Fürstenfeldbruck ganz römisch - Bei den 4. Römertagen Dies Romani im Stadtmuseum sprachen die Schüler Latein

Die 3. Etage im Brucker Stadtmuseum, umgeben von vor-/frühgeschichtlichen Funden und schriftlichen Zeugnissen, eignet sich ausgezeichnet als historische Kulisse zur Wissensvermittlung. Zum 4. Mal hatten zehn Lateinschüler der 6. und 7. Jahrgangsstufe vom Rasso, aus Puchheim, St. Ottilien und München das Vergnügen, den römischen Alltag ebenso zu proben wie die verflixten Vokabeln.

Die Durchführung liegt von Beginn der Veranstaltungsreihe an bei der Museumspädagogin und Archäologin Doris Hefner, ergänzt durch ehemalige Lehrkräfte des Viscardi-Gymnasiums. 2010 waren dies die Lateinlehrerinnen Inge Thiery und Maria Frantz. Es ging wie immer sehr lebhaft, aber auch intensiv bildhaft zu, denn von selbst hergestellten Bildern, Mustern und sonstig Greifbarem lernt man am meisten. „Da kann es denn auch mal passieren, dass sich im Eifer des Gefechtes ein Madel mit Tinte überschüttet …“, wie Frau Hefner zwischendurch erzählte. Insgesamt ein guter Mix aus römischen/keltischen Kulturen, Götterwelten, Bräuche und Geschichte - und dabei ganz nebenbei, aber unüberhörbar, die vorhandenen Lateinkenntnisse festigen und erweitern. Der Beginn der Osterferien tat ein übriges, um die 3tägige Angelegenheit ganz ohne Schulstreß anzugehen: Nach römischer Art auf Wachstäfelchen schreiben, aus dieser Zeit bekannte Spiele basteln und Frisuren ausprobieren, Kosmetikartikel herstellen oder sich als Legionär bzw. vornehme Römerin kleiden - alles kein Problem, wenn man die Zeit dafür hat. Zeit nahm man sich auch wiederum für die Einstudierung eines von Frau Thiery verfassten Theaterstücks „Junge Römer gewinnen Freunde in Ambrae“, womit die Szenerie aus dem fernen Ostia an die hiesige Amper verlegt war. Kurzgefaßt gingen die jungen Brüder Quintus und Marcus, beide von sehr unterschiedlichem Temperament, mit ihrem Handel treibenden Vater Titus Livius auf die lange Reise in die nördliche Provinz Rätien um Augsburg herum. Das natürlich nicht ohne ein vorhergehendes Schaf-Opfer im Tempel vor den Göttern Merkur, Jupiter und Venus. Alle erbitten „Vos oramus!“ Die nächste Szene zeigt kurz vor „Ambrae“ den total erschöpften Sohn Marcus, der über seine kaputten Füße jammert und noch schlimmer findet, dass hier in Rätien nicht ständig warme Thermen und willige Sklavinnen zu finden sind. Doch dessen Laune wird sofort aufgebessert, als er der hübschen Wirtstochter Runa ansichtig wird. Da auch der Herr Vater noch mit dem Wirt ein erfolgreiches Geschäft abschließen kann, lösen sich alle restlichen Kümmernisse in schönster Harmonie auf. Die anwesenden Eltern und Geschwisterkinder nahmen das historische Geschehen um Kultur, freundschaftlicher Entwicklung und (übersetzter) lateinischer Sprache mit viel Beifall auf. Stadtmuseum Fürstenfeldbruck, 4. Römertage „Dies Romani“ vom 30. März bis 1. April 2010

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