offensichtlichen Corona-Schnitt-Kreationen in den Laden in Fürstenfeldbruck kämen, diese würden jedoch die Ausnahme bilden. Auch in ihrem Friseursalon wurde am ersten Öffnungstag bis kurz nach 14 Uhr bereits 19 Kunden – neben den Stamm auch vielen Neukunden – ein neuer Haarschnitt verpasst. Ganz neu war für Merk die Vorgabe nur noch auf Termin zu schneiden. „Wir haben davor komplett ohne Terminvergabe geschnitten“, erzählt sie. Wie auch Wieser hat sie Soforthilfe beantragt, die bereits bewilligt und teilweise ausbezahlt wurde. „Das wäre sonst mein finanzieller Ruin gewesen. Ich hätte die Miete und Gehälter meiner Mitarbeiter nicht zahlen können“, erzählt die alleinerziehende Mutter.  

Offene Fragen wie es für die Azubis weitergeht

Bis Ende Mai ausgebucht ist der Terminkalender im Friseurgeschäft Haarmacha in Puchheim. Inhaberin Andrea Macha und Obermeisterin der Friseurinnung Fürstenfeldbruck hat hier bislang 25 Kunden mit einem neuen Schnitt beglückt.„Nachdem wir nach sechs Wochen wieder öffnen durften, ist es schon besser“, sagt sie. Für die nun aufgestellten Regeln hätten die meisten Kunden Verständnis, auch wenn sie bislang einen Kunden ohne Maske wegschicken musste. „Wenn die Kunden sich nicht an die Regeln halten, müssen wir hohe Bußgelder zahlen“, erzählt sie. Und diese würden schon mal rund 25.000 Euro betragen können. Unklar bleibt für Macha jedoch weiterhin wie es mit den Auszubildenden im Freiseurhandwerk weitergeht. Zwar wurden diese während der Krise weiter voll bezahlt und zum Teil mit Videos oder Fotos weiter angelernt, aber wie es mit der Gesellenprüfung weitergeht, steht weiterhin nicht fest. 

Felix Hamann

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