Neujahrspressekonferenz

Brucker SPD positioniert sich für 2017

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Eröffneten den Wahlkampf (von links): Claudia Calabró, Philipp Heimerl und Martin Haisch.

Fürstenfeldbruck – Die Fürstenfeldbrucker SPD bringt sich für die anstehende OB-Wahl in Stellung. Mit den Themenschwerpunkten Verkehr, städtischen Baumaßnahmen und Sport will man beim Wähler punkten. Auch mit Kritik an den potentiellen OB-Kandidaten von BBV und CSU wird nicht gespart.

Vertreter von Stadtratsfraktion und Ortsverein der Brucker SPD luden zur Vorstellung ihres Jahresprogramms 2017 ins Café Wiedemann. Neben dem designierten OB-Kandidaten Philipp Heimerl standen die Stadträte Ulrich Schmetz, Walter Schwarz und Claudia Calabró sowie der stellvertretende Ortsvorsitzende Martin Haisch Rede und Antwort.

Agendapunkt eins: Verlegung der B2

Vor allem die Verlegung der B2 über die Oskar-von-Miller- und Fürstenfelder Straße auf die äußere Schöngeisinger Straße zur B471 steht für 2017, das machte Heimerl gleich zu Beginn des Gesprächs deutlich, ganz oben auf der Agenda. Zwar werde man den Verkehr dadurch nicht verringern, aber man bekäme so Planungshoheit über den Innenstadtbereich und könne verkehrsberuhigende Maßnahmen, etwa am Hauptplatz, unabhängig vom Straßenbauamt umsetzen. Eine Umgehungsstraße oder gar ein Tunnel, wie einst am Deichensteg geplant, lehnt Heimerl entschieden ab. „Das ist Verkehrspolitik aus den 70er Jahren und bringt überhaupt nichts.“

Einsatz für Radwege

Zudem muss nach Ansicht der SPD der bisherige Radwegeplan dringend erweitert werden. Haisch präferiert ein Fuß- und Radwegenetz abseits der Hauptverkehrsstraßen, beispielsweise über den Viehmarktplatz und der Lände zum Bahnhof. „Warum soll ich mit dem Auto fahren, wenn ich mit dem Fahrrad schneller ans Ziel komme? Wir müssen Alternativen zum reinen Autoverkehr entwickeln“, sagte Haisch.

Beim Thema „Sportzentrum West“ geht Schwarz auf Konfrontationskurs zum amtierenden Bürgermeister Erich Raff (CSU). Die SPD verfolgt bisher eine kleine Lösung ohne Sporthalle. „Wir sind nicht prinzipiell gegen eine neue Turnhalle im Westen“, erklärte Schwarz, „aber wir müssen mit den vorhandenen finanziellen Mitteln sinnvoll umgehen. Und hierfür braucht es zunächst ein Gesamtkonzept, inklusive der bestehenden Sportstätten am Fliegerhorst.“ Eingesparte Gelder könnten laut Schwarz für den Bau einer neuen Eishalle verwendet werden.

Dass die kleine Lösung jedoch trotz entsprechendem Stadtratsbeschluss in der Verwaltung nicht weiter verfolgt wird, ist laut Schwarz auf direkte Einflussnahme Raffs zurückzuführen. „Ich habe im Rathaus nachgefragt und die Verwaltung wurde sogar angewiesen, das nicht zu tun.“ Auch für Schmetz ein Unding: „Das widerspricht der Beschlusslage.“

Schneller an's Geld

In Sachen kommunaler Bauprojekte will die Fraktion dafür sorgen, dass bereitgestellte Gelder künftig schneller abgerufen werden. Laut Schwarz wurden im letzten Jahr für Erneuerung, Sanierung und Neubauten insgesamt elf Millionen Euro bewilligt. Dass davon bis Ende November für lediglich 4,5 Millionen Euro Baumaßnahmen umgesetzt wurden, obwohl in der Verwaltung mehr Personal eingestellt wurde, ist auch für Heimerl nicht nachvollziehbar. „Hier ist die Stadtspitze gefordert mehr Einfluss zu nehmen, damit angeschobene Projekte schneller umgesetzt werden.“

Mit Kritik an Konkurrenten nicht gespart

Über die eventuellen OB-Kandidaten Lohde, Raff (beide CSU) und Runge (BBV/Grüne) äußerten die anwesenden Vertreter vorwiegend Unverständnis. Für Calabró wäre Runge schlichtweg „ein Offenbarungseid der BBV“, die es offenbar nicht schafft, einen geeigneten Kandidaten aus den eigenen Reihen zu finden. Heimerl fragt sich zudem, ob der zweite Bürgermeister von Gröbenzell sich mit den Brucker Gegebenheiten denn tatsächlich auskenne. Außerdem halte dieser sich, ebenso wie Lohde, die Möglichkeit offen, in den Landtag einzuziehen – ganz nach dem Motto, „wenn nichts anderes klappt, mach ich eben Oberbürgermeister.“ Auch einen möglichen Konkurrenten Raff sehen die Genossen gelassen. „Ein Armutszeugnis für die CSU“, bewertete Schwarz. Raff wäre mit 63 Jahren kurz vor Erreichen der Altersgrenze.

Peter Fischer

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