Führung durch Wanderausstellung

Ausstellung: Von den heiteren Spielen zum Albtraum

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Führungen durch Wanderausstellung zum Olympia-Attentat 1972 im Alten Tower finden breites Bürgerinteresse.

Fürstenfeldbruck – Noch heute, 46 Jahre danach, scheiden sich die Geister zu der Entscheidung des damaligen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Avery Brundage, als er nach dem schrecklichen Anschlag palästinensischer Terroristen auf israelische Sportler im olympischen Dorf in München und anschließend auf dem Militärflugplatz in Fürstenfeldbruck 1972 mit dem Satz „The games must go on“, die Olympischen Sommerspiele fortsetzte.

Sicherheitsvorkehrungen bewusst locker

Es sollten „heitere Spiele“ werden. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden deshalb bewusst locker gehalten. Deutschland wollte der Welt zeigen, wie es sich seit der Olympischen Spiele von 1936 verändert hat, zu einem offenen, gastfreundlichen Land. Doch die Spiele wurden zu einem Alptraum. Im olympischen Dorf wurden zwei Israelis getötet und weitere neun als Geiseln genommen. 

Terroristen hatten ihr Ziel erreicht

Bei dem Versuch, sie auf dem Flugfeld des Fliegerhorstes zu befreien, starben alle, so auch ein deutscher Polizist. Die Reaktionen auf die Geiselnahme und ihr tragisches Ende waren weltweit tiefe Abscheu und Entsetzen. Wochenlang stand das Massaker von München und Fürstenfeldbruck im Mittelpunkt der internationalen Berichterstattung. Die Terroristen hatten damit ihr Ziel erreicht: Der Konflikt zwischen Israel und Palästina rückte verstärkt in die Weltöffentlichkeit.

Seit 1999 Gedenkstätte am Fliegerhorst

Um die Namen der zwölf Opfer nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hat der Landkreis 1999 am Fliegerhorst eine Gedenkstätte errichtet. Seitdem findet jährlich am 5. September eine Gedenkveranstaltung statt. Die Idee, am authentischen Ort, am Alten Tower, eine Gedenkstätte einzurichten, entstand, als das Bundesministerium der Verteidigung 2011 die Aufgabe des Fliegerhorstes verkündete.

Landkreis gab Wanderausstellung in Auftrag

Zum 40. Jahrestag fand eine zentrale Gedenkfeier im Fliegerhorst statt, an der neben internationalen und nationalen Politikern und Sportfunktionären viele Personen des öffentlichen Lebens teilnahmen. Zu dieser Veranstaltung gab der Landkreis eine Wanderausstellung in Auftrag, die im Gebäude des Alten Towers ausgestellt wurde. Die Historikerin Angelika Schuster-Fox konzipierte und realisierte die Ausstellung.

Vor allem Jüngeres das Geschehene nahe bringen

Ziel der Ausstellung, die nach der zentralen Gedenkveranstaltung, unter anderem beim Deutschen Olympischen Sportbund in Frankfurt, im Offizierskasino, im Veranstaltungsforum Fürstenfeld, im Landratsamt, in der Sparkasse und im Viscardi-Gymnasium, sowie an der Staatlichen Realschule in Herrsching und der Universität der Bundeswehr in München gezeigt wurde, ist es, die Ereignisse vom 5. September 1972 einem breitem Publikum anschaulich zu präsentieren. Insbesondere bei der jüngeren Generation sollte dabei das Interesse für das zeitgeschichtliche Ereignis geweckt und wach gehalten werden.

Anzahl auf 40 Besucher beschränkt

Völlig überrascht wurde das Landratsamt von dem großen Interesse der Bevölkerung, als im November des vergangenen Jahres erstmals eine Führung durch die Ausstellung angeboten wurde, so dass die Anzahl auf 40 Besucher beschränkt werden musste. Nun fanden im Januar erneut zwei Führungen statt. Wiederum hatten sich jeweils etwa 30 Besucher angemeldet. Anhand von sechs großen übersichtlichen, vom Brucker Designer Reinhard Fornara entworfenen Schautafeln, gab Schuster-Fox den Besuchern einen chronologischen Ablauf der Geschehnisse von der Vergabe der Olympischen Spiele in München, von der Eröffnung der „Heiteren Spiele“, dem Attentat auf die israelische Olympia-Mannschaft sowie der vom Landkreis initiierten Erinnerungsarbeit.

Erinnerungen an den 5. September 72

„Ich finde es gut, dass durch so eine Ausstellung am authentischen Ort die Erinnerung wachgehalten wird“, sagte der 73-jährige ehemalige Berufssoldat Wolfgang Smarczyk, es habe ohnehin schon sehr lange gedauert, bis man sich für ein Mahnmal entschloss, meinte seine Ehefrau Gabi. Beide wohnen vor dem Fliegerhorst und können sich noch gut an den 5. September 72 erinnern. „Wir kamen an diesem Tag aus München und hatten einen Wettkampf besucht. Schon am späten Nachmittag waren alle Zufahrten abgeriegelt und wir hatten Schwierigkeiten in unsere Wohnung zu gelangen.“ Die ganze Nacht über haben sie dann permanent Hubschrauber fliegen hören. An Schlaf war nicht zu denken. Ohnehin verfolgten sie die dramatischen Ereignisse damals vor dem Fernseher.

Dieter Metzler

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