Gemeinsam gegen Rassismus

Fürstenfeldbruck beteiligte sich an Wochen gegen Rassismus

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Jugendliche des Vereins „Turmgeflüster“ hatten eine literarische Darbietung zum Thema Rassismus vorbereitet.

Die Stadt hat sich mit einer besonderen Veranstaltung im Brucker Lichtspielhaus an den internationalen Wochen gegen Rassismus 2018 beteiligt.

Fürstenfeldbruck – In Kooperation mit sozialen Verbänden und kommunalen Einrichtungen wurde ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt, das Verständnis für die (Lebens-)Situation von Flüchtlingen wecken sollte. Man will an diesem Nachmittag im Brucker Lichtspielhaus ein Zeichen setzen, bestimmten gesellschaftlichen Entwicklungen entgegentreten und in Zeiten von Pegida und völkisch orientierten Bewegungen wie den Identitären für Verständnis und Toleranz eintreten. „Wir sollten zusammenhalten und dieser Entwicklung keinen Platz geben. Bruck ist bunt und bleibt bunt. Man kann die Uhr nicht zurückdrehen“, appelliert der Integrationsbeauftragte Willi Dräxler (BBV) an die etwa 60 Besucher im Saal. Auch Sozialreferent Jan Halbauer (Grüne) warnt: „Wehret den Anfängen!“ „Miteinander statt Ausgrenzung“ lautete das Motto. Es soll Verständnis geweckt werden für Menschen, die aus unterschiedlichsten Gründen ihre Heimat verlassen und sich in einem fremden Land eine neue Existenz aufbauen müssen. 

Malen als Problembewältigung

So wurde den Anwesenden eine Diashow mit Bildern, die von Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung Fürstenfeldbruck zum Thema „Flucht“ gemalt wurden, präsentiert. Die Caritas bietet diese Art von Problembewältigung den Asylsuchenden an, um so ihre Situation verarbeiten und ihren Gefühlen Ausdruck geben zu können. 

Verirrte Wanderer im Flüchtlingsheim

Auf witzige Weise hinterfragt dagegen der Kurzfilm „Die Herberge“ der Filmemacherin Sanne Kurz die oft unbewussten Vorurteile und den daraus resultierenden versteckten, alltäglichen Rassismus. Der nach einer wahren Begebenheit produzierte Film zeigt die Geschichte zweier verirrter Wanderer, die in einem ehemaligen Wirtshaus stranden und Essen bestellen, ohne zu ahnen, dass es sich um eine Flüchtlingsunterkunft handelt. Nach anfänglichen Berührungsängsten und allerlei Situationskomik – die Gäste werden von den Asylsuchenden spontan mit dem, was gerade in der Küche ist, bewirtet und statt des georderten Weines gibt es eben Tee – klärt sich die Situation auf und die anfängliche Unsicherheit und Verängstigung weicht Neugier und gegenseitigem Interesse. 

"Turmgeflüster" mit Lesung

Die anschließende literarischen Darbietung von Jugendlichen des Vereins „Turmgeflüster“ basiert auf den US-amerikanischen Roman „The hate you give“, der von einem 16-jährigen schwarzen Mädchen handelt, deren Freund von weißen Polizisten erschossen wird. In ihrem Rollenspiel wollen die Jugendlichen zum Nachdenken anregen und zum Handeln ermutigen. „Wir dürfen nicht schweigen! Es muss sich was ändern“, klagen sie das System an und rufen zum Widerstand auf. 

Passende Filme zum Abschluss

Zum Abschluss wurde noch der Film „Almanya – Willkommen in Deutschland“ gezeigt, der auf humorvolle Art die Arbeitsmigration in den 50er Jahren thematisiert. Benedikt Rossiwal, Geschäftsführer vom Brucker Forum, zeigte sich am Ende des Abends zufrieden: „Wir werden die Veranstaltung im nächsten Jahr bestimmt wiederholen.“

Peter Fischer

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